Fußball    

Ein Wechsel, der hohe Wellen schlägt

Pipinsried - Der designierte Regionalligist FC Pipinsried steht im Sommer vor einem personellen Umbruch. Der sportliche Leiter des Dorfklubs, Tarik Sarisakal, hat die keineswegs einfache Aufgabe, die Abgänge von Stammkräften wie Steffen Krautschneider (zum TSV Landsberg), Christoph Rech, Maximilian Zischler (beide zum SV Donaustauf), Daniel Leugner (zum TSV 1865 Dachau) oder Stephan Thee (Ziel unbekannt) einigermaßen adäquat zu ersetzen. Auf der Suche nach Neuzugängen, die das Anforderungsprofil für die Viertklassigkeit erfüllen, wird der FCP vor allem im Altmühltal fündig.


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Sind künftig Teamkollegen: Alexander Langen (blaues Trikot) und Dominik Schröder (rechts), Neuzugang vom FC Ingolstadt 2. Die Szene ereignete sich beim FCP-Freundschaftsspiel im Juni 2019, als Schröder noch für den VfR Neuburg spielte. Foto: Siegfried Kerpf


Mit Rückkehrer Atdhedon Lushi und Lucas Schraufstetter konnten die Pipinsrieder schon einmal zwei Akteure vom künftigen Ligakonkurrenten VfB Eichstätt loseisen, die über reichlich Regionalliga-Erfahrung verfügen. Und die beiden sollen beileibe nicht die einzigen Eichstätter Akteure sein, die künftig im Dachauer Hinterland spielen wollen oder werden. Jakob Zitzelsberger soll ebenfalls auf der Pipinsrieder Wunschliste stehen. VfB-Trainer Markus Mattes geht davon aus, dass der 24-jährige Linksverteidiger, der in Regensburg lebt, nächste Saison nicht mehr den grünen Dress tragen wird: "Für ihn ist der Aufwand, in Eichstätt Regionalliga zu spielen, zu groß." Vielleicht ist ein bevorstehender Wechsel Zitzelsbergers auch der Grund, warum der FCP den Vertrag mit dem Linksfuß Timon Kuko, der gerade einen Kreuzbandriss auskuriert, nicht verlängert. "Er ist in unserer Planung nicht mehr vorgesehen", sagt Sarisakal.
Mehr Zündstoff birgt hingegen eine andere Personalie: Nach Informationen des Internetportals Fupa wechselt neben Lushi und Schraufstetter auch Dominik Wolfsteiner nach Pipinsried. Der 27-jährige Abwehrspieler, der es in der Regionalliga bislang auf 100 Einsätze für Ingolstadt 2 und Eichstätt brachte, hat beim FCP einen Vertrag bis 30. Juni 2022 unterzeichnet. Der Haken an der Geschichte: Wolfsteiner hat nach Eichstätter Darstellung erst im März auch beim VfB ein Papier für die kommende Spielzeit unterschrieben. Nicht kommuniziert wird hingegen, welche Art von Vertrag Wolfsteiner unterschrieben hat. Beim BFV ist jedenfalls ab 1. Juli 2021 nur der Kontrakt mit dem FCP angezeigt. Auf seiner vereinseigenen Homepage äußert der VfB "Erstaunen und Verwunderung" über Wolfsteiners Entscheidung. Der Verein spricht auch von "einer Farce", nachdem der Kicker vor gerade einmal einem Monat seine Zusage für Eichstätt damit begründet hatte, dass er sich dort wohl fühle und beim VfB einfach alles passe. Dementsprechend fällt in den sozialen Netzwerken auch die Reaktion der grün-weißen Fans über Wolfsteiner aus.
Sarisakal ist indes bemüht, die Schärfe aus diesem Wechsel, den er nicht kommentieren wollte, zu nehmen: "Zu allem, was Eichstätt betrifft, werde ich kein Statement abgeben." Diese Abmachung hat Sarisakal mit seinem Eichstätter Amtskollegen Hans Benz getroffen. "Wir wollen mit Eichstätt keine Dissonanzen oder gar böses Blut haben, sondern respektvoll miteinander umgehen", betont der FCP-Fußballchef.
Gesprächiger zeigt sich Sarisakal indes bei einer anderen Personalie: Gestern Vormittag vermeldete der FCP via Pressemitteilung Dominik Schröder als nächsten Neuzugang. Der 22-jährige Mittelfeldspieler wechselt vom Ligakonkurrenten FC Ingolstadt 2 ins Dachauer Hinterland. Der beim FCI ausgebildete Schröder hat in seiner Vita drei Regionalligaeinsätze für die Zweitvertretung des Drittligisten zu Buche stehen. Vor seiner Rückkehr nach Ingolstadt spielte er zwei Spielzeiten für den Landesligisten VfR Neuburg. "Dominik Schröder ist ein Typ Spieler, der aufgrund seiner laufintensiven Spielweise unser Mittelfeld bereichern wird. Seine Galligkeit und sein unbändiger Wille waren die ausschlaggebenden Vorzüge, warum ihn unser Trainer unbedingt haben wollte", schildert Sarisakal.
FCP holt Reichlmayr-Bezwinger Gashi aus Ulm
Die Planungen beim FCP sind indes noch längst nicht abgeschlossen. Wie es mit Pablo Pigl (20 Saisontreffer) weitergeht, könnte sich bald entscheiden. Der Verein will seinen Stürmer gerne halten. "Er hat ein Angebot von uns erhalten", sagt Sariskal.
Derweil soll der Dorfklub nach Informationen unserer Redaktion einen dicken Fisch an Land gezogen haben: Albano Gashi. Der 26-jährige Mittelfeldspieler steht derzeit noch beim Südwest-Regionalligisten SSV Ulm 1846 unter Vertrag. Für Ingolstadt 2 und Ulm bestritt Gashi insgesamt 157 Regionalliga-Spiele in den Staffeln Bayern und Südwest. Auch in Pipinsried dürfte der Fußballer mit kosovarischen Wurzeln noch bestens bekannt sein. Beim FCI-Gastspiel an der Reichertshausener Straße am 28. Oktober 2017 düpierte Gashi den damaligen FCP-Keeper Thomas Reichlmayr direkt vom Anstoßpunkt aus mit dem 1:1-Ausgleichstreffer (Endstand 2:5), nachdem Pipinsried unmittelbar zuvor in Führung gegangen war.

Von Herbert Walther



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Veröffentlicht am 20.04.2021 08:30 Uhr