Fußball    

FC Pipinsried: einseitige Angelegenheit

Bad Aibling - Der FC Pipinsried gewann gestern sein Auswärtsspiel gegen die „Zweite“ der SpVgg Unterhaching ohne Mühe 5:0 (3:0). Den Schlusspunkt unter die einseitige Partie setzte Erkan Atilgan mit einem gefühlsvollen 22-m-Freistoß – eine nette Pointe in einem Spiel, das eigentlich gar nicht stattfinden dürfte: Denn das Hachinger U 19-Team ist in der Bayernliga nicht wettbewerbsfähig. Ob die Verantwortlichen des Drittligisten und ihres Kooperationspartners, des privatwirtschaftlichen Deutschen Fußball-Internats) den jungen Kickern mit den ständigen Negativerlebnissen (2:15 Tore in den letzten drei Spielen) einen pädagogischen Gefallen tun, erscheint mehr als zweifelhaft.


<p>Einseitige Angelegenheit </p>

Foulte Hachings Julian Haa s Andreas Götz innerhalb oder außerhalb des Strafraums? Schiedsrichter Thomas Berg pfiff Strafstoß, den Dominik Schön zum 2:0 für den FCP verwandelte. Foto: hok


Die Partie ging in Bad Aibling über die Bühne. Doch offensichtlich waren die Verantwortlichen des örtlichen TSV nicht in die Planungen der Hachinger eingebunden, denn die Aiblinger Kreisklassenkicker hatten die Kabinen belegt. Die Pipinsrieder erhielten erst nach einigen Diskussionen die Möglichkeit, sich in der angrenzenden Turnhalle umzukleiden. Ebenso wie das Referee-Trio, das darob überhaupt nicht sonderlich begeistert war. Die jungen Hachinger kamen schon in Spielkleidung an und legten ihre Trainingsjacken unter einem Vordach ab – Bedingungen, die wahrlich nicht bayernligawürdig sind, geschweige denn für die Reserve eines Drittligisten.

Die Dorfklub-Kicker ließen sich indes davon nicht irritieren; ebenso wenig wie vom strömenden Regen, der pünktlich zum Anpfiff einsetzte. Die Strobl-Mannen machten sofort Druck und gingen ihre jugendlichen Gegenspieler sehr weit vorne an. Die Hachinger, die von einer Ausnahme abgesehen mit demselben Team wie unter der Woche gegen Landsberg angetreten waren, taten sich schwer mit so viel Körperlichkeit. Speziell Armin Lange und Thomas Berger liefen immer wieder den entscheidenden Extra-Meter, der den Gastgebern die Luft zum Atmen nahm. Berger war es auch, der den ersten Treffer erzielte, nachdem er zwei Hachinger nach einem feinen Zuspiel von Dominik Schön ausgetanzt hatte (0:1, 15.). Zuvor hatte Lange freilich seinen Gegenspieler zu einem Fehlpass gezwungen. Schon zwei Minuten später stand der Ex-Brucker wieder im Mittelpunkt, als er das Leder an die Latte donnerte (17.). Kurz darauf brachte Hachings Julian Haas den agilen Andreas Götz ganz knapp hinter dem Strafraumrand zu Fall; Dominik Schön verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (0:2, 22.). Im Grunde war jetzt schon klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde, denn das rot-blaue Nachwuchsteam konnte ihre Gäste zu keinem Zeitpunkt in Verlegenheit bringen, sofern man von einer Haas-Flanke absieht, an die Fabian Schönsteiner nicht ganz heran kam (37.). Zu diesem Zeitpunkt stand es freilich schon 0:3: Sebastian Fischer hatte sich mit einem satten 14-Meter-Schuss in die Torschützenliste eingetragen (32.).

Nach dem Seitenwechsel senkten die Strobl-Schützlinge etwas ihren Druck; die technisch versierten Fußball-Schüler ließen den Ball nun gefällig laufen, echte Torchancen erarbeiteten sie sich allerdings nicht. Stattdessen legte Fischer noch einmal nach, mit einem trockenen 15-Meter-Schuss auf nassem Geläuf (0:4., 65.). Dass das Ergebnis nicht höher ausfiel, lag einzig und allein am starken Tormann Stefan Marinovic, der von den Profis ausgeliehen war. Er entschärfte unter anderem Schüsse von Strobl (73.), Berger (78.), Wünsch (81.) und Holzhammer (86.). Nur gegen Atilgans Kunststoß war er machtlos.

Wobei die Bemühungen aller Beteiligten in der Schlussphase verständlicherweise nachgelassen hatten: Die Hachinger Junioren waren deprimiert, die Pipinsrieder schon mit ihren Gedanken beim Pokalmatch gegen den Regionalligisten Illertissen am kommenden Mittwoch. Nicht zuletzt deswegen blieb Serge Yohoua auf der Bank, Junis Ibrahim (entzündeter Zeh) war gleich gar nicht mitgefahren.

SpVgg Unterhaching 2: Marinovic – Haas, Lahr, Lutizki, Blättler – Reisberger, Schönsteiner – Volz, Morehead, Sikorska (69. Klesse) – Gnadl.

FC Pipinsried: Antoni – Grahammer (57. Finkenzeller) Atilgan, Schuster, Götz – Strobl, Fischer – Berger, Kubica (66. Wünsch), Schön (57. Holzhammer) – Lange

Tore: 0:1 Berger (32.), 0:2 Schön (22./Foulelfmeter), 0:3 Fischer (32.), 0:4 Fischer (65.), 0:5 Atilgan (90.). – Schiedsrichter Berg (Landshut). – Zuschauer: 80. – Gelbe Karten: Grahammer, Strobl. – Gelb-rote Karte: Haas (wiederholtes Foulspiel/61.).

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 31.08.2014 22:36 Uhr