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FCP schafft die Pokalsensation

Pipinsried – Sensationen im Cup sind das Salz in der Suppe. Zweifelsohne für eine Riesenüberraschung sorgte gestern Abend in der zweiten Runde des BFV-Pokals der FC Pipinsried, der mit dem verdienten 1:0 (0:0)-Sieg den zwei Klassen höher angesiedelten TSV Rain ausschaltete und nun erstmals im Achtelfinale des landesweiten Wettbewerbs (3. Oktober) steht.


<p>FC Pipinsried weiter im Lostopf </p>

FCP-Spielertrainer Tobias Strobl (rechts) wurde mit seiner offensiven Aufstellung mit dem Einzug ins Achtelfinale belohnt. Der Ex-Aindlinger Sebastian Fischer (links) blieb dagegen wie seine Rainer Teamkollegen bei der 0:1-Pokalblamage blass. Foto: Horst Kramer


Mit dem Einzug in die Runde der letzten 16 Teams wurde Pipinsrieds Spielertrainer Tobias Strobl für seine mutige Aufstellung belohnt. Statt des gewohnten 4-2-3-1 nominierte er mit Michael Holzhammer und Michael Funk zwei Spitzen. Neben Funk neu in der Startformation gegenüber dem 5:1 vom Sonntag gegen Durach waren noch Thomas Schreiner auf der Spielmacherposition sowie Junis Ibrahim im rechten Mittelfeld.

Ein Zwei-Klassen-Unterschied war nicht festzustellen. Die Pipinsrieder boten dem Sechsten der bayerischen Regionalliga mehr als nur Paroli, waren ein ebenbürtiger Gegner, der in der Anfangsphase auch die besseren Chancen hatte. Funk, etwas zu weit abgedrängt, brachte die Kugel noch Richtung Rainer Gehäuse, wo sie die Querlatte streifte (14.). Auch bei Dominik Schöns Freistoß aus gut 25 Metern fehlte nicht viel, um Zentimeter strich der Schuss rechts am Kasten vorbei (16.).

Es dauerte fast eine halbe Stunde, ehe Rain, das gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Ingolstadt 2 auf fünf Positionen verändert war, zu seiner ersten Großchance kam. Nach einer Flanke von Simon Clari köpfte Markus Hörmann aus acht Metern an den rechten Pfosten (29.). Kurz vor dem Seitenwechsel näherten sich die Pipinsrieder noch zwei Mal dem Rainer Tor an, doch Schön (39.) und Ibrahim (45.) hatten bei ihren Distanzschüssen das Visier zu hoch eingestellt.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Gelb-Blauen weiter das aktivere Team. Rain bekam keinen Zugriff auf die Partie, weil der Landesligist dem Favoriten großes Engagement entgegensetzte. Das Geschehen spielte sich denn auch mehr vor TSV-Keeper Sascha Jöckel ab, der sich bei Funks verunglücktem Flankenball gewaltig strecken musste, um diesen noch über die Querlatte zu lenken (54.).

Der 40-jährige Routinier im Rainer Kasten war jedoch am Pipinsrieder Siegtreffer maßgeblich beteiligt, als er sich gegen den guten Schreiner im Strafraum nur mehr mit einem Foul zu helfen wusste. Da zückt mancher Schiedsrichter schon einmal die rote Karte, Florian Neiber beließ es bei einer Verwarnung. Der eigentliche Verursacher war aber Dominik Bobinger, dem ein kapitaler Stockfehler unterlief. Ibrahim verwandelte eiskalt, ließ Jöckel keine Abwehrchance (1:0, 68.).

Rain war jetzt gefordert, doch der Regionalligist blieb weiterhin so ziemlich alles schuldig. Nur einmal wurde es brenzlig für den FCP. Nach Hörmanns Flanke und Daniel Schneiders Kopfball rettete Erkan Atilgan in höchster Not auf der Torlinie (82.). Davor und danach hätte der FCP alles klar machen können. Schreiners abgefälschter Schuss landete auf der Latte (72.), Qemajl Beqiri scheiterte nach Schreiners Vorarbeit an Jöckel (86.). Die restlichen Minuten brachte der FCP unbeschadet über die Runden.

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Weiser, Adrianowytsch, Atilgan – Strobl – Ibrahim (80. Ernesto), Schön – Schreiner – Holzhammer (77. Beqiri), Funk (68. Kinaci).

TSV Rain: Jöckel – Geiß, Bobinger, Woltmann, Englisch – Lovric – Clari (46. Lutz), Fischer, Hörmann, Brito Carvalho (38. Daniel Schneider) – Friedl (71. Alexander Schneider).

Tor: 1:0 Ibrahim (68./Foulelfmeter). – Schiedsrichter: Neiber (Wasserburg/Schw.) – Zuschauer: 220. – Gelbe Karte: Lovric, Jöckel.

Trainerstimmen:
Tobias Strobl
(FC Pipinsried): Man hat gesehen, wozu wir in der Lage sind, wenn wir gegen bessere Gegner spielen. Wir haben heute bewusst mit zwei Stürmern und einem Zehner offensiv aufgestellt, weil wohl auch Rain dachte, dass wir mauern würden. Wir wollten im Zentrum gut stehen, weil Rain dort eine hohe Qualität besitzt. Die Taktik haben wir überragend umgesetzt. Den Schwung mit dem Sieg im Pokal wollen wir jetzt auch mit in die Liga nehmen.
Tobias Luderschmid (TSV Rain): Ich habe die Mannschaft eindringlich davor gewarnt, Pipinsried zu unterschätzen. Und wir liefern eine katastrophale und bodenlose Leistung ab. Ich habe wieder einige Wechsel in der Startelf vorgenommen. Es will jeder in der Regionalliga spielen, doch was dabei herausgekommen ist, haben wir gesehen. Der Sieg von Pipinsried war jedenfalls verdient.

Von Herbert Walther



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Veröffentlicht am 12.09.2012 21:26 Uhr