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FCP kann Abstand nicht verkürzen

Pipinsried – Viel hat nicht gefehlt und die Pipinsrieder wären mit einem verdienten Auswärtssieg von Gundelfingen nach Hause gefahren. Aber es hat auch nicht viel gefehlt und sie wären mit leeren Händen dagestanden. Insofern kann man das 1:1 (1:1) als gerecht bezeichnen.


<p>FCP kann Abstand nicht verkürzen </p>

Gundelfingens David Anzenhofer fährt FCP-Spielertrainer Tobias Strobl in die Parade. Strobl lobte sein Team. Das habe den Tabellenführer beim 1:1 „eine Halbzeit lang an die Wand gespielt“. Foto: Horst Kramer


„Es war ein schnelles, intensives und hochklassiges Match, das sich beide Mannschaften geliefert haben“, urteilte der Gundelfinger Coach Stefan Anderl unmittelbar nach dem Abpfiff. Das mit dem „hochklassig“ mag nicht die ganzen 90 Minuten über gegolten haben, zu deutlich hatten beide Teams mit der Umstellung vom Kunstrasen-Gekicke der letzten Wochen zu einem Punktspielfight auf rutschigem Naturgrün zu kämpfen. Der FCP sogar ein wenig mehr, vor allem in der Anfangsphase. „Da hatten wir Probleme und haben uns versteckt, ich selber auch“, übte Anderls Gegenüber Tobias Strobl Manöverkritik. Doch ab Mitte der ersten Halbzeit übernahmen die Gelb-Blauen die Kontrolle.

Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 1:1. Stefan Kerle hatte die Führung der Hausherren abgestaubt, nachdem Tobias Antoni zuvor noch einen Schuss von Stefan Winkler abwehren konnte (1:0, 11.). Der Gundelfinger Jubel war kaum verklungen, als das Leder in Rafael Kieblers Netz zappelte. Gleich nach dem Anpfiff hatte Cenk Imsak einen weiten Pass auf Dominik Schön („Abseits“, monierten einige FCG-Fans) an der linken Außenbahn geschlagen: Der Augsburger tanzte Julian Eberhardt aus und schlug den Ball in den Strafraum, wo Junis Ibrahim heran geflogen kam und die Kugel akrobatisch versenkte (1:1, 12.).

Strobl hatte die Elf ins Gefecht geschickt, die auch schon gegen Ismaning begonnen hatte: Mit Ibrahim auf der rechten Außenbahn und Benjamin Wilhelm hinter der Spitze Michael Holzhammer. Der Kombinationszug wollte indes noch nicht so richtig abfahren. Dank Einzelleistungen erarbeiteten sich beide Teams bis zu Halbzeit noch einige schöne Abschlussmöglichkeiten – zwingend war indes keine.

Anders nach dem Seitenwechsel. Die Strobl-Truppe machte nun richtig Dampf, erwies sich hinten aber als anfällig. Der Grund: Christian Adrianowytsch musste wegen einer Schulterprellung aussetzen, der eingewechselte Fernando Ernesto ging auf die linke Abwehrseite. Erkan Atilgan rotierte nach innen. Zum Glück bügelte Keeper Antoni die Unachtsamkeiten seiner Vorderleute immer wieder aus, teilweise bravourös (67., 80.). Sein Gegenüber Kiebler hatte zwar im Wortsinne keine ruhige Minute, musste sich aber verhältnismäßig selten strecken. Denn die gelb-blauen Offensivkünstler schafften es einfach nicht, den 7,32x2,44 Meter großen Kasten zu treffen. Die größten Chancen versemmelten Ibrahim (70., 78.), Arthur Kubica (80.) und Hakan Karabudak (86.).

Die Letztgenannten hatte Strobl in der Schlussphase gebracht; vielleicht etwas spät, beide sorgten für mächtig Druck. Imsak hatte die letzte Chance auf dem Schlappen (88.).

Klar, dass sich Strobl grämte, doch geizte er nicht mit Lob für seine Truppe: „Wir haben den Tabellenführer eine Halbzeit lang an die Wand gespielt und uns eine Unmenge Torchancen erarbeitet.“ Das ist richtig, hilft aber nicht: Die Gundelfinger müssen nun zweimal patzen, damit der FCP noch eine Meisterschaftschance hat. „Pipinsried ist ohne Zweifel mit den besseren Spielern besetzt“, kommentierte Anderl. „Wir müssen das durch Einsatz und Taktik wettmachen“, stichelte er ein wenig und unkte noch: „Mal sehen, wie lange bei denen die Moral hält.“

Der Druck, der jetzt auf den Dorfklub-Kickern lastet, ist zweifelsohne hoch: Sie haben nun jede Woche ein Endspiel auf dem Programm stehen. Mal sehen, wie Konrad Höß mit dem Stress umgeht: Er blieb am Samstag, wie angekündigt, zu Hause.

FC Gundelfingen: Kiebler – Eberhardt, Schnelle, Anzenhofer, Rufrano – Prießnitz, Reutter – Lohr (87. C. Müller), Winkler, M. Müller (84. Schimmer) – Kerle (90. Camek).

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Weiser, Adriano-wytsch (51. Ernesto), Atilgan – Imsak, Strobl – Ibrahim (84. Karabudak), Wilhelm, Schön – Holzhammer (72. Kubica).

Tore: 1:0 Kerle (11.), 1:1 Ibrahim (12.). – SR: Gscheidl (Weiherhof). – Zuschauer: 190. – Gelbe Karten: Kiebler, Ruffrano, Prießnitz, Kerle, Winkler, Eberhardt – Atilgan, Ibrahim.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 10.03.2013 20:57 Uhr