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Pipinsried stolpert

Pipinsried – Tobias Strobl, Spielertrainer des FC Pipinsried, war stocksauer nach dem Match. 0:1 (0:0) hatten seine Truppe gegen den TSV Landsberg verloren, durch einen Strafstoß, über dessen Zustandekommen die meisten der 250 Zuschauer nur den Kopf schüttelten.


<p>Pipinsried stolpert </p>

Tobias Antoni diskutierte nach Spielschluss mit Schiedsrichter Daniel Höche (links) über den umstrittenen Elfmeter, den der FCP-Torhüter verursacht hatte und der zur 0:1-Heimniederlage gegen Landsberg führte. Foto: Horst Kramer


Strobl saß derweil minutenlang vor der Spielerbank, seine Kicker wirkten wie begossene Pudel. Dann nahm der 24-Jährige langsam Fahrt auf, befahl lautstark Mannschaftskapitän Erkan Atilgan zu sich sowie Fernando Ernesto, der nach dem Abpfiff auf dem Boden zusammen gesunken war. Anschließend stauchte er seinen Mannen zusammen, in einer Lautstärke, die auf der anderen Stadionseite zu vernehmen war. Dort diskutierte Keeper Tobias Antoni noch mit dem Schiedsrichtergespann und beschwerte sich über den alles entscheidenden Pfiff von Referee Daniel Höche aus der 50. Minute.

Der Unparteiische hatte nach einer Aktion des FCP-Torwarts auf Elfmeter entschieden: Antoni wollte das Leder am rechten Strafraumeck wegspitzeln, Damian Engel wollte sich gerade das Spielgerät schnappen. Wer zuerst am Ball war, mag strittig sein – unstrittig war, dass Engel zu Boden sank. Schiedsrichter-Assistent Florian Stöckl winkte heftig – das war auch nötig, denn sein Chef Höche wollte wohl weiterspielen lassen. Erst als Höche die gelbe Fahne sah, benutzte er sein Blasinstrument. Alles Protestieren von Pipinsrieder Seite half nichts: Kurz darauf lief Benjamin Hauke an und versenkte das Leder rechts unten (0:1, 51.).

TSV-Coach Sven Kresin, der aufgrund einer roten Karte vom vergangenen Wochenende zum Zuschauen verdammt war, sah den Sachverhalt naturgemäß gelassen: „Mag sein, dass nicht jeder Schiedsrichter die Aktion pfeift. Aber eine Frage stellt sich mir schon: Warum kommt der Torwart überhaupt soweit raus?“ Kresin war nicht der einzige, der darauf keine Antwort wusste.

Antonis Motiv wird ihm auch egal gewesen sein, seine weitere Analyse traf den Nagel auf den Kopf: „Vor der Pause hatten die Pipinsrieder zwar mehr Ballbesitz, aber große Chancen habe ich nicht gesehen. Nach dem Seitenwechsel waren wir einfach cleverer und nehmen daher die drei Punkte zu Recht mit nach Hause.“

Tatsächlich war in den ersten 45 Minuten so gut wie nichts von den Gästen zu sehen – in der Offensive. Kurz hinter der Mittellinie hatten sie allerdings ein Abwehrnetzwerk gestrickt, das seinesgleichen sucht: Zwei Viererketten, dazu zwei „Sechser“, alles auf einem Raum von weniger als 20 Metern Tiefe. Der FCP verhedderte sich immer wieder: Für das von Strobl geliebte Kurzpass-Spiel fehlten die Räume. Aber auch die gelb-blauen Dribbelkünstler blieben immer wieder hängen. Vor allem Ernesto erregte immer wieder den Unwillen des Publikums. Wobei es dessen Kollegen nicht viel besser machten. Am auffälligsten agierte noch Dominik Schön: Hin und wieder gelang es ihm, sich durch die rot-weißen Reihen zu schlängeln – wie in der 25. Minute, als er erst an Landsbergs Torwart Obermayer hängen blieb. Oder als er in der Schlussphase einen Freistoß an den Pfosten setzte (66.). Aber das war es auch schon. Womöglich wäre ein Remis gerecht gewesen, aber im Fußball entscheiden bekanntlich die Tore – und dazu zählen auch Elfmeter.

FC Pipinsried: Antoni – Finkenzeller, Adrianowytsch, Weiser, Atilgan – Strobl, Sandner (58. Kubica) – Ernesto, Schön, Ibrahim (72. Beqiri) – Holzhammer.

TSV Landsberg: Obermayer – Buschel, Hauke, Nichelmann, Sanktjohannser – Krötz (46. Nuscheler), Klein – Salemovic, Spreitzer (76. Kessler), Fülla – Engel.

Tor: 0:1 Hauke (51., Foulelfmeter). – SR: Höche (Weichering). – Z.: 250. – Gelb: Atilgan, Sandner, Ernesto, Adriano-wytsch – Buschel, Fülla.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 26.08.2012 21:25 Uhr