Fußball    

Vorletzte Chance für den TSV Aindling

Aindling – Es ist zwar noch nicht die letzte, zumindest aber die vorletzte Chance für den TSV Aindling. Verliert das Schlusslicht der Bayernliga Süd (sieben Punkte) heute (Anstoß 19 Uhr) auch das Kellerderby beim TSV Gersthofen (zehn Punkte), dann muss das Schüsselhauser Kreuz nach 17 Jahren wohl oder übel die „Landesliga“ wieder in seinen Wortschatz aufnehmen.


<p>Die vorletzte Chance </p>

Interimstrainerduo Hoffmann/Kiechl ist noch ungeschlagen


Gersthofen und Aindling sind die einzigen Mannschaften des Neunzehnerfelds, bei denen die Vorarbeiter des ersten Durchgangs nicht mehr beschäftigt sind. Während Gerhard Hildmann bei den Gelb-Schwarzen freiwillig sein Amt niederlegte, bekam Klaus Wünsch bei den Rot-Weißen den blauen Brief. Nach dem 0:5 in Regensburg wartete Aindlings Vereinsführung das Ultimatum, das sich Wünsch selbst gestellt hatte, nicht mehr ab.

So prekär die Lage beim mit Abstand dienstältesten Bayernligisten auch ist, sein Interimstrainergespann Macco Hoffmann und Harry Kiechl ist nach dato zwei Einsätzen noch ungeschlagen. Als Wünsch im Urlaub war, coachten die beiden den TSV in Landshut zum bisher einzigen Sieg (2:1). Am letzten Sonntag bei ihrem Debüt nach der Bestallung als Übergangstrainer rettete die Mannschaft gegen den Drittletzten Hankofen-Hailing wenigstens ein 2:2, das im sportlichen Überlebenskampf natürlich zu wenig war.

Dass die Tabellenkonstellation aus dem Nachbarschaftsduell ein „besonderes Spiel“ macht, muss Hoffmann nicht ausdrücklich erklären. Bei einer Niederlage werde es „ganz schwer“, die Kurve noch zu kriegen. Dann sei es „irgendwann die Überlegung wert, generell umzudenken und mit Leuten aus dem eigenen Nachwuchs zu planen“.

Aber noch ist es nicht so weit. Hoffmann hat Hoffnung, den Karren noch aus dem Dreck ziehen zu können. Die Mannschaft sei trotz der fortwährenden Negativerlebnisse weit davon entfernt sich aufzugeben, das stelle er bei jeder Übungsstunde fest. Zum Beispiel erst wieder am Dienstag, als die Spieler auf dem läuferischen Sektor „ordentlich Gas gegeben“ hätten. Dafür stand gestern der Ball im Mittelpunkt.

Übers Training habe sich der ein oder andere empfohlen für die Startformation, wie Lukas Wiedholz, der gegen Hankofen nur eingewechselt worden war. Am Dienstag fehlte neben Tobias Völker (im Job unterwegs) auch Patrick Modes. Der Stürmer, der am Sonntag die beiden Elfmeter herausgeholt hatte, die Simon Knauer verwandelte, laboriert seit Sonntag an einer schmerzhaften Schienbeinprellung. Hoffmann indes ist zuversichtlich, Modes heute nominieren zu können. Ob er gegenüber der Hankofen-Elf Änderungen vornehmen wird, ließ der 46-Jährige offen. Viel werde sich auf jeden Fall nicht tun.

Was die Namen im Kader angeht, sieht Hoffmann Gersthofen mit Brnadic, Roth, Bulik, Zweckbronner, Fischer und Keil voraus. Der Kollege Christian Kleer sieht das nicht anders. Allerdings muss er auf David Bulik verzichten. Der Ex-Aichachacher flog vor Wochenfrist beim 1:5 in Fürstenfeldbruck schon in der siebten Minute nach einer Notbremse mit „Rot“ vom Platz. Kleer hat Bulik in einer seiner ersten Maßnahmen vom Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger umfunktioniert.

In Bruck sah Kleer seine Mannschaft deutlich unter Wert geschlagen. „Das Spiel hätte auch 2:2 ausgehen können.“ Was die Befindlichkeit seiner Mannschaft angeht, äußert er sich wie Hoffmann: „Wir haben ein gutes Klima, alle Spieler sind sehr engagiert, nur werden sie nicht belohnt.“

In seinen bis dato vier Spielen als Verantwortlicher hat Kleer immerhin eine ausgeglichene Bilanz: zwei Unentschieden, ein Sieg, eine Niederlage. Wie lange er die Gersthofener „Erste“ noch befehligen werde, „steht in den Sternen“, sagt der gebürtige Dachauer, der jetzt in Augsburg lebt. Dass Gersthofen wie Aindling um Ex-FCA2-Trainer Roland Bahl buhlt, ist ihm nicht entgangen. Kleer kann sich aber auch vorstellen, zur Reserve zurückzukehren, um die er sich vor seiner Beförderung gekümmert hat.

„Aindling hat mehr Druck als wir“, sagt Kleer, 37, der in den „Neunzigern“ vom TSV Schwabhausen kommend mal ein halbjähriges Gastspiel beim damaligen Bezirksoberligisten Pipinsried gab. Sonst erkennt er keinen Unterschied. Entscheidend wird sein, wie beide Mannschaften ihre Defizite in der Defensive in den Griff kriegen. Mit jeweils 34 haben sie mit Abstand die meisten Gegentore in der Südstaffel kassiert. So bedeutungsschwer die Auseinandersetzung der Leidensgenossen auch ist, Macco Hoffmann weiß vorab eines sicher: „Ganz gleich, wie’s ausgeht, den Fußball wird’s weiter geben.“

Von Heribert Oberhauser


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Veröffentlicht am 27.09.2012 16:49 Uhr