Fußball    

Aufsteiger FC Pipinsried weiter ungeschlagen

Heimstetten - Der Heimstettener Sportpark scheint für den FC Pipinsried kein schlechtes Pflaster zu sein. Am 15. August 2017 feierte er dort seinen ersten Sieg in der Regionalliga überhaupt (1:0 gegen Unterföhring), am Dienstagabend triumphierte er nun mit 3:1 (2:0) über den SV Heimstetten. Nach dem dritten Spieltag ist der Dorfklub weiter ungeschlagen. "Das sind alles Punkte gegen den Abstieg", sagte Tarik Sarisakal, der sportliche Leiter des Aufsteigers.


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Heimstettens Yannick Günzel (links) kommt zu spät. Der Innenverteidiger kann Pablo Pigl nicht mehr am Torschuss hindern. Der FCP-Angreifer bringt hier den Dorfklub mit 1:0 in Front. Fotos: Horst Kramer


"Ich bin überrascht von der Qualität, die in der Pipinsrieder Mannschaft steckt", sagte Rainer Koch. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes machte einen Abstecher nach Heimstetten, das nur fünf Kilometer von seinem Wohnort Poing entfernt liegt. Auch wenn sich die Regionalliga-Saison noch in einem sehr frühem Stadium befindet, denke er nicht, dass man Heimstetten oder Pipinsried auf einem Abstiegsplatz finden wird, so der Funktionär.
Auf drei Positionen änderte FCP-Trainer Andreas Thomas seine siegreiche Formation von der Samstagpartie gegen die U 23 des FC Augsburg (3:1): Für Jannik Fippl, Alexander Langen (beide Bank) sowie Paolo Cipolla (privat verhindert) kehrten zum einen die beiden ehemaligen Eichstätter Jakob Zitzelsberger und Dominik Wolfsteiner in die Startelf zurück, zum anderen feierte Albano Gashi sein Punktspieldebüt für die Gelb-Blauen. Bekanntlich wurden der Neuzugang aus Ulm sowie Dominik Schröder (wurde nach einer Stunde eingewechselt) zunächst vom Sportgericht Bayern bis Ende August gesperrt. Die Pipinsrieder Berufung beim Verbands-Sportgericht hatte Erfolg - rechtzeitig für die Dienstagpartie waren beide wieder spielberechtigt (wir berichteten).
Und obwohl der FCP fast sein komplettes Personal im Münchner Osten dabei hatte, gab sich Sarisakal zurückhaltend: "Wir haben in den beiden ersten Partien bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind, jetzt geht es um Nachhaltigkeit. Mit einem Punkt wäre ich schon zufrieden." Denn vor den Gastgebern, die zum Auftakt Memmingen abgefieselt (4:1) und zuletzt bei Drittliga-Absteiger Bayern München 2 nur unglücklich verloren hatten (0:1), hatte Sarisakal Respekt: "Heimstetten hat eine junge und gute Mannschaft."
Die Gastgeber setzten in der ausgeglichenen ersten Hälfte auch ein erstes Ausrufezeichen, als sich FCP-Keeper Alexander Eiban bei einem Schuss von Severin Müller lang machen musste (18.). Nichts zu halten gab es kurz darauf für Eibans Gegenüber Maximilian Riedmüller. Pipinsrieds Außenverteidiger Faton Dzemailji setzte auf der linken Außenbahn zu einem seiner gefürchteten Vorstöße an und fand mit seinem Zuspiel Gashi, nach dessen Flanke Pablo Pigl völlig frei stand und aus acht Metern einschob (0:1, 25.).
Der Gegentreffer lähmte den Schwung der Heimstettener, der FCP fand nun Räume vor. Serhat Imsak hatte freie Schussbahn, brachte aber nur ein Schüsschen zustande, das Riedmüller vor keine Probleme stellte (36.). Die Gäste aus dem Dachauer Hinterland blieben am Drücker und legten noch vor der Pause den zweiten Treffer nach, ein aus Heimstettener Sicht völlig unnötiger. Denn Wolfsteiner lief aus dem Strafraum Richtung Seitenlinie, als ihn Sandro Sengersdorf, warum auch immer, von den Beinen holte - Elfmeter. Pigl verwandelte sicher, wählte aber nicht wie zuletzt gegen den FCA 2 die rechte obere Ecke, sondern schaufelte den Ball in die Tormitte (0:2, 41.).
Klar, dass die Gastgeber im zweiten Abschnitt nun mehr investieren mussten, SVH-Trainer Christoph Schmitt nahm zwei Wechsel vor. Das Geschehen, wen wundert's, verlagerte sich immer mehr in die FCP-Hälfte, auch weil sich die ganz in Blau spielenden Gäste nun sehr tief fallen ließen. Gleich nach Wiederbeginn war Eiban bei einem Kopfball von Ensar Skrijelj auf dem Posten (50.).
Doch den ganz großen Druck entfachte Heimstetten nicht, weil die Pipinsrieder Defensive einen sattelfesten Eindruck hinterließ. Irgendwie hatte man das Gefühl, als ob der FCP den Vorsprung auch souverän über die Runden bringen würde. Er ließ sich auch vom Anschlusstreffer von Stefan Reuter, Sohn des gleichnamigen FCA-Managers, nicht aus der Ruhe bringen (1:2, 72.). Denn nur  zwei Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt: Lucas Schraufstetter ließ nach Zuspiel des eingewechselten Marvin Jike mit einem trockenen Schuss in die lange Ecke Riedmüller keine Abwehrmöglichkeit (1:3, 74.). Damit war dem SVH der Zahn gezogen, der FCP brachte den Vorsprung problemlos über die Runden.
SV Heimstetten: Riedmüller - Reuter, Mwarome, Günzel, Sengersdorf (83. Gebhart) - Hingerl (83. Nappo), Micheli, Steimel (46. Weser) - Müller (46. Krüger) - Skrijelj, Riglewski.
FC Pipinsried: Eiban - Wolfsteiner, Guinari, Zitzelsberer, Dzemailji (84. Greifenegger) - Jelisic, Kauffmann (60. Schröder) - Schraufstetter - Pigl (90.+1 Fippl), Imsak (68. Jike), Gashi (89. Emirgan).
Tore: 0:1 Pigl (25.), 0:2 Pigl (41./Foulelfmeter), 1:2 Reuter (72.), 1:3 Schraufstetter (74.) - SR: Haslberger (St. Wolfgang/Obb.) - Z: 450 - Gelbe Karte: Micheli, Reuter, Hingerl, Mwarome/Dzemailji, Schraufstetter.

Von Herbert Walther


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Assist beim Punktspieldebüt: Albano Gashi (rechts, links Heim-stettens Sascha Hingerl) bereitete mit dieser Maßflanke Pigls Führungstor vor.



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Veröffentlicht am 28.07.2021 09:28 Uhr