Radsport    

Aichacher Frühjahrsstraßenpreis: Knauer im Sprint unwiderstehlich

Aichach – Die Startnummer 13 hat Florenz Knauer Glück gebracht. Der 25-Jährige aus dem fränkischen Lisberg, der seit dieser Saison für das Kontinentalteam Heizomat fährt, wiederholte seinen Vorjahreserfolg und stand auch bei der 17. Auflage des Aichacher Frühjahrs-Straßenpreises zum Gedenken an Manuel Waldvogel ganz oben auf dem Siegerpodest.


<p>Knauer im Sprint unwiderstehlich </p>

Siegerehrung des Eliterennens mit den Protagonisten Florenz Knauer (Mitte), Fabian Danner (3.v.l.) und Martin Weiss (3.v.r.) sowie 2. Radteam-Vorsitzenden Markus Freeze (rechts), Birgit Cischek (2.v.r.), Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, Mitorganisatorin Kathrin Wörle (links) und Stadtverbandsvorsitzenden Raymund Aigner. Fotos: Robert Baur


In einem packenden Schlusssprint des geschlossenen Feldes zeigte Knauer einmal mehr seine außerordentlichen Sprinterqualitäten und überquerte als Erster die Ziellinie. „Es hat heute alles, was wir uns vorgenommen haben, bestens geklappt“, freute sich der strahlende Gewinner.

„Der Radsport ist wieder in“, stellte Radteam-Chef Hubert Stöffel mit Stolz fest beim Treffen der deutschen Amateur-Elite in der Paarstadt, das mit der Teilnahme der beiden Teams Amplatz BMC und Tirol Cycling aus Österreich sogar internationales Flair ausstrahlte. Trotz zahlreicher weiterer Radsportveranstaltungen zur gleichen Zeit konnte Stöffel in Aichach ein „Hammerfeld“ begrüßen, sehr zur Freude der Zuschauer, die einen tollen Renntag genießen durften.

Im Mittelpunkt stand natürlich das Hauptrennen der Eliteklasse KT/A/B. Bei zunächst recht angenehmen Temperaturen machten sich 120 Pedalritter auf den schweren sieben Kilometer langen Rundkurs um Oberwittelsbach, der 15 Mal zu umfahren war. Nach dem es im vergangenen Jahr krankheitsbedingt nicht klappte, war diesmal auch Aichachs Radsporthoffnung Fabian Schormair mit am Start. Im Bundesligateam Heizomat fuhr der 19-jährige Untergriesbacher, der unweit der Strecke wohnt, ein couragiertes Rennen. Doch im Gegensatz zu seinem Teamkollegen und späteren Sieger Knauer brachte die „13“ Schormair kein Glück. In der 13. Runde rutschte der junge Paarstädter auf dem durch den einsetzenden leichten Nieselregen mittlerweile glatten Asphalt aus und kam zu Sturz, der aber glücklicherweise glimpflich verlief. Das Ganze geschah bei der engen Rechtskurve vor dem Anstieg hinauf nach Oberwittelsbach. „Bis dahin hat er ganz stark für das Team gearbeitet“, lobte Knauer seinen Kollegen.

Bei dem extrem hohen Tempo des Feldes bis zwei Runden vor Schluss war sogar die bisherige Bestzeit von Philipp Ries von 2:22,01 Stunden, aufgestellt 2011, in Gefahr; jeder Fluchtversuch wurde im Keim erstickt. So ging es in geschlossener Formation in die letzte Runde. „Dies wird ein brutaler Sprint“, blickte Organisator Stöffel schon mal auf den Zieleinlauf voraus. Und er sollte Recht behalten. Letztlich aber war Knauer bei der Massenankunft nicht zu schlagen. Gegen den klasse Antritt des Franken hatten die Konkurrenten keine Antwort und mussten sich geschlagen geben.

