Handball    

Eine ganz schwere Nummer

Aichach - Vor den BOL-Handballfrauen des TSV Aichach stehen noch 120 Minuten, an deren Ende Meistertitel und Aufstieg stehen könnten, wenn sie die beiden ausstehenden Saisonspiele gegen die TSG Augsburg (Samstag, 17.15 Uhr) und beim TSV Wertingen gewinnen. Noch vier Mal hingegen müssen die Aichacher Männer in dieser Runde ran. Zum vorletzten Heimspiel kommt am Samstag (Anwurf 19.15 Uhr) der Tabellendritte TSV Schwabmünchen in die Sporthalle am Gymnasium.

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Frauen: "Ein Unentschieden", sagt Trainer Martin Fischer, "könnte schon zu viel sein." Denn bei Punktgleichheit müssten die Aichacherinnen am Ende aufgrund des verlorenen Direktvergleichs Schwabmünchen, vorausgesetzt der Zweitplatzierte gestaltet seine beiden Spiele siegreich, den Vortritt lassen. Doch an dieses Szenario denkt im rot-weißen Lager keiner. "Wir sind Erster. Wir wollen jetzt Meister werden und aufsteigen", betont Fischer. Derart deutliche Worte sind für den TSV-Trainer eigentlich ungewöhnlich. Aber diese einmalige Chance, die sich mit dem Sieg vor zwei Wochen im Spitzenspiel über Schwabmünchen aufgetan hat, wollen sich die Aichacherinnen nun nicht mehr nehmen lassen.
Fischer ist auch zuversichtlich, nachdem sein Team am vergangenen Samstag die Aufgabe in Göggingen (29:24) souverän über die Bühne gebracht habe. "Wir haben das Spiel immer kontrolliert", so Fischer. Am Samstag lauert im letzten Heimspiel der Saison mit dem Tabellendritten TSG Augsburg aber noch einmal ein Stolperstein auf die Aichacherinnen. "Die TSG hat auch eine tolle Runde gespielt", merkt Fischer an. Das Konto der Handballerinnen aus dem Augsburger Stadtteil Lechhausen ist nur mit acht Minuspunkten belastet - mit dieser Bilanz sind die TSV-Frauen vor zwei Jahren aufgestiegen. "Das wird noch einmal eine ganz schwere Nummer", erinnert Fischer an den hart erkämpften 26:23-Sieg im Hinspiel. Personell kann Aichach bis auf die Langzeitausfälle (Weiß, Dietrich) und Sevde Seker (Daumenverletzung) aus dem Vollen schöpfen.

Männer: Das Hinspiel in Schwabmünchen war im Nachhinein für Aichach die Trendwende zum Schlechten. Erst riss sich Konstantin Schön früh in der Partie das Kreuzband, dann verloren die Paarstädter auch noch Thomas Bauer mit "Rot", der dafür auch noch gesperrt wurde, und am Ende verlor man trotz eines "heißen Fights" (Trainer Manfred Szierbeck) knapp 26:29. Seit dieser Partie befinden sich die Aichacher in einer Abwärtsspirale, an Schöns Ausfall haben sie inzwischen die ganze Saison zu knabbern. Die sieben bis zehn Tore pro Partie, für die der Rückraumspieler nun einmal gut ist, fehlten seither den Rot-Weißen.
Im Rückspiel fehlt jetzt nicht nur Schön, sondern seit zwei Wochen auch noch Bauer nach einem Trainingsunfall. Und wenn dann wie vergangenen Sonntag in Gundelfingen auch noch der verhinderte Routinier Gregor Triltsch wegbricht und der letzte torgefährliche Rückraumspieler Philipp Dachser nur einmal trifft, dann haben die Aichacher ein großes Problem. "Es ist keiner da, der diese Spieler ersetzen kann", sagt Szierbeck, "nur mit mannschaftlicher Geschlossenheit kommen wir auf 20 Tore." Zu wenig, um in der BOL Spiele zu gewinnen. Angesichts der personellen Knappheit stößt das TSV-Team derzeit an seine Grenzen. Und es wird nicht besser: Manuel Euba, Benedikt Lenz und Sebastian Leopold stehen aufgrund Studiums und Arbeit nicht mehr zur Verfügung, Oliver Huber wird nächste Woche an der Nase operiert und bei Stefan Breitsameter (in Gundelfingen umgeknickt) muss Szierbeck abwarten, ob er auf den Kreisläufer zurückgreifen kann. Zumindest ist Triltsch wieder mit von der Partie.
Die Erfolgsaussichten halten sich somit nicht nur für Samstag in Grenzen. Dennoch will Szierbeck unter allen Umständen in den Partien bei Friedberg 2 und gegen Gersthofen punkten. Denn auch wenn dank günstiger Konstellationen die Abstiegsgefahr längst gebannt ist, so möchte er die Runde auf einem "sportlichen Nichtabstiegsplatz" beenden.
Beenden wird am Samstag Dachser seinen Aichacher Karriereabschnitt. Weil der Linkshänder sich dann in den Urlaub verabschiedet, trägt er gegen Schwabmünchen letztmals das TSV-Trikot. Dachser verlegt seinen Lebensmittelpunkt nach Regensburg, wo seine Freundin lebt. Schon in den zurückliegenden Monaten war der rechte Rückraumspieler nur noch sporadisch bei den Übungsabenden in Aichach. "Und ohne Training geht es eben nicht", sagt Szierbeck. Philipp Dachser spielt gegen Schwabmünchen letztmals für Aichach

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 21.03.2019 23:00 Uhr




 

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