Fußball    

Zerplatzte Titelträume abgehakt

Schiltberg/Rehling - Nur ein Sieg trennt den TSV Schiltberg vom Aufstieg, ein Sieg den TSV Rehling vom Klassenerhalt. Nachdem der BCA Oberhausen seine Mannschaft aus der Kreisklasse Augsburg Mitte zurückgezogen hat, ist klar: Der Sieger des Entscheidungsspiels auf dem BCA-Platz in Aichach (Anstoß 18.30 Uhr) ist in der kommenden Spielzeit Kreisklassist. Doch womöglich steht selbst der Verlierer noch nicht mit gänzlich leeren Händen da und erhält eine weitere Chance.


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Auf die Torjägerqualitäten seines Spielertrainers Robin Streit (linkes Bild, weißes Trikot) baut der TSV Schiltberg heute Abend im Entscheidungsspiel gegen den TSV Rehling. Der Kreisklassen-Vorletzte indes muss auf seinen besten Torschützen der abgelaufenen Saison, Frank Widmann (rechtes Bild, rechts), verzichten. Fotos: Manfred Schalk/Josef Abt


Recht unterschiedlich war nach dem letzten Punktspieltag am vergangenen Sonntag die Gemütslage in beiden Lagern. Die Rehlinger retteten sich praktisch durch das 2:2 in Gundelsdorf auf den letzten Drücker gerade noch in die Relegation, während sich nahezu zeitgleich an der Ecknacher Erlenstraße ein aus Schiltberger Sicht mittelschweres Drama abspielte. 1:0 führte der TSV im Meisterschaftsfinale der A-Klasse Aichach bei der Reserve des Bezirksligisten, ehe der VfL mit zwei Toren in der Schlussphase diesem noch den Titel entriss. "Die letzten zehn Minuten waren schon bitter", sagt Schiltbergs Spielertrainer Robin Streit, "natürlich waren wir enttäuscht, dass wir das noch einmal aus der Hand gegeben haben."
Inzwischen, erklärt Streit, sei das Spiel abgehakt. "Wir sind für Rehling bereit und werden mit breiter Brust auftreten", betont der 26-Jährige, der in der so eben zu Ende gegangenen Runde der A-Klasse Aichach sage und schreibe 51 Saisontore erzielte. Natürlich weiß man auch in Rehling um Streits Torjägerqualitäten. "Aber das ist ja nicht nur Robin Streit allein, der TSV Schiltberg hat einen tollen Kader", sagt Rehlings Abteilungsleiter Manuel Rauscher, "denn da sind ja auch noch Kevin Streit, René Hamann und Roman Redl." Letzterer, der zur neuen Saison wieder nach Gerolsbach zurückkehrt, hat es in dieser Spielzeit auf sehr beachtliche 20 Saisontreffer gebracht. Beim Saisonfinale in Ecknach wurde Redl übrigens erst nach einer Stunde eingewechselt. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", erklärt Robin Streit, "er war leicht angeschlagen und wir wollten bei ihm nichts riskieren."
Es gibt bestimmt nicht wenige Experten, die den Schiltbergern heute die größeren Chancen einräumen. "Aber", hält Robin Streit entgegen, "Relegationsspiele sind immer etwas anderes. In diesen entscheiden oftmals nur Kleinigkeiten." Genau darauf werden die Rehlinger bauen, auch wenn Rauscher einräumt, dass schon ein besonders guter Tag vonnöten wäre. "Schiltberg ist alles andere als einfach", sagt der Rehlinger Fußball-Chef, "aber wir sind immer noch der klassenhöhere Verein."
Dass die Rehlinger in dieser Saison derart in die Bredouille gerieten, sei vor allem den Negativserien in der Herbst- (acht sieglose Spiele, zwei Punkte) und zu Beginn der Frühjahrsrunde (sechs sieglose Spiele, zwei Punkte) geschuldet gewesen, erklärt Rauscher. Aus den letzten sechs Partien holten die Rehlinger immerhin zehn Punkte, die auch dringend nötig waren, um nicht direkt abzusteigen. Gerade nach dem 2:10-Heimdebakel gegen Bachern Anfang Mai zeigte die Formkurve aufsteigende Tendenz. "Den Schwung müssen wir mitnehmen", fordert Rauscher. Allerdings muss Rehling heute ohne Routinier Thomas Schmid, Michael Sturm sowie Frank Widmann, mit neun Treffern bester Torschütze dieser Saison, auskommen. "Ihre Ausfälle tun uns sehr weh", betont Rauscher. Rehlings Abwehr bekommt es mit dem Schiltberger 70-Tore-Sturmduo zu tun

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 02.06.2022 22:50 Uhr