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TSV Aindling: Aufgeben gilt nicht

Aindling – Für Macco Hoffmann stirbt die Hoffnung zuletzt. So aussichtslos die Lage auch zu sein scheint für den TSV Aindling als Nachzügler in der Bayernliga mit lausigen sieben Punkten, aufgeben kommt für den Interimscoach nicht in Frage. Also unternehmen die Rot-Weißen am Sonntag (15 Uhr) gegen den SV Schalding-Heining den neunten Anlauf zum ersten Heisieg.


<p>Aufgeben gilt nicht </p>

Tobias Hellmann hütet gegen Schalding-Heining noch einmal den Kasten für den gesperrten Thomas Geisler. In Unterföhring erledigte Hellmann seinen Job tadellos. Foto: Oliver Rabuser


„Wenn wir wenigstens mal zehn Punkte hätten, sähe die Welt schon wieder ganz anders aus“, sinniert Hoffmann. Dann wären die Konkurrenten in der Abstiegszone nur noch fünf Punkte entfernt. „Gersthofen, Wolfratshausen, Bruck, Deggendorf oder Hankofen, das sind alles Mannschaften, mit denen wir mithalten können“, findet der 46-Jährige. Aber erst einmal brauchte es den „Lichtblick“, wie er das Zählerkonto im zweistelligen Bereich nennt.

Davor steht mit dem Tabellenzweiten Schalding-Heining eine hohe Hürde. Die Niederbayern haben mit acht die mit Abstand wenigsten Gegentore des Neunzehnerfeldes kassiert. Die vorausgegangenen fünf Partien spielte Schalding zu Null (insgesamt schon zehn), letztmals bezwungen wurde Christian Wloch am 9. September beim 0:2 in Schwabmünchen, durch einen Elfmeter Mario Schmidts. „Es hat sich ausgezahlt, dass Trainer Mario Tanzer bei der Personalplanung das Hauptaugenmerk auf die Defensive gelegt hat“, sagt Abteilungsleiter Markus Clemens. Mit Dardan Gashi – der Ex-Brucker studiert in Passau Jura – und Benedikt Buchinger (kam vom Bezirksligisten Hutthurm) integrierte Tanzer zwei Neue in den Abwehrverbund. Die beiden sind 21, wie ihre Kollegen Alex Delpy und Michael Aringer. Im Kasten steht mit Wloch der Routinier, 34. Außer dem Keeper ist nur noch Florian Stecher, 31, ein Schaldinger Urgewächs, jenseits der dreißig. Stecher (acht Tore) ersetzt als Stürmer den nach Burghausen abgewanderten Michael Pillmeier (33 Tore in der vergangenen Saison).

Das Vorhaben, die Mannschaft weiter zu verjüngen, klappt hervorragend. Aus dem 18-Mann-Kader ist ein Dutzend U 23. „Wir stehen traumhaft da“, erklärt Clemens die momentane Tabellensituation, „und das Gute ist, dass wir keinen Druck haben.“ Der Verein mache sich noch keine Gedanken hinsichtlich eines Aufstiegs in die Regionalliga, aber er werde der weiteren Entwicklung bestimmt nicht im Weg stehen. Im Mai dieses Jahres scheiterten der SVS als Zweiter der Landesliga Mitte in der Relegation knapp an Schweinfurt, das Lizenzierungsverfahren hatte der Passauer Vorstadtklub schon mit Erfolg hinter sich gebracht.

Gearde die jungen Schalding-Heininger haben in den letzten Wochen reichlich Selbstvertrauen getankt. Mit entsprechend breiter Brust würden sie am Sonntag ans Schüsselhauser Kreuz kommen, daraus macht Clemens kein Hehl. „Mit einem Unentschieden werden wir uns nicht zufrieden geben.“ Andererseits spricht er aber auch von einer „undankbaren Aufgabe“. Vor Simon Knauer haben die Grün-Weißen gewaltigen Respekt. „Wer von 16 Toren allein zehn geschossen hat, muss ein Guter sein“, sagt Clemens.

Auf Knauer setzt Hoffmann auch, wenn es darum geht, endlich den Heimfluch zu beenden. Dazu kann er morgen wieder auf Abwehrchef Tobias Völker zurückgreifen, der vor Wochenfrist mit Grippe flachlag. Im Tor steht erneut Tobias Hellmann für den letztmals gesperrten Thomas Geisler. Hoffmann bescheinigte Hellmann beim 0:2 in Unterföhring eine einwandfreie Leistung. „Auf ihn kann man in Zukunft bauen.“

Diese Einschätzung trifft für die Münchner Fraktion aus dem TSV-Aufgebot nur sehr eingeschränkt zu. Medara, Penic, Goia, Schwindl und Tosic, die üblicherweise aus der Landeshauptstadt in einem Auto an den Lechrain fahren, sind am Donnerstag wieder einmal zu spät zum Training gekommen; „ungefähr zum zehnten Mal“, rechnet Hoffmann auf. Diese Disziplinlosigkeit geht dem Vorturner gegen den Strich, den üblichen Verkehrsstau lässt er als Entschuldigung nicht mehr gelten. Zelimir Tosic hat er in die Reserve verbannt, nachdem der in Unterföhring nach seiner Einwechslung keinen Fuß auf den Boden gebracht und hinterher auch die verabredete Aussprache mit ihm, Hoffmann, geschwänzt hatte.

Daniel Deppner hingegen hat gute Chancen, in der Startformation Aufnahme zu finden. Der Youngster hat am Donnerstag im Trainingsspiel einen formidablen Eindruck hinterlassen. „Über kurz oder lang wird Deppner aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sein“, prophezeit Hoffmann.

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 19.10.2012 16:05 Uhr