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FCP ist Herbstmeister

Pipinsried – Als Schiedsrichter Christian Keck die Partie zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV Schwabmünchen nach 94 Minuten abpfiff, reckte der Schlussmann der Gelb-Blauen, Tobias Antoni, die Fäuste zum Himmel. Gleich darauf stürmte Martin Finkenzeller auf den 1,90-Meter-Hünen zu und umarmte ihn stürmisch. Eine symbolische Szene. Denn Finkenzeller und Antoni waren es, die den Strobl-Mannen die Herbstmeisterschaft der Bayernliga Süd gesichert hatten: Der Verteidiger mit dem breiten Scheitel erzielte das Tor des Tages mit einem Kopfball (68.), der Keeper wehrte kurz vor Schluss einen Elfmeter von Andreas Rucht ab (88.). „Es war der erste Strafstoß, den Tobias bei uns gehalten hat“, erzählte ein sehr erleichterter FCP-Coach Tobias Strobl hinterher. Mit einem Augenzwinkern setzte er hinzu: „Es wurde aber auch Zeit.“


<p>FCP ist Herbstmeister </p>

Zwei Matchwinner feiern die Herbstmeisterschaft: Tormann Tobias Antoni und Torschütze Martin Finkenzeller. Foto: Horst Kramer


Ansonsten war dem Spielertrainer nicht so recht zum Feiern zumute. Einerseits, weil er sich um Serge Yohoua Sorgen machte. Der eingewechselte Ivorer war kurz vor Schluss hart von einem Schwabmünchner in die Mangel genommen worden, klagte hinterher über Schmerzen im Knie. Andererseits, weil Strobl sich für die Hektik in der Schlussphase verantwortlich fühlte wegen seiner Wechselpolitik: „Da hab ich Spieler ins Wasser geworfen, die seit Wochen keine Spielpraxis hatten.“ Gemeint waren Dominic Wünsch und Michael Holzhammer.

Etwas übertriebene Sorgen, die beiden fielen nicht negativ auf. Zudem war die Partie von Anfang an von Hektik und Nervosität geprägt, zumindest von Pipinsrieder Seite. Die gelb-blaue Elf trug wohl schwer an der Bürde der Herbstmeisterschaft. Viele Ballverluste und Fehlpässe prägten das gelb-blaue Spiel. Speziell der letzte Pass in die Spitze blieb oft in der Schwabmünchner Defensive hängen. An Sturmspitze Armin Lange lag es nicht; der Ex-Brucker jagte jedem Ball hinterher, auch wenn es aussichtslos war. Um den bulligen Offensivmann rochierte Thomas Berger herum; der Ex-Gerolfinger hatte sich durch seine starke Eichstätt-Leistung für die Anfangself empfohlen. Der angeschlagene Yohoua saß erst einmal auf der Bank, der erkältete Junis Ibrahim fehlte ganz. Dafür beackerte wie erwartet Kapitän Dominik Schön wieder die rechte Außenbahn.

Bei den Menkingern zog der junge Ex-Aindlinger Gabriel Önat auf zentraler Position die Fäden, der frühere Aichacher Benedikt Krug gab einen souveränen Innenverteidiger. Beide erhielten später von ihrem Trainer Guido Kandziora ein Sonderlob. Klar, dass auch Daniel Raffler und Andreas Rucht immer wieder für Gefahr sorgten.

Die erste Chance ging aufs Pipinsrieder Konto: Andreas Schuster köpfte eine Fischer-Ecke knapp über den Querbalken (7.). Ähnlich wie Lange 13 Minuten später. Die größte Torgelegenheit bot sich dem Eurasburger Mittelfeldmann, als er einen Querschläger fast an TSV-Keeper Sebastian Steidle vorbeigeschoben hätte (31.). Dann drehten die Gäste auf: Binnen sieben Minuten prüften Daniel Raffler (35., 37.), zwei Mal Joachim Frey (40.) und Tim Uhde den Pipinsrieder Tormann. Wäre nicht ein Lattenknaller von Fischer gewesen (45.+1), hätte man sagen können, dass das torlose Remis den Hausherren zur Halbzeit schmeichelte.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Der TSV verteidigte ab der Mittellinie clever und engagiert, der FCP suchte immer wieder die Lücke. Meist vergeblich.

Die erste entscheidende Situation leitete Fischer mit einer präzisen Flanke von links ein. Später erklärte er schmunzelnd: „Kalles leuchtende Glatze konnte ich einfach nicht verfehlen.“ Der Außenverteidiger köpfte das Leder aus sechs Metern unhaltbar in die Maschen (1:0, 68.). Die Schwarz-Weißen gaben sich aber nicht geschlagen. Und tatsächlich sah alles nach einem Remis aus, nachdem Andreas Götz seinen Gegenspieler Tim Uhde am rechten Strafraumrand zu Fall gebracht hatte. Aber Rucht schob den Ball nicht sonderlich scharf ins linke untere Eck, genau wie Antoni es erwartet hatte (88.). Dann war Schluss, ganz Pipinsried lag sich in den Armen.

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Schuster, Atilgan, Götz – Schön (80. Wünsch), Strobl, Fischer, Berger (64. Holzhammer) – Lange (64. Yohoua).

TSV Schwabmünchen: Steidle – Bauer, Krug, Bayerl, Danke – Uhde (88. Ngeukeu), Sedelmaier (46. Heinzinger) – Raffler, Önat (79. Kröner), Frey – Rucht.

Tor: 1:0 Finkenzeller (68). – Schiedsrichter: Keck (Grünbach). – Zuschauer: 400. – Gelbe Karte: Lange, Götz, Atilgan, Strobl/Uhde, Rucht. – Besonderes Vorkommnis: Antoni hält Foulelfmeter von Rucht (88.).

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 19.10.2014 21:06 Uhr



 
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