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SSV-Alsmoos-Petersdorf gegen TSV Dasing: Das Duell der Kreisliga-Scharfschützen

Aichach - Treffen sich zwei Torjäger. . . Keine Sorge, es folgt kein flacher Witz. Zumal der Ausgang dieser Begegnung noch völlig offen ist. Die Zusammenkunft ist für Sonntag in Petersdorf angesetzt. Die Ballermänner duellieren sich jedoch nicht, wenn die Turmuhr zwölf schlägt auf der Hauptstraße, sondern verkehrsschonender um 15 Uhr auf dem Fußballplatz. Geschossen wird selbstredend mit Bällen und nicht mit Kugeln, doch das können Mathias Benesch und Gabriel Ögünc nicht minder scharf. Sie sind zweifelsohne zwei der gefährlichsten Männer der Kreisliga Ost.


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Bereiten ihren Gegenspielern Kopfschmerzen: Gabriel Ögünc vom TSV Dasing (links) und Mathias Benesch vom SSV Alsmoos-Petersdorf. Am Sonntag treffen sie mit ihren Mannschaften aufeinander. Fotos: Reini Rummel/Siegfried Kerpf


Auf dem Steckbrief von Mathias Benesch sind elf Tore in sechs Spielen notiert. Fast so viele, wie in den zurückliegenden beiden Saisons zusammengerechnet (12). "Er weiß, wie er seinen linken Fuß einsetzen muss", sagt sein Spielertrainer Björn Wohlrab über die wichtigste Waffe des Mittelfeldspielers. Warum die erst jetzt so richtig einschlägt? "In der Vergangenheit hat Matze eher auf der Sechs gespielt. Wir haben ihn weiter nach vorne gezogen", erläutert Wohlrab. Beneschs Jagdrevier ist nun das linke offensive Halbfeld im Petersdorfer 4-3-3. "Mit seiner Schussqualität ist es aber egal, wo er steht", umschreibt sein Trainer: Der Toptorschütze der Liga kann den Gegner aus jeder Lage erwischen.
Doch Benesch ist keineswegs ein schießwütiger Alleingänger. "Er hat auch immer das Auge für den Mitspieler", sagt sein Trainer. Vier gelistete Torvorlagen beweisen das. Und noch eine Eigenschaft schätzt Wohlrab an seinem Torgarant, den er in vielen Einzelgesprächen auf die neue Saison eingeschworen hat: "Er gibt immer 100 Prozent. Denn er will immer gewinnen."
Das gelang Benesch und seiner Bande zuletzt zweimal nacheinander. Beim 7:1 gegen Untermaxfeld schlug der Kapitän gleich fünfmal zu. Doch allein daran will Wohlrab das nicht festmachen. "Ich kann gerade über meine Nummer eins bis 14 nur Positives sagen", schwärmt der 34-Jährige über sein Ensemble und nennt beispielhaft den eigentlich als Goalgetter erwarteten Ausnahmekönner Stefan Simonovic: "Er stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft."
Mit Dasing komme ein Kontrahent nach Petersdorf, der "sicher auswärts mal was holen will", sagt Wohlrab. Denn bislang fühlte sich der TSV auf fremden Plätzen in etwa so wohl wie ein Cowboy zu Pferd auf der A 8. Während die Mannschaft von Trainer Jürgen Schmid sämtliche drei Heimauftritte gewann und zuletzt gar dem SC Griesbeckerzell das Fürchten lehrte (2:1), ging sie auswärts drei Mal leer aus. Der SSV-Übungsleiter erwartet dennoch einen sehr guten und sehr kompakten Gegner, der schnell umschalten kann.
"Vor allem wenn sie Gabriel Ögünc ins Spiel bringen. Der hat ein richtig gutes Tempo", sagt Wohlrab. Die Rückholaktion des 24-jährigen Eigengewächses, das vier Spielzeiten für Mesopotamien Augsburg auflief, sei "ein richtig guter Transfer gewesen", findet der einstige Ecknacher. Denn Ögünc ist 1,70 Meter pure Torgefahr - mit einem feinen rechten Fuß. Sechs Tore, ein Assist sind eine starke Ausbeute. Zwei Treffer landete er am Sonntag beim Dasinger Überraschungserfolg gegen Zell.
Dasings Trainer Schmid nennt erst einmal zwei Eigenschaften, die man bei der Charakterisierung eines Stürmers nicht zwingend erwartet: "Er ist zweikampfstark und in seiner Art sehr giftig." Davon zeugen nicht zuletzt fünf gelbe Karten. Er habe eben eine "extreme Willenskraft", sagt Schmid: "Von der lebt die ganze Mannschaft." Er sei zudem "stark im Eins-gegen-eins und agiert sehr tororientiert."
Gewaltig aufpassen muss seine Elf, das ist Wohlrab bewusst. Gleichzeitig lässt er das Selbstvertrauen aufblitzen, das derzeit den SSV umgibt: "Die Dasinger wissen auch, wo sie spielen. Es gibt sicher leichtere Aufgaben, als das Spiel bei uns." Schmid bestätigt: "Wir spielen beim baldigen Tabellenführer."
Ob das schon am Sonntag der Fall sein wird, hängt auch vom Duell der beiden Torjäger ab. Sonntag, 15 Uhr, auf dem Fußballplatz in Petersdorf.


Die weiteren Spiele: Schlusslicht gegen Primus heißt es bei Burgheim gegen Langenmosen. DJK-Trainer Stefan Kellner bezeichnet die Tabellenführung seiner Mannschaft als "schöne Momentaufnahme". Nach sechs absolvierten Partien sei das Klassement aber seiner Meinung nach noch nicht aussagekräftig genug. "Erst nach zehn bis 15 Spieltagen weiß man, wo die Reise hingeht." Zunächst führt sie über Burgheim. "Wir denken nicht an Erster beim Letzten. Das interessiert uns überhaupt nicht", betont Kellner. "Wir wollen an unsere guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen und den Sieg. Alles andere wäre eine Enttäuschung."

Wie der TSV Dasing findet sich auch der BC Aichach auswärts nicht zurecht. Einen Punkt gab's beim torlosen Auftakt in Rain, in Griesbeckerzell (0:5) und Rinnenthal (1:3) setzte es Niederlagen. Am Sonntag gastiert der BCA beim TSV Firnhaberau. Die Augsburger waren zwar nach dem dritten Spieltag noch Tabellenführer, rutschten jedoch nach zuletzt drei Pleiten in Folge ab. Den genau umgekehrten Weg ging der BC Aresing: Nach drei Auftaktniederlagen reihte der Aufsteiger drei Siege aneinander. Jetzt empfängt er den SC Griesbeckerzell - und der steht bereits unter Druck, beendete er doch die vergangenen beiden Spieltage punktlos. Der BC Adelzhausen hat derweil die seit vier Spielen sieglose TSG Untermaxfeld zu Gast. mit hra

Von David Libossek



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Veröffentlicht am 03.09.2021 10:27 Uhr