Fußball    

FCP verpasst Sprung auf Platz zwei

Pipinsried - Schon während des Spiels rätselten die Fans und Funktionäre: Was ist nur mit dem FC Pipinsried los? Selten hat man die Mannschaft so fahrig agieren sehen wie in den ersten 55 Minute der Partie gegen den FC Gerolfing. Dabei boten die Gäste keinen Zauberfußball. Engagiert und konsequent griffen sie ihre Gegner ab der Mittellinie an. Die Gelb-Blauen begingen dabei zwei Fehler: Zum einen versuchten sich ihre Aufbauspieler in Eins-gegen-Eins-Duellen Freiräume zu verschaffen, namentlich Cenk Imsak und sein Coach Tobias Strobl. Die Folge: Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, die mit schöner Regelmäßigkeit zu gefährlichen Gerolfinger Kontern führten. Dann probierten es die Hausherren mit weiten Bällen – ein gefundenes Fressen für die Gäste-Defensivkräfte.


<p>Sprung auf zwei verpasst </p>

Die Räume eng machten Gerolfings Defensivkräfte (weiße Trikots) und erzwangen so wie bei Pipinsrieds Junis Ibrahim (gelbes Trikot) Ballverluste. Foto: Horst Kramer


Ein weiteres Phänomen war zu beobachten: Während die West-Ingolstädter ab der ersten Minute präsent waren, schienen die Pipinsrieder sich im Sommerabend-Modus zu befinden. Torwart Tobias Antoni schrie mehrfach „Aufwachen!“ in einer Lautstärke, dass die Tribünenwände wackelten. Allein, seine Kameraden hörten ihn nicht.

Prompt gingen die Gäste in Führung: Benjamin Anikin konnte vom rechts, am strauchelnden Atilgan vorbei, auf den in der Mitte einsam wartenden Florian Ihring legen, der keine Mühe hatte, aus sechs Metern die Kugel ins Netz zu bugsieren (0:1, 6.). Nach einer Viertelstunde schienen die Pipinsrieder in der Partie angekommen, mit Chancen von Kubica (13.), Finkenzeller (17.) und Sandner (18.). Doch ihr Angriffseifer machte einer zunehmenden Nervosität Platz. Nur dank Tobias Antoni blieben die Gelb-Blauen im Spiel. Der Keeper rettete mehrfach bravourös (29., 31., 34.).

Allgemeines Kopfschütteln in der Pause. Waren der Druck und die Erwartungen einfach zu groß? Strobl bestritt dergleichen energisch: „Wir sind keine Profis, hier geht es nicht um Millionensummen.“ Seine Pausenansprache zielte wohl darauf ab, den Druck zu nehmen, denn er fragte seine Mannen: „Was gibt es Schöneres, als gegen Freunde an einem schönen Frühlingsabend Fußball spielen zu dürfen und Zweiter werden zu können?“

Mag sein, dass der psychologische Trick wirkte, denn zehn Minuten nach dem Seitenwechsel fingen seine Kicker endlich an, Fußball zu spielen. Ausgerechnet Arthur Kubica erzielte den Ausgleich, noch dazu per Kopf (1:1, 60.) – der eingewechselte Ilias Panagiotidis hatte die Vorarbeit geleistet.

Danach kam endlich etwas Stimmung auf. Die Jungs auf dem Platz gaben sich offensichtlich Mühe und zogen das Publikum zurück auf ihre Seite. Doch ein zweiter Treffer wollte nicht gelingen. Antoni hielt immerhin den einen Punkt fest, als er in der Schlussminute gegen den durchgebrochenen Daniel Schachtner rettete (90.).

Gästetrainer Torsten Holm war nach dem Abpfiff bestens gelaunt, er hatte wohl nicht wirklich mit einem Punkt gerechnet. Strobl wirkte hingegen fast schon erleichtert – vermutlich hatte er zwischenzeitlich schon alle Hoffnung fahren lassen.

Der FCP verharrt auf Rang drei hinter dem Zweiten FC Gundelfingen. Die Gelb-Blauen müssen nun hoffen, dass die Schwaben demnächst wieder patzen. Tabellenführer SV Raisting kann bei diesen Verfolgern schon mal den Meisterschaftssekt kalt stellen.

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Sandner, Weiser, Atilgan – Imsak (46. Panagiotidis), Strobl – Kubica, Ibrahim (62. Schreiner), Schön – Holzhammer.

FC Gerolfing: Haas – Klauser (71. Knie), Schauer, Hoffmann, Hardok – Ihring (64. Bertic), Beiz (77. Chiaradia), Keskin, Schachtner – Schneider, Anikin

Tore: 0:1 Ihring (7.), 1:1 Kubica (60.). – Schiedsrichter: Iris Spitaler (München). – Zuschauer: 200. – Gelbe Karte: Strobl, Sandner – Keskin, Schachtner, Chiaradia, Hardok.

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 24.04.2013 22:34 Uhr