Fußball    

FCP nutzt Gunst der Stunde

Pipinsried – Der FC Pipinsried hat endlich den Relegationsrang zwei erobert. Nach dem mageren 1:1 gegen den FC Gerolfing am vergangenen Mittwoch hatte eigentlich niemand im Dachauer Hinterland erwartet, dass er schon vier Tage später die Nummer zwei der Landesliga sein könnte. Den Freudensprung möglich machte am Freitagabend der FC Gundelfingen, der sich zu Hause mit einem torlosem Remis gegen den FC Königsbrunn begnügen musste. „Diese Vorlage mussten wir nutzen“, erklärte FCP-Coach Tobias Strobl. Diesmal hielten die Nerven stand: Mit 6:3 (4:2) verputzten die Gelb-Blauen gestern die SpVgg Kaufbeuren.


<p>FCP nutzt Gunst der Stunde </p>

Wuchtig köpft Erkan Atilgan (links) eine Ecke von Dominik Schön zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Kaufbeurer Tor. Mit einem 6:3-Sieg eroberten sich die Pipinsrieder nun erstmals den Relegationsplatz zwei. Foto: Horst Kramer


„Ein schönes Spiel“, befand im Nachhinein auch Dorfklub-Boss Konrad Höß. Doch 80 Minuten lang durchlitt der 72-Jährige wieder alle Höhen und Tiefen eines Fußball-Verantwortlichen.

Wie schon so häufig in letzter Zeit (Ausnahme: das Gerolfing-Spiel) erwischten die Pipinsrieder Zauberfüße einen Turbostart. Schon nach vier Minuten tanzte Arthur Kubica über den Rasen: Sein platzierter Schuss hatte den Weg ins lange Eck gefunden (1:0, 4.). Nach einer Führung scheint diese Elf immer zu denken: „Na also, es geht doch. Warum eigentlich jetzt noch Rennen?“ So auch gestern. Und wie immer wurde sie bestraft: Diesmal durch ein Pingpong-Kopfball-Tor von Lukas Zink (1:1, 9.).

Immerhin fanden die Gelb-Blauen ihren Faden gleich wieder und Erkan Atilgan nickte eine Schön-Ecke ins Allgäuer Netz (17.). Als dann Thomas Schreiner kurz darauf ein Abstaubertor gelang – Kubica hatte die Kugel an den Querbalken gesetzt –, schien die Sache fast schon gelaufen (3:1, 22.). Wenn den Gästen nicht ein Sonntagsschuss von Mathias Franke gelungen wäre (3:2, 25.). Höß schüttelte den Kopf: „Wir stehen viel zu weit weg und vermeiden den Körperkontakt.“ Gleiches galt jedoch auch für die Allgäuer. Ansonsten hätte Junis Ibrahim niemals zwei Chancen erhalten, auf ihre Gehäuse zu ballern; beim zweiten Mal war der junge Vater erfolgreich (4:2, 45.+1).

In der zweiten Halbzeit ließen die Pipinsrieder diesmal erfreulicherweise nicht nach. Speziell die Mittelfeldraute mit einem Sechser (Strobl) und der Doppelspitze Schreiner und Ilias Panagiotidis hatte sich bezahlt gemacht. Vor allem der junge Schreiner suchte zielstrebig die Lücke und zeigte ein starke Leistung. Allerdings suchten die Edeltechniker etwas zu oft den Weg durch die Mitte und vergaßen bisweilen auch, den schnellen Rückwärtsgang einzulegen. Nach vorne rollte der Zug diesmal bis zum Schluss, zwei weitere schöne Treffer durch Dominik Schön und Dominik Sandner waren die verdiente Belohnung. Auch wenn es kurzzeitig nochmals eng zu werden schien, als Alexander Günter zum zwischenzeitlichen 4:3 (58.) verkürzen konnte.

Trotzdem, das 6:3 war auch in dieser Höhe verdient. Der FCP hat es nun in der Hand, sich für die Bayernliga-Relegation zu qualifizieren. Wie? Ganz einfach: nicht mehr verlieren. . .

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller (60. Holzhammer), Sandner, Weiser, Atilgan – Strobl – Schön, Kubica, Ibrahim – Schreiner (56. Uselmann), Panagiotidis (79. Sulimani).

SpVgg Kaufbeuren: Grund – Greif, Kleiner, Saur, Meichelböck – Franke, Unglert – Zink (39. Sontheimer), Weber – Günter (73. Lazic), Vrnbanic (77. Richter).

Tore: 1:0 Kubica (4.), 1:1 Zink (9.), 2:1 Atilgan (17.), 3:1 Schreiner (22.), 3:2 Franke (25.), 4:2 Ibrahim (45.+1), 4:3 Günter (58.), 5:3 Schön (76.), 6:3 Sandner (83.) – Schiedsrichter: Berg (Landshut) – Zuschauer: 200 – Gelbe Karten: Kubica, Schreiner – Greif.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 28.04.2013 22:14 Uhr