Fußball    

Pipinsrieder Achse bröckelt

Pipinsried/Donaustauf - "Es wird Veränderungen in unserem Kader geben", sagt Tarik Sarisakal, Sportlicher Leiter des FC Pipinsried. Auch wenn die aktuell unterbrochene Spielzeit 2019/21 sportlich noch längst nicht abgewickelt ist, laufen die Planungen an der Reichertshausener Straße schon Richtung neuer Saison, in der die Gelb-Blauen mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit wieder in der Regionalliga spielen werden. Bei einem Re-Start im Frühjahr benötigt der souveräne Spitzenreiter der Bayernliga Süd theoretisch nur noch fünf Punkte, um die Meisterschaft endgültig eintüten zu können. Sollte es mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den nächsten Wochen doch nichts mehr werden, dann würden die Pipinsrieder über die Quotientenregelung aufsteigen.


leugner_1
Drei wichtige Akteure werden wohl den FC Pipinsried im Sommer verlassen: Maximilian Zischler (mittleres Foto) und Christoph Rech (linkes Foto) schließen sich dem Süd-Bayernligisten SV Donaustauf an. Auch der Wechsel von Daniel Leugner (rechtes Foto) zum TSV Dachau 1865 soll bereits fix sein. Fotos: Horst Kramer


Den Weg in die Viertklassigkeit wird im kommenden Sommer Maximilian Zischler nicht mehr mitmachen. Der 31-jährige Mittelfeldspieler verabschiedet sich nach dieser Runde zum aktuellen Ligakonkurrenten SV Donaustauf. Eine Personalie, die für Sarisakal keineswegs überraschend kommt: "In den Gesprächen mit ihm kommunizierte er, dass seine sportliche Zukunft nicht mehr in Pipinsried liegen werde." Bei den Oberpfälzern soll Zischler künftig die Leader-Rolle übernehmen. "Max ist eine wahnsinnige Führungspersönlichkeit und ein absoluter Mentalitätsspieler, an dem sich die Mannschaft orientieren kann. Er wird uns richtig gut tun", freut sich Michael Fischer, der beim Bayernligisten gemeinsam mit Matthias Klemens die Geschäftsführung bildet, über den gelungenen Transfer.
Der Donaustaufer Funktionär ist übrigens in der Aichacher Fußball-Region noch bestens bekannt. Etwas mehr als ein Jahr, von Juli 2010 bis Anfang August 2011, spielte Michael Fischer für den damaligen Bayernligisten TSV Aindling. Vor und nach seinem Engagement spielte der heute 30-jährige Sohn des ehemaligen Aindlinger Mittelfeldspielers Herbert Fischer viele Jahre für den TSV Schwabmünchen, ehe es ihn 2013 in die Oberpfalz verschlug, über die Stationen Tegernheim und Ammerthal landete er vor knapp zwei Jahren in Donaustauf.
Die Fußballer aus der Marktgemeinde im Landkreis Regensburg, die aktuell als Tabellendreizehnter einen Punkt und einen Platz vor den Relegationsrängen liegen, planen in der nächsten Saison offensichtlich Großes. "Wir wollen schon Gas geben", verrät Fischer. Denn Zischler soll beileibe nicht der einzige Neuzugang bleiben, weitere Akteure mit höherklassiger Erfahrung wird es im kommenden Sommer an die Donau ziehen.
Und Zischler wird nicht der einzige Spieler sein, der das gelb-blaue Trikot des Dorfklubs mit dem rot-schwarz-gestreiften Donaustaufer Dress tauschen wird. Nach Informationen der Aichacher Zeitung wechselt auch Christoph Rech zum SVD. Der Weggang des 27-jährigen Abwehrchefs reißt natürlich eine riesige Lücke in den Pipinsrieder Defensivverbund. Donaustauf scheint wohl eine kleine gelb-blaue Filiale zu werden, nachdem vor wenigen Wochen schon der ehemalige FCP-Stürmer Kenan Muslimovic über die Zwischenstation Plovdiv in Bulgarien nun vor den Toren Regensburgs gelandet ist.
"Es wird weitere Abgänge geben", kündigt Sarisakal an, ohne dass er die von Rech und anderen Spielern bestätigen wollte. Schon seit vergangenem Sommer, als Daniel Leugner als Trainer der U 13 des TSV Dachau 1865 vorgestellt wurde, hält sich hartnäckig das Gerücht, dass auch der technisch sehr versierte Offensivspieler alsbald für den Liga- und Landkreiskonkurrenten spielen wird. Inzwischen soll der Transfer des 25-Jährigen in die Große Kreisstadt fix sein. Bei den Gesprächen mit jenen Spielern, deren Verträge am 30. Juni dieses Jahres enden, muss Sarisakal nun verstärkt sein Augenmerk auf jene Akteure richten (Krautschneider, Jelisic, Pigl, Thee), die aus der Pipinsrieder Achse jetzt noch übrig geblieben sind.
Am Dienstag, 23. März, plant der FC Pipinsried die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs für die noch ausstehenden acht Punktspiele im kommenden Frühjahr. Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern in der vergangenen Woche ist ab 22. März Kontaktsport im Freien wieder erlaubt, sofern die Inzidenz unter 100 liegt. Gestern lag der Sieben-Tages-Wert im Landkreis Dachau bei 40,0 (Quelle Robert-Koch-Institut).

Von Herbert Walther


Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.


Veröffentlicht am 09.03.2021 10:37 Uhr