Fußball    

Ein alter Bekannter kehrt zurück

Pipinsried - Nach den jüngsten Personalien beim FC Pipinsried dürfte bei so manchem im gelb-blauen Lager doch etwas Nervosität ausgebrochen sein, ob der künftige Kader des FC Pipinsried in der kommenden Saison den Ansprüchen der viertklassigen Regionalliga genügen wird, der der Dorfklub dann zu 99,9 Prozent angehört. Wie berichtet, stehen mit Christoph Rech, Maximilian Zischler (beide Donaustauf) und Daniel Leugner (1865 Dachau) drei Abgänge im Sommer fest, weitere werden noch folgen.


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Statt im Eichstätter Grün spielt Atdhedon Lushi (linkes Bild) künftig wieder im Pipinsrieder Gelb wie dann auch sein aktueller VfB-Teamkollege Lucas Schraufstetter (rechtes Bild). Nicht mehr ihr Teamkollege wird dann der Noch-Co-Trainer Stephan Thee (rechts) sein. Fotos: Horst Kramer


Zu den Weggängen scheint nun auch Schlüsselspieler Steffen Krautschneider zu gehören. Die Aussage des Sportlichen Leiters Tarik Sarisakal, er wisse, was Krautschneider machen werde, es aber nicht ihm obliege, dieses zu verkünden, lässt den Rückschluss zu, dass der 29-jährige Linksfuß (20 Tore/19 Assists) in der kommenden Spielzeit nicht mehr das gelb-blaue Leibchen tragen wird. Nach Informationen unserer Redaktion soll Krautschneider zum TSV Landsberg wechseln. Dorthin veränderten sich im vergangenen Sommer, während des ersten Lockdowns, mit Ex-Spielertrainer Muriz Salemovic (jetzt Landsbergs Co-Trainer), Torhüter Sebastian Hollenzer und Dennis Hoffmann drei ehemalige Teamkollegen des Unterfranken. Am Lech hält man sich ob dieser Personalie noch bedeckt. "Dazu kann ich noch nichts sagen", erklärt Landsbergs Sportlicher Leiter Jürgen Meissner. Der Neuburger hat ebenfalls eine gelb-blaue Vergangenheit, arbeitete seinerzeit beim Dorfklub im Marketingbereich. Keine Frage, Krautschneiders Abgang würde den FCP schon empfindlich treffen.
"Wir verlieren an Qualität", räumt Sarisakal auch ein, betont aber gleichzeitig: "Wir bekommen auch gute Qualität hinzu." Denn am frühen Freitagnachmittag verschickte der Bayernliga-Spitzenreiter eine Pressemitteilung mit der Überschrift "Neuverpflichtungen", die nun so manchem FCP-Anhänger fürs Erste beruhigen wird. Der Dorfklub angelte sich vom wohl künftigen Ligakonkurrenten VfB Eichstätt gleich zwei Akteure, einer davon ist an der Reichertshausener Straße ein alter Bekannter: Atdhedon Lushi, der schon zwei Jahre (von 2016 bis 2018) beim FCP spielte und in dieser Zeit insgesamt 20 Punktspieltreffer erzielte. In der aktuell unterbrochenen Saison stehen bei dem albanischen Angreifer elf Tore zu Buche (vorige Saison waren es neun). Der zweite Neuzugang aus dem Altmühltal ist der in der Defensive flexibel einsetzbare Lucas Schraufstetter.
Eigentlich wollte Lushi aufgrund seiner privaten Situation nicht mehr so viel Zeit in den Fußball investieren. "Allerdings hat die Konstellation in Pipinsried, was Spieler und Trainer betrifft, eine große Rolle gespielt, mich umzustimmen. Hinzu kommt, dass der Kontakt zu Robert Steurer nie abgerissen ist. Die Gespräche mit Tarik und der Vorstandschaft waren sehr positiv und angenehm. Ich bin extrem froh und stolz, wieder ein Teil dieses Vereins sein zu dürfen", wird der 28-Jährige in der Pressemitteilung zitiert. Auch Sarisakal zeigte sich über die Verpflichtung erfreut: "Wir sind sehr glücklich, den Publikumsliebling zurückgeholt zu haben. Ati wird ein wichtiger Baustein für unsere junge Mannschaft. Er bringt viel Qualität mit und ist zudem torgefährlich."
