Fußball    

Framberger wird Affinger

Affing/Ecknach - Als Anfang Oktober die Nachricht die Runde machte, dass der VfL Ecknach zur Spielzeit 2022/23 eine neue Spielertrainerkonstellation favorisieren werde, stand über Wochen hinweg das Telefon von Daniel Framberger nicht mehr still. Kein Wunder, wenn ein Trainer und Spieler dieser Qualität ab Sommer 2022 auf dem Markt ist. "Es gab einige Anfragen, kreuz und quer aus sämtlichen Klassen und Regionen", erzählt der 31-Jährige. Es war in den zurückliegenden Wochen die wohl spannendste Personalie in der Region, für welchen Klub Framberger in der neuen Saison die Fußballschuhe schnüren wird. Selbst ein Verbleib als Spieler bei seinem aktuellen Verein, dem Bezirksligisten VfL Ecknach, der bislang seine beste Saison in der Vereinsgeschichte spielt, war auf einmal nicht mehr ausgeschlossen.


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Etwas mehr als vier Monate ist Daniel Framberger noch Spielertrainer des VfL Ecknach. Zur neuen Saison wechselt der 31-Jährige zum FC Affing, bei dem er ausschließlich als Fußballer tätig sein wird. Foto: Siegfried Kerpf


Vor Weihnachten dann habe Framberger seine "erste große Entscheidung", die seine künftige sportliche Zukunft betrifft, getroffen, und zwar jene, dass er über das Saisonende hinaus nicht an der Erlenstraße bleiben werde (wir berichteten). "Und danach ging's dann ganz schnell", erzählt der VfL-Spielertrainer. Denn in den ersten Tagen des neuen Jahres hat er seinen nächsten Entschluss gefasst: Framberger wechselt im Sommer zum Ligakonkurrenten FC Affing - und zwar nur als Fußballer.
Dass Affing wie Ecknach ebenfalls derselben Spielklasse, der Bezirksliga Nord, angehört, habe bei seiner Entscheidungsfindung eine gewisse Rolle gespielt. Denn etwa auf ein fußballerisches Engagement im gehobenen Amateurfußballbereich verspürte der ehemalige FCA-Spieler, der einen Zweitligaeinsatz am letzten Spieltag der Saison 2009/10 in seiner Vita stehen hat, keine allzu große Lust. "In der Bezirksliga Nord fühle ich mich sehr wohl und ich wollte auch weiter in dieser Liga spielen", sagt Framberger, "denn mit den ganzen Derbys hat man auch viele Spiele vor der Haustüre."
Apropos Haustüre: Ein weiterer Punkt, der für ein Engagement bei den Rot-Schwarzen sprach, war die kurze Entfernung zu seinem Wohnort Mühlhausen. Von dem Affinger Ortsteil sind es knapp sechs Kilometer zur Sportanlage an der Frechholzhausener Straße. "Das war mit ein entscheidender Faktor", erklärt Framberger. Und dann waren da auch noch die "guten Gespräche" mit den Affingern, insbesondere mit Spielertrainer Tobias Jorsch. Jorsch und Framberger kennen sich schon eine kleine Ewigkeit, spielten gemeinsam beim FC Augsburg in der U 19 sowie in der U 23, ehe sich ihre Wege trennten, als Jorsch in der Winterpause der Saison 2010/11 den FCA Richtung Gersthofen verließ.
In den zurückliegenden Monaten, nachdem die Ecknacher Pläne ab dem kommenden Sommer publik geworden waren, intensivierte Jorsch wieder den Kontakt zu Framberger. Dieser schloss zunächst noch eine reine Beschäftigung als Spieler aus, wollte eigentlich wieder irgendwo als Spielertrainer anheuern. "Doch mit der Zeit habe ich Gefallen daran gefunden, nur wieder Spieler zu sein", erzählt Framberger. Und als er sich schließlich gegen ein weiteres Engagement in Ecknach entschieden hatte, schlug Jorschs Stunde: "Ich konnte ihn dann überzeugen, dass er ab Sommer für Affing spielt." Die Freude des 31-jährigen gebürtigen Görlitzers über diesen Transfercoup war ihm deutlich anzuhören.
Framberger ist in Sachen Kaderplanung für die neue Saison ein wesentlicher Baustein. Auf zwei, drei Positionen, so Jorsch, wolle sich Affing punktuell verstärken. "Frami wird uns wahnsinnig weiterhelfen", betont der Affinger Spielertrainer, der wie sein Spielertrainerkompagnon Marc-Abdu Al-Jajeh erst unlängst seinen Vertrag in Affing um ein weiteres Jahr verlängert hat. Und auch Framberger ist inzwischen froh, seine sportliche Zukunft geklärt zu wissen - denn inzwischen glühen auch keine Telefondrähte mehr.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 14.01.2022 10:49 Uhr