Aber der Titelverteidiger wusste, wem er diesen Erfolg verdankte. „Das Team ist glänzend für mich gefahren“, bedankte er sich bei seiner Mannschaft. Neben Knauer verfügt Heizomat mit Alexander Grad noch über einen zweiten starken Sprinter. „Doch Alex signalisierte leichte Probleme“, erklärte Knauer. Dies war für Knauer, der vor einer Woche bereits beim Schwarzbräu-Cup in Zusmarshausen triumphiert hatte, das Signal anzugreifen. „Im Moment bringe ich einfach den Druck auf die Pedale.“ Nach 2:22,25 Stunden überquerte er die Ziellinie und verfehlte damit die Bestzeit des Aichacher Klassikers nur um 24 Sekunden. Nun freut er sich auf die kommenden Aufgaben: Bei „Rund um den Henninger Turm“ in Frankfurt kann er sich mit den ganz Großen messen, dann steht die Bayern-Rundfahrt an.

Auch wenn es am Ende nicht ganz reichte, zeigte sich Fabian Danner vom Team Erdgas Schwaben zufrieden mit dem zweiten Rang. „Wegen meines Studiums war dies erst mein zweites Rennen, und es lief sehr gut für mich.“ Gegen die starke Mannschaftsleistung von Heizomat gab es diesmal nichts zu bestellen. „Die haben die letzte Runde dominiert und den Sprint für Knauer perfekt vorbereitet“, fand der 24-Jährige aus Wangen. Der dritte Podestplatz ging nach Österreich, an den Innsbrucker Martin Weiss vom Tirol Cycling Team. „Ich bin sehr zufrieden“, so der 22-Jährige über seine Premiere im Wittelsbacher Land. „Es war ein schönes Rennen mit einer ausgezeichneten Organisation.“

Beste Stimmung an der Rennstrecke herrschte bereits vor dem Auftritt der Eliteklasse. Denn im Wettbewerb der C-Klasse holte sich Lokalmatador Florian Reinbacher den Sieg und schaffte damit den Aufstieg in die B-Klasse. Gemeinsam mit Markus Westhäuser aus Nattheim und Christian Dengler aus Regensburg setzte sich der 29-Jährige vom Radteam 2000 frühzeitig vom Feld ab. Weil das Fluchttrio gut harmonierte, gelang es dem Feld nicht mehr, die Ausreißer zu stellen. „Als wir drei Runden vor Schluss immer noch deutlich vorne lagen, dachte ich erstmals daran, dass es heute klappen könnte“, so der Beamte der Gewerbeaufsicht.

Spätestens als der Zielanstieg in Sicht kam, war es jedoch mit der Zusammenarbeit zwischen dem Trio vorbei, jeder wollte den Erfolg. Welche Taktik legt man dann zurecht? Reinbacher musste lächeln und meinte: „Da gibt es keine Taktik, sondern nur den Gedanken, alles rauszuholen, was die Beine hergeben.“ Nun, Reinbacher konnte sich auf seine Beine an diesem Tag verlassen, seine beiden Mitstreiter sahen beim Finish nur noch den Hinterreifen des Aichachers.

Der enorme Stellenwert, den der Aichacher Frühjahrsklassiker mittlerweile genießt, blieb auch dem Bayerischen Fernsehen nicht verborgen. Moderator Charly Hilpert war wie schon im Vorjahr mit einem Kamerateam anwesend, um zu berichten. „Das ist für uns natürlich eine tolle Sache“, konstatierte Radteam-Präsident Stöffel, der diesen Renntag mit über 400 Startern in den verschiedenen Klassen wieder einmal bestens mit seinem Team organisierte.


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Florenz Knauer präsentiert sich auch 2014 in bestechender Form. Nach seinem Sieg vor Wochenfrist beim Saisonauftakt in Zusmarshausen ist der Franke auch gestern beim Aichacher Frühjahrs-Straßenpreis nicht zu bezwingen und wiederholt mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt seinen Vorjahressieg.



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Großer Triumph für Florian Reinbacher. In der letzten Runde des C-Klassen-Rennens ließ der Lokalmatador seine beiden Mitstreiter um den Sieg stehen, darf sich künftig B-Klassen-Fahrer nennen.



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Wie an einer Perlenschnur gereiht, ziehen die besten Radamateure auf dem Rundkurs um Oberwittelsbach ihre Bahn


Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 06.04.2014 21:46 Uhr



 
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