Seit Schraustetter im Herrenbereich spielt, hat er mit Ausnahme eines halbjährigen Abstechers in die Bayernliga Nord zum FCE Bamberg immer für Eichstätt gekickt. Nach acht Jahren bei den Grün-Weißen sucht er nun ab dem kommenden Sommer eine neue sportliche Herausforderung. "Das familiäre Umfeld und das dörfliche Vereinsleben haben mich überzeugt", sagt Schraufstetter. Sarisakal bezeichnet den 26-Jährigen als den "gewünschten Qualitätsspieler" für den Defensivverbund. "Er kann mehrere Positionen in der Defensive ausfüllen. Gerade von dieser Flexibilität wird die Mannschaft profitieren. Er ist ein absoluter Leader, ein unheimlich guter Mentalitätsspieler", schwärmt Sarsiakal.
Bereits zum Kader gehört Nikola Jelisic, der im Sommer 2020 vom österreichischen Zweitligisten Blau-Weiß Linz ins Dachauer Hinterland wechselte. Der ehemalige Schweinfurter hat nun nicht nur sein Engagement beim FCP verlängert, sondern wird auch als Co-Trainer installiert. "Ich bin froh, dass es mit der Vertragsverlängerung geklappt hat! Für die Möglichkeit, mich schon so früh in meiner Karriere als Co-Trainer zu beweisen, bin ich sehr dankbar", sagt der 26-Jährige. Jelisic tritt damit als Nachfolger von Stephan Thee die Assistentenstelle an. Damit dürfte dann auch klar sein, dass der 32-jährige Abwehrspieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, seine Zelte in Pipinsried abbrechen wird.
Sarisakal bezeichnet Jelisic als "unverzichtbar" für die Mannschaft: "Egal, ob im sportlichen oder im zwischenmenschlichen Bereich, er bringt alle Voraussetzungen mit, die Position als Co-Trainer auszufüllen." Mit dieser neuen Herausforderung wird Jelisic im Mittelfeldzentrum noch mehr Einfluss auf das Pipinsrieder Spiel haben. "Mit seiner strategischen Spielweise muss er unserem Spiel seinen Stempel aufdrücken", gibt der Pipinsrieder Fußballchef dem ehemaligen U 21-Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina vor.
Die letzte und wohl auch wichtigste Personalie in der Pressemitteilung betrifft Trainer Andreas Thomas. Zuletzt hatte sich Sarisakal, was die Weiterverpflichtung des 39-Jährigen betraf, bedeckt gehalten. Das hatte in dem Artikel über den FCP in unserer Freitagsausgabe dann doch zu Spekulationen Anlass gegeben. "Wir werden die Zusammenarbeit mit Andreas Thomas auch in der kommenden Saison fortführen", versicherte der 48-jährige FCP-Fußballchef, "Andreas macht einen hervorragenden Job. Demzufolge gab es hinsichtlich der Weiterbeschäftigung als Trainer nie Zweifel. Der A-Lizenz-Inhaber zeigt sich erfreut, dass er den Weg mit dem FC Pipinsried weitergehen wird: "Ich fühle mich hier sehr wohl, und die Arbeit mit der Mannschaft sowie dem Umfeld macht mir große Freude. Jetzt geht es darum, die sportlichen Planungen weiter mit voranzutreiben." Denn noch wird es den ein oder anderen Neuzugang sowie Vertragsverlängerungen brauchen, um für die Regionalliga gut gerüstet zu sein. Lushi erzielte in zwei Jahren beim FCP 20 Punktspieltreffer

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 09.04.2021 18:04 Uhr