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Aus der Traum für Pipinsried

Pipinsried – Wer das Relegations-Hinspiel am Donnerstag gesehen hatte (0:0), hätte mit einer derart klaren 0:3 (0:1)-Niederlage nicht gerechnet. Umso überraschenderweise war die Dominanz der Gartenstädter. „Wir haben verdient verloren, Gundelfingen war klar besser“, zog Interimscoach Helmut Wirth nach den 90 Minuten Bilanz. „Bis zum ersten Gegentor agierten wir auf Augenhöhe, doch danach fielen wir auseinander“, hatte der Niederbayer beobachtet.


<p>Aus der Traum </p>

Aus und vorbei: Ein niedergeschlagener FCP-Angreifer Michael Funk nach der 0:3-Heimniederlage gegen Gundelfingen. Das große Ziel Bayernliga hat sich für Pipinsried nicht erfüllt.


Es war wieder einer der verflixten Treffer, den sich die Gelb-Blauen kurz vor der Pause einfingen: Manuel Müller hatte eine Ecke von links auf den kurzen Pfosten geschlagen, FCP-Keeper Philipp Brenner segelte daneben, im Gegensatz zum FCG-Verteidiger Peter Struck (0:1, 44.). Das Unheil hatte sich schon eine Minute zuvor angedeutet, als René Schröder einen Ball von der rechten Eckfahne hereingebracht hatte, der im Pipinsrieder Strafraum für Chaos sorgte (43.). „Warum das Team sich nach solchen Nackenschlägen nicht wieder aufrappeln kann, habe ich in den drei Wochen, die mir zur Verfügung standen, nicht herausfinden können“, räumte Wirth später ein.

Vielleicht war sich die Truppe aus dem Dachauer Hinterland nach der Partie an der Donau einfach zu sicher gewesen – umso größer dann die Enttäuschung, als sich die Gundelfinger nicht so ohne Weiteres ergeben wollten. Das vermutete zumindest deren Trainer Wilfried Mayer.

Doch gab es auch handfestere Gründe für den Triumph seines Teams. Zum einen wirkten die Hausherren merkwürdig blutleer: Der Biss nach vorne fehlte. Zum anderen boten sich auch nicht die Räume wie drei Tage zuvor. Zwar agierte der FCP wie im Hinspiel sehr defensiv – offenbar sollten die Schwaben hinten herausgelockt werden, um Platz für die Sprints von Michael Funk und Hakan Karabudak zu schaffen. Aber die Grün-Weißen taten den Gelb-Blauen diesen Gefallen nicht: Die FCG-Abwehrreihe entfernte sich selten weiter als zehn bis 15 Meter vom eigenen Strafraumrand weg.

Nach dem 0:1 entstand eine gänzlich neue Situation. Wirth stellte von Viererkette auf Dreierreihe um: Er brachte Yilmaz Kinaci für Christian Adriano-wytsch (53.). Klar, dass er alles auf eine Karte setzen musste. Indes, der Schuss ging nach hinten los. Im wahrsten Sinne des Wortes: Im Gundelfinger Strafraum traten sich nun beständig zehn bis zwölf Kicker auf die Füße. Auf der anderen Seite entstanden die Lücken – in die der FCG-Goalgetter Stefan Winkler hinein stieß.

Überraschenderweise hatte Mayer seinen Sturmführer nicht in der Anfangself aufgeboten – doch als der Ex-Bayernliga-Coach die Umstellung in der Pipinsrieder Defensive erkannte, brachte er umgehend Winkler als Joker (58). Der Stoßstürmer stach zweimal: jeweils nach Kontern, beide Male aus halblinker Position: Das 0:2 (71.) war ein Schock, das 0:3 (76.) bedeutete den Garaus aller Pipinsrieder Hoffnungen.

Kurz darauf wanderten die ersten Zuschauer ab. Natürlich war FCP-Boss Konrad Höß stocksauer: „Das war Schlafwagenfußball, den wir geboten haben. Völlig unverständlich.“ Prompt versprach der 71-Jährige das Team auf fünf bis sechs Positionen umzubauen.

Der Mann, der den neuen FCP in eine bessere Zukunft führen soll, hatte er auch gleich bei der Hand: Der Ingolstädter Tobias Strobl (24) hatte sich das Ganze angesehen. Höß und er sind sich handelseinig geworden, wie sie unisono bestätigten.

FC Pipinsried: Brenner – Hutterer, Adrianowytsch (53. Kinaci), Hanusch, Atilgan – Horky, Sandner – Beqiri Kubica, Karabudak – Funk.

FC Gundelfingen: Kiebler – Struck, Mayerle, Schnelle, Ruffrano (79. Merkle) – Prießnitz, Schröder – Wirth, Müller (73. Reutter), Scheu – Mattick (58. Winkler).

Tore: 0:1 Struck (44.), 0:2 Stefan Winkler (71.), 0:3 Winkler (76.). – Schiedsrichter: Kornblum (Chieming). – Zuschauer: 1000. – Gelbe Karten: Sandner, Kinaci – Müller.

Von Horst Kramer


<p>Aus der Traum </p>

Arthur Kubica (gelbes Trikot) lief sich immer wieder in der Gundelfinger Defensive fest, wie hier gegen Michael Mayerle. Fotos: Horst Kramer




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Veröffentlicht am 28.05.2012 21:53 Uhr