Handball    

Platz vier ist trügerisch

Aichach - Schwabmünchen ist am Samstag das Reiseziel für die beiden BOL-Mannschaften der TSV-Handballer. Anders als bei Aichacher Heimspielen sind dort die Herren im Vorprogramm (Anwurf 18 Uhr), anschließend bestreiten die Frauen als Tabellenführer ihr Spitzenspiel bei den ebenfalls noch verlustpunktfreien Schwabmünchenerinnen (Beginn 20 Uhr).

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Herren: "Das wird eine ganz schwere Aufgabe", sagt Trainer Manfred Szierbeck vor dem Gastspiel beim Tabellenzweiten. Die Schwabmünchener führen gemeinsam mit Landesliga-Absteiger Gundelfingen (je 14:0 Punkte) das Zwölferfeld an. Hatte Szierbeck den Donaustädtern diese Rolle zugetraut, so überrascht ihn das bisherige Abschneiden der Singoldstädter. Denn die mussten einige Monate mit Leo Scholz und Leo Reichenberger, dem Dreh- und Angelpunkt des Schwabmünchener Spiels, auf wichtige Akteure verzichten. "Die beiden Ausfälle haben sie gut kompensiert", sagt Szierbeck. Inzwischen haben beide das Training wieder aufgenommen, gehören gegen Aichach erstmals wieder dem Kader an. So tragen Peter Bürgle und Felix Hänsel nicht mehr die Hauptlast im Schwabmünchener Spiel.
Auf den ersten Blick schaut Platz vier für Aichach (6:6) recht schön aus, doch das Tabellenbild ist sehr trügerisch. Auf einen Abstiegsplatz beträgt der Vorsprung gerade einmal zwei Punkte, dazu haben die Rot-Weißen bis Weihnachten ein recht schweres Programm vor sich. "Wir müssen die Blicke nach hinten werfen, wir dürfen die hinteren Plätze nicht außer Acht lassen", warnt Szierbeck. Der 53-Jährige erteilt dann auch an diejenigen im Umfeld eine klare Absage, die von mehr träumen, für ganz vorne, das lässt sich schon jetzt sagen, wird's für den TSV auch in dieser Saison (wieder einmal) nicht reichen. "Natürlich wäre es gut, wenn wir vorne mitspielen. Aber momentan ist es wichtig, dass wir uns weiterentwickeln", sagt Szierbeck, "es ist aber auch Zeit, dass wir wieder Punkte sammeln."
Leichter gesagt als getan. Auch in Schwabmünchen muss Szierbeck nicht zum ersten Mal in dieser Saison personelle Ausfälle verkraften. Thomas Bauer ist zwar aus dem Urlaub zurück, aber dafür hat sich im Donnerstagtraining Lorenz Hartl verletzt, die Außenbänder im Sprunggelenk des Spielmachers sind angerissen. Christoph Huber, nach dessen Handverletzung sein Comeback in Schwabmünchen avisiert wurde, hat sich krank abgemeldet. "Jetzt haben wir keinen routinemäßigen Mittespieler, auf dieser Position müssen wir improvisieren", so Szierbeck. Die Ausfallliste komplettiert Stefan Breitsameter mit lädierter Schulter.

Frauen: Fünf Spiele haben die Aichacherinnen bislang bestritten - und alle für sich entschieden. Die bisherige Gegnerschaft kam ausschließlich aus der Südhälfte des Klassements, so dass für den Landesliga-Absteiger die Saison eigentlich erst jetzt so richtig beginnt. Und wie. Los geht's mit dem Schlagerspiel beim Tabellenzweiten Schwabmünchen (8:0 Punkte), der wie die Aichacherinnen (10:0) noch eine weiße Weste hat. "Das wird für uns ein erster Gradmesser", betont Aichachs Trainer Martin Fischer.
In diesen Tagen erweist sich Fischers großer Kader als Vorteil. Denn vor dem Hit klagten einige Spielerinnen über "kleinere und mittlere Blessuren" (Fischer): Lina Schrempel (Daumen), Marleen Bscheider, Torhüterin Vildan Acar, Lena Rappel (Grippe) und Annika Weise (mit Verdacht auf Blinddarmentzündung im Krankenhaus) mindestens fraglich. Doch egal. "Wir müssen schauen, dass wir unser Ding ohne größere Tiefphase 60 Minuten durchziehen", sagt Fischer.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 08.03.2019 23:00 Uhr




 

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