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Modes stürmt für Knauer

Aindling – Zu einem Endspiel will Josef Kigle das Kellerduell seines TSV Aindling (19./26 Punkte) heute (18.15 Uhr) beim TSV Kottern (17./26) nicht hochstilisieren. „Wichtig“ sei die Auseinandersetzung zwar, sagt der Spielbetriebsvorsitzende, aber eine Entscheidung werde auf dem in der Gemarkung Durach liegenden Fußballplatz nicht fallen.


<p>Modes stürmt für Knauer </p>

Daniel Deppner (links, bedrängt vom Regensburger Andreas Günter) soll heute im Schüsselspiel beim TSV Kottern Patrick Modes im Aindlinger Angriff unterstützen. Foto: Robert Baur


In Kottern nicht zu verlieren, müsse die Vorgabe für den TSV sein, sinniert Kigle. Er blickt schon auf die zwei Heimspiele, die auf die hohe Hürde in Hankofen (20.4.) folgen. Gegen Gersthofen (26.4.) und Eichstätt (1.5.) werde es um alles oder nichts gehen, prophezeit der Eisingersdorfer. Dann, so hofft er, werde Simon Knauer wieder mitwirken können. Kigle rechnet mit zwei Spielen Sperre für das Sturm-Ass nach dem aus Aindlinger Sicht total überzogenen Feldverweis am Sonntag bei der Nullnummer gegen die „Zweite“ des Jahn. „Die rote Karte ist für uns im Abstiegskampf natürlich ganz bitter“, stellt Trainer Roland Bahl klar. Knauer hat 16 von 29 Aindlinger Punktspieltoren erzielt (55 Prozent). „Es ist jetzt an anderen, die bisher in Knauers Schatten gestanden sind, sich zu zeigen“, sagt der Coach. Anstelle des Hauseners soll es heute Patrick Modes (drei Tore) in der Sturmspitze richten, unterstützt von Daniel Deppner. Lukas Wiedholz wiederum habe gute Chancen, anstelle von Knauer in der Startformation berücksichtigt zu werden, sagt Bahl. der voraussichtlich den A-Junior Michael Schäffler mit ins Oberallgäu nehmen wird.

Auch ohne Knauer erhofft sich Bahl „mehr Mut und Entschlossenheit“ in der Offensive, wie es seine Mannschaft noch am besten vor Wochenfrist beim 1:0 über Landshut in der ersten Halbzeit vorexerziert hat.

An der Defensive gibt’s in letzter Zeit nichts auszusetzen. „Kompliment für die Abwehrarbeit“, sagt Bahl. Dass sich die Abteilung fürs Toreverhindern beträchtlich stabilisiert hat, sei ein „Verdienst des Trainers“, betont Kigle. Auf Torhüter Geisler sowie die Viererkette mit Berisha, Huber, Völker und Schmid war zuletzt Verlass. Gegen den Dritten, Vierten und Fünften des Klassements kassierten die Rot-Weißen nur ein Gegentor – und das in Haching in der 93. Minute. Am Sonntag blieb der TSV gegen den Jahn sogar eine Halbzeit in Unterzahl unbeschadet. Bahls Plan, engmaschig zu stehen und intensiv gegen den Ball zu arbeiten, ging hervorragend auf. „Um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, müssen wir das verinnerlichen“, erklärt der 51-Jährige.

Für Kotterns Co-Trainer Christoph Holweger, 30, gleicht das Spiel einem Strohhalm, an den sich sein Team klammert. „Wenn wir die Klasse noch halten wollen, müssen drei Punkte her“, sagt der am Immenstädter Krankenhaus arbeitende Mediziner. Am Samstag kam der TSV am Kieswerk gegen Unterföhring nach einer 2:0-Führung über ein 2:2 nicht hinaus. Eigentlich zu wenig im Abstiegskampf. „Aber Unterföhring ist keine Laufkundschaft, kam mit breiter Brust nach dem Sieg über Aichach“, sagt Holweger.

Nach einem gelungenen Saisonstart ging’s mit dem Aufsteiger seit Anfang September bergab (nur ein Sieg in den letzten 18 Spielen); schuld war mithin eine eklatante Verletzungsmisere. Die aktuelle Notlage indes verwunderte kaum jemanden im Verein, bekundet Holweger. „Bei unseren bescheidenen finanziellen Mitteln war es von vornherein klar, dass die Bayernliga eine große Herausforderung sein würde.“

Gegen Aindling kann Trainer Kevin Siegfanz immerhin seinen kompletten Kader rekrutieren. „Angesichts der englischen Wochen wird ein bisschen rotiert“, kündigt Holweger an.

Von Heribert Oberhauser



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Veröffentlicht am 16.04.2013 17:07 Uhr