Fußball    

Irritationen über Eröffnungsspiel

Aindling - VfR Neuburg gegen TSV Aindling, Landesliga-Absteiger gegen Bezirksliga-Vizemeister - diese Paarung wäre doch für ein Eröffnungsspiel wie geschaffen. So dachte es sich der Verein für Rasenspiele, nachdem er sich für die Auftaktpartie zur neuen Saison in der Bezirksliga Nord beworben hatte. Und auch die Verbandsfunktionäre des Fußballbezirks Schwaben hielten das für eine gute Idee, in dem sie diese Begegnung gleich für Freitag, 22. Juli, terminierten. In Aindling hat das jedoch gestern Vormittag für reichlich Irritationen gesorgt, als TSV-Fußballchef Josef Kigle erstmals davon gehört hatte. "Das war eine Entscheidung über unsere Köpfe hinweg", sagt er.


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Im schlimmsten Fall fällt Philipp Baier (links) gar für den Rest des Kalenderjahres aus. Der Aindlinger Innenverteidiger muss Mitte Juli an der Schulter operiert werden. Foto: Siegfried Kerpf


"Mit uns hat darüber im Vorfeld niemand gesprochen und wir haben auch keine Zustimmung gegeben", fuhr Kigle weiter fort. Denn nachdem der 22. Juli ein Wochentag ist, müsste der Gegner, in diesem Fall eben der TSV Aindling, zustimmen. "Wir haben auch schon einige Eröffnungsspiele ausgerichtet und haben unseren Wunschgegner zuvor immer kontaktiert", erklärt der 67-Jährige das normal übliche Prozedere. Wie Kigle nach einem Telefonat gestern mit dem neuen Bezirks-Spielleiter Matthias Hennicke (Immenstadt) erfahren hatte, sei man an der Donau wohl davon ausgegangen, dass die Aindlinger keinerlei Einwände hätten. Haben sie aber. Wie Kigle gestern Nachmittag erklärte, wird er im Laufe der Woche zunächst Rücksprache mit Trainer Christian Adrianowytsch und der Mannschaft halten, ob der Termin ihnen überhaupt zupass käme. Andernfalls werde der TSV Aindling Einspruch gegen die Ansetzung einlegen, kündigt Kigle an.
Nicht nur dieses Thema wird Kigle beim Trainingsauftakt übermorgen, am Donnerstag, anschneiden. Im Rückblick wird der Eisingersdorfer noch einmal kurz die Relegation streifen, den Spielern noch einmal mitteilen, dass man so wie in den beiden Partien gegen den ASV Dachau (0:3, 0:5) nicht mehr auftreten könne. Und dann soll's auch aus seiner Sicht mit der alten Saison endgültig gewesen sein. Denn die neue Spielzeit, ist Kigle überzeugt, werde wieder genauso schwierig werden. Mit konkreten Saisonzielen hält er sich zwar zurück, aber dass die Rot-Weißen nicht schlechter abschneiden wollen als in der vergangenen Runde bedeutet nichts anderes, als dass sie wiederum um den Landesliga-Aufstieg mitmischen wollen.
"Dafür", betont Kigle, "müssen wir gleich vom ersten Spieltag an couragierter auftreten." Für seinen Geschmack sei die Mannschaft oftmals zu zögerlich und vorsichtig die Spiele angegangen. Vor allem in Heimspielen erwartet er ein ganz anderes Auftreten und künftig auch keine unnötigen Punktverluste mehr wie in der vergangenen Saison. "Die waren sicherlich auch ein Grund dafür, dass wir nicht aufgestiegen sind", erklärt Kigle, "und wir müssen gleich von Beginn an bei der Musik dabei sein." Denn ob ein zweites Mal eine derartige Aufholjagd gelinge wie in der vergangenen Saison (16 Partien hintereinander ohne Niederlage) schaffte man nicht jedes Jahr, gibt Kigle zu bedenken.
Mit der Auswahl der sieben Neuzugänge ist man am Lechrain zufrieden ("Ich glaube, dass wir gute Leute geholt haben"/Kigle). Mit Markus Gärtner (zuletzt Meitingen) wurde ein Mittelstürmer geholt, der seine Torjägerqualitäten hinreichend bewiesen hat. Aber auch Aykut Atay (Ecknach), Eric Adam (Mertingen), David Burghart (Hollenbach) und Florian Kronthaler (Affing) haben sich in der Bezirksliga bewährt. Komplettiert wird das Septett von Torhüter Luca Berger (Pöttmes) und Florian Bobinger (Alsmoos-Petersdorf).
Bauchschmerzen bereiten Kigle da schon eher die Ausfälle zu Beginn der neuen Saison. Gabriel Merane, der insbesondere in den beiden Begegnungen gegen den ASV Dachau schmerzlich vermisste wurde, wird nach seinem Syndesmosebandanriss frühestens Mitte August wieder einsatzfähig sein. Philipp Baier muss sich Mitte Juli einer Schulteroperation unterziehen. Wie lange der Innenverteidiger ausfällt, hängt von der Schwere der Verletzung ab. "Wenn nur etwas geglättet werden muss, fehlt er uns vier Wochen, wenn es etwas Größeres ist dann bis Jahresende", sagt Kigle. Und bei Fatlum Talla weiß der Fußballchef erst beim Trainingsauftakt, ob und wie er seine Sprunggelenksprobleme überwunden hat. Und nicht zu vergessen sind auch die drei Abgänge, deren sportliche Heimat über viele Jahre das Schüsselhauser Kreuz war: Simon Knauer (Spielertrainer DJK Stotzard), Kapitän Patrick Modes (Karriereende) und Lukas Wiedholz (Ecknach). "Die drei tun uns schon weh", so Kigle.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 20.06.2022 16:38 Uhr