Fußball    

Im Doppelpack nach Ecknach

Ecknach/Aichach - Der VfL Ecknach, aktuell Tabellenzweiter der Bezirksliga Nord, bastelt weiter an seinem Kader für die Saison 2022/23. Nach Angreifer Fabian Ostermaier, der vom A-Klassisten Wanderfreunde Klingen an die Erlenstraße wechselt (wir berichteten), ist dem VfL nun ein Transfercoup gelungen: Die Brüder Tobias und Marcus Wehren verlassen nach dieser Runde den BC Aichach. Sie werden auch weiterhin ein blaues Trikot tragen, jedoch nicht mehr das des Ballspiel-Clubs, sondern jenes des VfL Ecknach.


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Die Trikotfarbe bleibt auch in der nächsten Saison dieselbe: Marcus (links) und Tobias Wehren wechseln im Sommer im Doppelpack vom Kreisligisten BC Aichach zum aktuellen Bezirksliga-Zweiten VfL Ecknach. Foto: ng


"Ich wollte einfach eine neue Herausforderung und in der Bezirksliga spielen", nennt Marcus Wehren die Gründe für seinen Wechsel in den Aichacher Ortsteil. Wehrens Entscheidung nach einem neuen sportlichen Anreiz ist nachvollziehbar. Denn der heute 24-Jährige spielt nun schon seit fünf Jahren für den BCA, kam seinerzeit im Januar 2017 vom FC Stätzling in die Paarstadt. Zweieinhalb Jahre folgte ihm sein zwei Jahre älterer Bruder Tobias, der im Sommer 2019 von Stätzling nach Aichach wechselte.
"Es war auch klar, dass wir beide im Doppelpack wechseln werden", erzählt Marcus Wehren, der aber nicht die treibende Kraft für den Wechsel nach Ecknach war. Vielmehr war's eine gemeinsam gefällte Entscheidung der beiden Brüder nach der finalen Gesprächsrunde mit den VfL-Verantwortlichen. Und letztendlich sei dann auch Ecknach die "logische Adresse" (Marcus Wehren) gewesen. "Dort ist das Umfeld sehr gut", betont der Angreifer. Außerdem ist Marcus Wehren erst vor kurzem nach Ecknach gezogen, während Tobias Wehren in Aichach lebt.
Um die Wehren-Brüder, die aus Haunswies stammen, hat sich VfL-Fußballchef Jochen Selig schon länger bemüht: "Mit beiden stehe ich bereits seit über einem Jahr in Kontakt, vor Jahresfrist hatten sie sich aber dazu entschieden, in Aichach zu bleiben." Vor wenigen Wochen haben die Ecknacher ihre Bemühungen wieder intensiviert, vor allem die künftigen Spielertrainer Michael Eibel und Angelo Jakob, die schon den Ostermaier-Transfer eingefädelt haben, waren auch am Wehren-Deal maßgeblich beteiligt.
Fußballerisch wurden Tobias und Marcus Wehren beim FC Stätzling ausgebildet, der für seine seit vielen Jahren gute Nachwuchsarbeit bekannt ist. Tobias Wehren gilt als variabler und technisch versierter Spieler für die Außenbahn, der sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbar ist. Vor seinem Wechsel zum Ballspiel-Club konnte er in Stätzling auch Erfahrungen in der Landesliga Südwest sammeln (41 Einsätze). Marcus Wehren bezeichnet Selig als einen der "interessantesten Angreifer in der Region", der in den vergangenen Jahren beim BC Aichach seine Treffsicherheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat (81 Punktspieltore in der Kreisliga Ost). Seine Torvorlagen sprechen zudem dafür, dass er auch einen Blick für seine Teamkollegen hat.
"Beide haben das beste Fußballeralter noch vor sich und sind gute Typen, die sehr gut zu uns passen werden. Das Gesamtpaket ist einfach brutal gut, von daher war es fast schon ein Muss, diesen Transfer mit Nachdruck zu verfolgen. Dass wir diesen realisieren konnten, ist eine Riesengeschichte für uns. Wir freuen uns unheimlich auf die beiden", wird Selig in einer Pressemitteilung des VfL zitiert. Ein paar Straßenzüge weiter nördlich sieht man das naturgemäß etwas anders. "Wir hatten schon gehofft, dass sie bei uns bleiben", sagt Manfred Braun, der sportliche Leiter des BC Aichach, "sie waren Stützen unserer Mannschaft."
Marcus Wehren räumt auch ein, dass es keine "einfache Entscheidung" gewesen sei, seine jetzige Mannschaft zu verlassen. Zu einigen Teamkollegen gibt es seit vielen Jahren Freundschaften. Marcus Wehren kennt viele schon aus seiner Schulzeit ("Seit der 5. Klasse") und seiner Zeit in den verschiedenen Stätzlinger Nachwuchsteams. Dass der Abgang der beiden Wehren-Brüder nun einen Dominoeffekt beim Kreisligisten auslöst, glaubt Braun indes nicht. Ein Großteil der Mannschaft hat bei Gesprächen im Herbst erklärt, auch in der nächsten Saison für den BC Aichach zu spielen.
Nach Daniel Framberger (zum FC Affing/wir berichteten) wird am Saisonende ein weiterer Akteur den VfL verlassen. Abwehrspieler Oliver Mühlberger soll nach Informationen unser Redaktion spielender Co-Trainer in Bachern werden. Marcus Wehren: "Ecknach war die logische Adresse"

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 14.01.2022 10:50 Uhr