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FCP grüßt von der Spitze

Pipinsried – Die Nerven haben gehalten und die Gegner haben mitgespielt. FCP-Coach Tobias Strobl war begeistert: „Das war das beste Spiel meiner Mannschaft, seitdem ich hier bin“, verkündete der 25-Jährige breit lächelnd nach dem Abpfiff. Wobei die gute Laune schon zehn Minuten nach Spielbeginn eingesetzt hatte. Denn zum einen führten die Gelb-Blauen zu diesem Zeitpunkt schon mit 2:0, zum anderen machte das Ergebnis aus Illertissen die Runde: Mit 5:0 hatte die U 23-Elf des dortigen Regionalligisten den bisherigen Spitzenreiter SV Raisting abgefackelt. Dafür grüßt jetzt der FCP von ganz oben.


<p>FCP grüßt von der Spitze </p>

Großer Jubel nach dem Pipinsrieder 3:0: (von links) Thomas Schreiner, Torschütze Arthur Kubica und Michael Holzhammer lassen ihrer Freude freien Lauf. Foto: Horst Kramer


Leider führte die gute Laune dazu, dass die Dorfklub-Künstler wieder einmal die Füße hochlegten. Ein abgezockteres Team als die Nördlinger hätten gestern daraus Profit schlagen können, doch die Gerd-Müller-Nachfahren agierten meist zu harmlos. Und wenn sie doch einmal gefährlich vor Tobias Antonis Kasten auftauchten, fanden sie in dem reaktionsschnellen Torwart-Hünen ihren Meister.

Junis Ibrahim hatte für die Turbo-Führung gesorgt (1:0, 6.). Der Deutsch-Türke war auch am zweiten Treffer beteiligt, da er im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Michael Holzhammer versenkte die Kugel unten rechts, Nördlingens Keeper Martin Müller hatte seine Hand noch dran (2:0, 9.). Die Gelb-Blauen versäumten es anschließend, den Deckel auf den Topf zu legen: Holzhammer und Ibrahim agierten zu überhastet (beide 13.), Schreiners Fernschuss fehlte ein bisschen Glück (23.).

Und plötzlich waren die Gäste am Zug. Der Nördlinger Johannes Geiß verzog knapp (27.), sein Kollege Daniel Hensolt scheiterte an Antoni (30.). Zwei Gegentore wären möglich gewesen. Stattdessen zog Arthur Kubica nach einem weiten Ball auf und davon und vollendete vom rechten Strafraumrand ins lange Eck (3:0, 31.). Damit war die Partie gelaufen, bis zur Pause kehrte Ruhe ein. Nico Öfele ließ nach dem Seitenwechsel noch einen Schreckschuss los (51.), dann war wieder der FCP am Drücker.

Dominik Schön besorgte schließlich das 4:0 (70.), der immer agile Arthur Kubica hatte aufgelegt. Strobl lobte seinen Zehner (der gestern die Sieben trug) ausdrücklich: „Er war unser Matchwinner in den letzten Wochen.“

In der Schlussphase verstolperten die Gelb-Blauen zwar einige „Hundertprozentige“ äußerst unglücklich. Aber das bestens gestimmte Pipinsrieder Publikum nahm nichts mehr krumm, im Gegenteil.

So nahm es nicht Wunder, dass die fast 300 Zuschauer frohgemut ins Vereinsheim oder nach Hause pilgerten. Sie hatten eine mahnende Stimme nicht gehört. Die gehörte ausnahmsweise Tobias Strobl. Der 25-Jährige warnte: „Wenn wir in Raisting nicht gewinnen sollten, wären wir Dritter und weg vom Fenster.“ Doch am gestrigen Tag wollte niemand solche Töne hören, nicht einmal FCP-Boss Konrad Höß. Der Vereinsgrande verkündete stattdessen: „Wir fahren mit breiter Brust nach Raisting.“

FC Pipinsried: Antoni, Uselmann, Weiser, Atilgan, Finkenzeller, Strobl (74. Imsak), Schön (74. Sulimani), Kubica, Ibrahim, Holzhammer, Schreiner (67. Panagiotidis).

TSV Nördlingen: Müller, Holzmann, List (46. Rau), Brückel, Abele, Raab, Holzmann (46. Haller), Geiß (76. Hagel), Nico Hensolt, Öfele, Daniel Hensolt.

Tore: 1:0 Ibrahim (6.), 2:0 Holzhammer (9./Foulelfmeter), 3:0 Kubica (31.), 4:0 Schön (70.) – SR: Herle (Germaringen) – Zuschauer: 300 – Gelbe Karte: Strobl – Holzmann.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 12.05.2013 22:26 Uhr