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TSV Aindling stark wie lange nicht

Aindling – Auch in schweren Zeiten bleibt die SpVgg Landshut der Lieblingsgegner des TSV Aindling. Das 1:0 (0:0) gestern Abend war der wichtigste der insgesamt sieben Siege (bei fünf Unentschieden) der Rot-Weißen über die Schwarz-Weißen. Im ersten Durchgang trat Aindling überzeugend auf wie lange nicht. Deshalb geht dieser ungemein wichtige Erfolg im Abstiegskampf für das Schlusslicht der Bayernliga Süd auch in Ordnung, wenngleich die SpVgg in der letzten halben Stunde enorm aufkam.


<p>Stark wie lange nicht </p>

Aldin Medara (Mitte), der Maximilian Loibl verfolgt, lieferte wie schon in Unterhaching auch gestern Abend gegen Landshut eine starke Partie. Der 21-Jährige überzeugte als Abräumer vor der Abwehr und als Antreiber. Foto: Siegfried Kerpf


TSV-Trainer Roland Bahl hatte nach dem unglücklichen 0:1 in Haching bekundet, er habe weiterhin Vertrauen in seine Spieler. Entsprechend nominierte er auch die Startelf vom Sonntag. Giovanni Goia (schaute zu) war erneut nicht im Kader, er ist suspendiert. Fußballchef Josef Kigle wollte sich über die Gründe dieser drastischen Maßnahme nicht auslassen, gab zumindest preis, Goias Fehlverhalten sei „kein Kavaliersdelikt“ gewesen.

Die Minuskulisse von gut hundert Zuschauern registrierte vom Anpfiff weg das große Bemühen der Gastgeber, das vom Trainer in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Vor allem in der Offensive spielte die Mannschaft druck- und elanvoll wie noch nie in diesem Kalenderjahr. Das Resultat waren fünf verheißungsvolle Situationen, die erste schon nach 37 Sekunden bei Medaras Vorstoß. Simon Knauer war für die Vorlage des Mittelfeldspielers einen Schritt zu weit vorne. Dann zeichnete sich SpVgg-Keeper Stefan Schmid drei Mal aus: erst bei Knauers Schuss nach wunderbarem Spielzug über Deniz Schmid und Patrick Modes (22.), dann bei Medaras Distanzkracher (23.) und schließlich bei Jan Penics Flachschuss (26.). Nach Schmids Fußreflex grätschte Knauer den Ball in die noch karge Botanik. Es passte ins Bild, dass auch Penics Effetfreistoß von der rechten Seite nicht den Weg ins Tor fand, sondern auf die Latte klatschte (29.).

Wie der Letzte den Vierten dominierte, ließ das Publikum staunen. Das 0:0 nach einer halben Stunde schmeichelte den Niederbayern sehr. Aber in der 31. Minute wären sie ums Haar in Führung gegangen, als Christian Gebhardts Linksschuss aus 16 Metern an den linken Innenpfosten krachte.

Ein 0:1 hätte den Aindlingern gerade noch gefehlt. Die zeigten sich unbeeindruckt von der Schrecksekunde und antworteten mit zwei weiteren Chancen. Medara trat den Ball nach Knauer-Vorarbeit rechts vorbei (37.), dann versuchte sich Daniel Deppner mit der Hacke wie Schweinsteiger in Frankfurt, aber Schmid war auf dem Posten. Erneut hatte der starke Knauer aufgelegt (44.).

In den ersten Zügen des zweiten Abschnitts schienen sich die Landshuter darauf zu besinnen, dass sie eigentlich als Anwärter auf die Relegation zur Regionalliga firmieren. Aber ausgerechnet in der Phase, in der die Gäste erstarkten, schlug der TSV zu. Deppner spielte zum halblinks lauernden Knauer, der Schmid schnörkellos mit seinem 16. Saisontor zum 1:0 überwand (52.).

Die SpVgg (nur ein Sieg in sieben Punktspielen 2013) stand nun in der Pflicht, deutlich mehr in die Offensive zu investieren. Das tat sie auch – und hatte prompt die dicke Ausgleichschance. Tobias Völker indes blockte Ali Attiehs Versuch aus sieben Metern (62.).

Mit zunehmender Spielzeit geriet Aindling immer mehr in Bedrängnis, Entlastungsangriffe wurden immer seltener. Aber die Abwehr gab sich keine Blöße, Deniz Schmid klärte nach Christian Oehls Hereingabe in wirklich letzter Instanz (74.). Erst jetzt zeigte Landshut ansatzweise das Spiel, das eines Spitzenteams der Bayernliga würdig ist. Allein, es sprang nichts dabei heraus.

TSV Aindling: Geisler – Berisha (79. Bergmair), Huber, Völker, Schmid – Medara, Körner – Modes, Deppner, Penic (67. Käser) – Knauer (88.Wiedholz).

SpVgg Landshut: Schmid –

Christian Gebhardt, Steffel, Stefan Gebhardt, Krumpholz – Gotthardt, Loibl – Hofer (51. Attieh), Süß (86. Waniewski) – Oehl, Zettl.

Tor: 1:0 (52.) Knauer. – Schiedsrichter: Bode (Nürnberg). – Zuschauer: 120. – Gelbe Karte: Völker, Modes, Knauer, Berisha – Süß, Loibl, Krumpholz.

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 10.04.2013 22:52 Uhr