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Alexander Eiban: Das ist der neue Torhüter des FC Pipinsried

Pipinsried - Kurz vor dem Jahreswechsel stellte Steffen Krautschneider für das Internet-Fußballportal FuPa eine fiktive Mannschaft zusammen. Seine persönliche Top-Elf, bestehend aus ehemaligen wie aktuellen Mitspielern. In sein 4-3-3-System beorderte der Außenstürmer des FC Pipinsried zahlreiche bekannte Namen wie Amar Cekic, Christoph Rech, Muriz Salemovic oder den Schweinfurter Adam Jabiri. Ins Tor stellte Krautschneider hingegen einen vereinslosen Schlussmann. Wobei man sich durchaus fragte, warum dieser Torwart ohne Klub ist, wenn man las, wie Krautschneider dessen Nominierung begründete: "Eibi ist ein brutal konstanter Torwart, der kaum Fehler gemacht hat", schreibt der Topscorer des Bayernliga-Tabellenführers und attestiert dem Keeper Verlässlichkeit sowie die Ballbehandlung eines Zehners. "Wenn er 20 bis 30 Zentimeter größer wäre", bilanziert der 29-Jährige, "würde er wahrscheinlich Bundesliga spielen."


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Keine allzu guten Erinnerungen dürfte Alexander Eiban an seinen letzten Besuch in Pipinsried haben. Mit dem 1. FC Schweinfurt unterlag er im Regionalligaspiel am 27. Oktober 2018 Kasim Rabihic und Co. mit 0:5. Foto: Horst Kramer


So aber kicken Krautschneider und der immerhin 1,83 Meter große "Eibi", der mit vollem Namen Alexander Eiban heißt, bald wieder zusammen in einer echten Mannschaft. Nämlich in der des FC Pipinsried. Gestern gab der Dorfklub bekannt, dass er sich mit Eiban auf eine Zusammenarbeit geeinigt hat und bezeichnete die Verpflichtung gar als "einen Glücksfall für den Verein". Dieses Urteil fußt einerseits auf der Vita des 26-Jährigen, der 162 Spiele in der Regionalliga für Wacker Burghausen und Schweinfurt absolviert hat sowie zehn weitere für die Sportfreunde Lotte in der Weststaffel. Für Wacker lief er dreimal in der 3. Liga auf, spielte mit der U 19 und der U 17 des FC Bayern in der Junioren-Bundesliga. Zum anderen sind es die Umstände, unter denen sich der FCP einen, wie Tarik Sarisakal sagt, "so hochwertigen Torwart" angeln konnte - während des Wintertransferfensters inmitten der Corona-Pandemie.
Sarisakal, der Sportliche Leiter des Klubs, ist dementsprechend "mehr als zufrieden" mit dem Ersatz für Tim Oberwahrenbrock, der kurzfristig aus privaten Gründen in seine Heimat Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt ist. Ende Dezember hatte der Torwart den Verein um die Freigabe gebeten, kurz darauf führte Sarisakal Gespräche mit potenziellen Neuen.
Mit Eiban seien es gleich mehrere gewesen. Als "ganz feinen Kerl" habe er den späteren Neuzugang dabei kennengelernt, schwärmt der FCP-Kaderplaner vom Torhüter, der eine schwere Zeit hinter sich hat: Sein letztes Pflichtspiel datiert vom 19. Oktober 2019, Lotte gegen Fortuna Köln. Dann zog sich Eiban eine hartnäckige Viruserkrankung zu und fiel monatelang aus. "Er hat schlussendlich seinen Vertrag in Lotte aufgelöst", berichtet Sarisakal, "und ist zurück in seine Heimat München gekommen, auch weil er sich beruflich umorientiert hat. Sportlich hat sich für ihn nicht das Richtige ergeben. Zumal er selbst nicht sicher war, inwieweit er im Fußballbusiness bleiben möchte."
Offenbar konnten ihm die Verantwortlichen des FCP einen passenden Weg aufzeigen. Der Torhüter selbst beschreibt die Unterhaltungen in der Pressemeldung seines neuen sportlichen Arbeitgebers als offen und ehrlich und nennt den Hauptgrund für seine Unterschrift: "Ich möchte wieder Spaß am Fußball haben." Das liegt mutmaßlich vor allem daran, dass "viele ehemalige Kollegen in der Mannschaft spielen. Zu einigen pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis", wie Eiban in der Meldung weiter zitiert wird. Dazu zählt neben Krautschneider oder Nikola Jelisic, mit denen er gemeinsam für Schweinfurt spielte, allen voran sein Kumpel Benjamin Kauffmann, den er aus Burghausener Zeiten kennt.
"Benni darf inoffiziell als Berater von Alex Eiban bezeichnet werden", hebt Sarisakal lachend die tragende Rolle hervor, die der Mittelfeldspieler beim Einfädeln des Engagements einnahm, das zunächst bis zum Ende der laufenden Spielzeit begrenzt ist. "Es war der Wunsch von Alex, damit er den Verein erst einmal kennenlernen kann", begründet der Sportliche Leiter. Bislang scheint sein Eindruck ganz gut zu sein: "Die Qualität der Mannschaft ist hoch, daher fiel mir die Entscheidung für den FC Pipinsried leicht." Zumal der neue Torhüter die Güte des Kaders definitiv anhebt. Das wird Krautschneider zweifelsohne genauso sehen. Dass er Eiban in seine Top-Elf berief, sei übrigens reiner Zufall gewesen, versichert Sarisakal: "Ich hatte zu dem Zeitpunkt zwar schon Kontakt mit Alex, aber Steffen wusste davon noch nichts. Als ich seine Aufstellung gesehen habe, musste ich tatsächlich sehr schmunzeln." Die Dauer des Engagements ist zunächst stark begrenzt

Von David Libossek

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Alexander Eiban. Foto: FCP



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Veröffentlicht am 20.01.2021 17:08 Uhr