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Pipinsrieder Stehaufmanderln

Pipinsried – Für den Pipinsrieder Anhang war es ein Déja-vu-Erlebnis: Zur Halbzeit liegt sein Team schon hoffnungslos 0:2 zurück. Nach dem Seitenwechsel agiert der FCP wie verwandelt und robbt sich an den Sieg heran. So war es vor zwei Wochen, so wäre es am Sonntag fast wieder gewesen. Mit einem Unterschied: Der Gegner kam dieses Mal nicht aus Aichach, sondern aus Fürstenfeldbruck. Daher mussten sich die Gelb-Blauen mit einem 2:2 (0:2) begnügen.


<p>Pipinsrieder Stehaufmanderl </p>

FCP-Kapitän Manfred Leidenberger (rechts) streckt sich, um gegen Wilson Onyemaeke, Brucks Torschützen zum 2:0, an den Ball zu kommen. Hinten lauert Erkan Atilgan. Foto: Horst Kramer


Im Gegensatz zum BCA fightete die junge Truppe des SC Fürstenfeldbruck in der zweiten Hälfte zurück. FCP-Spielertrainer Roland Baumgärtner, der nach 22 Minuten mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausschied, wertete denn auch das Ergebnis als „gerecht“. Sein Pendant Roberto Fontana war dagegen offensichtlich ziemlich frustriert. Er stapfte an den zahlreichen Pressevertretern vorüber, ohne eine Stellungnahme abzugeben.

Doch Fontana hatte keinen Grund sich zu beklagen. In den ersten dreißig Minuten tasteten sich beide Mannschaften ziemlich ergebnislos ab. Der Respekt beiderseits war zu spüren. Doch plötzlich riss der Pipinsrieder Faden. Die Ursache: der erste Treffer der Gäste durch den auffälligen Armin Lange. Der 19-Jährige setzte auf dem linken Flügel zu einem 30-Meter-Sturmlauf an, dem niemand folgen konnte. Gegen seinen platzierten Schuss von der Strafraumgrenze war Johannes Steiner machtlos (0:1, 30.). Kurz darauf der zweite Brucker Treffer. Martin Finkenzeller vertändelte das Spielgerät kurz hinter der Mittellinie – ausgerechnet gegen Lange. Der rannte mit dem Ball am Fuß auf Steiner zu und zog ab. Der FCP-Keeper machte sich lang und lenkte das Leder mit den Fingerspitzen ab - doch Wilson Onyemaeke war mitgelaufen und beförderte es über die Linie (0:2, 32.). Ein Schock für das Baumgärtner-Team, von dem es sich so schnell nicht erholte. Der Ball lief nicht mehr. Zumeist lief nur Spetim Sulimani, wieder der auffälligste Akteur auf Seiten des Dorfclubs. Pipinsried konnte von Glück reden, sich keinen dritten Treffer vor der Pause eingefangen zu haben.

Es wäre interessant zu erfahren, was die Pipinsrieder Trainer während der Pause in der Kabine angestellt haben. Was immer es war, es wirkte. Ihre Gelb-Blauen kamen voller Selbstbewusstsein auf das Spielfeld zurück. Ein Doppelpass von Yilmaz Kinaci – diesmal von Anfang an für den angeschlagenen Michael Funk dabei – und Arthur Kubica hätte fast für ein Erfolgserlebnis gesorgt (47.). Überhaupt Kubica. Zusammen mit Dominik Sandner war der Ex-Heimstettener in der zweiten Hälfte Dreh- und Angelpunkt der Pipinsrieder Aktionen und rechtfertigte das Vertrauen, das FCP-Boss Konrad Höß in ihn gesetzt hat. Doch zuerst war Sandner an der Reihe: Sein 22-Meter-Freistoß ins linke untere Eck ist eine der Aktionen, die man gerne im Replay sehen würde (1:2, 50.). Die Jagd war eröffnet. Und Kinaci bereitete den nächsten Treffer vor: Der Türke kämpfte sich rechts durch und zog ab. Kubica nahm den abgewehrten Ball auf und beförderte ihn in den Brucker Kasten (2:2, 60.). Die letzte halbe Stunde war nichts für schwache Nerven: Drei Großchancen für die Hausherren verzeichneten die Statistiker, darunter einen Kopfball von Kinaci aus kurzer Distanz, den Michael Beck irgendwie abwehrte (74.). Doch die junge Brucker Truppe hielt dagegen: Onyemaeke traf bei einem Konter die Latte (84.).

FC Pipinsried: Steiner – Finkenzeller, Hrnecek, Atilgan, Leidenberger – Baumgärtner (23. Kubica), Sandner - Beqiri, Sulimani (54. Holzhammer), Schön – Kinaci (79. Yürükgeldi)

SC Fürstenfeldbruck: Beck – Feicht, Rodenwald, Schmeiser, Türkcan (23. Baier) – Hollering, Krovinovic, Heinzinger (80. Horn), Lippert – Onyemaeke, Lange (75. Bonsjak).

Schiedsrichter: Bruckmayer (Altötting).

Zuschauer: 250.

Tore: 0:1 Lange (30.), 0:2 Onyemaeke (32.), 1:2 Sandner (50.), 2:2 Kubica (60).

Gelbe Karte: Finkenzeller, Atilgan, Sandner, Hrnecek – Rodenwald, Hollering, Heinzinger, Baier.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 04.09.2011 21:39 Uhr