Fußball    

Zum Sieg gezittert

Aindling – Ausgerechnet gegen die U 23 der SpVgg Unterhaching, gegen die er seit fünf Jahren nicht mehr gewonnen hatte, hat der TSV Aindling gestern Abend in der Fußball-Bayernliga in die Erfolgsspur zurückgefunden. In der Endphase eines kurzweiligen Spiels stand der 1:0 (1:0)-Sieg der Rot-Weißen aber auf Messers Schneide. Das Tor des Tages erzielte Simon Knauer, der in der zweiten Halbzeit umknickte und mit einer Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk ausschied.


<p>Zum Sieg gezittert </p>

Benjamin Woltmann (links) legt sich im Zweikampf mit Hachings Michael Vitzthum ins Zeug. Der Aindlinger Mittelfeldspieler, diesmal rechts in der Raute eingesetzt, bereitete das Tor des Tages durch Simon Knauer wunderbar vor. Foto: Siegfried Kerpf


Entgegen der Vorhersage von TSV-Trainer Stefan Anderl stand Daniel Söllner doch zur Verfügung. Für den Rechtsverteidiger fand sich bei seinem Arbeitgeber MAN kurzfristig Ersatz. Anderl konnte somit wieder die Anfangsformation von Rosenheim (1:2) rekrutieren, verordnete ihr aber ein anderes taktisches Konzept: Statt 4-2-3-1 (wie Haching) bevorzugte der Coach diesmal eine Raute im Mittelfeld (mit Sebastian Szikal auf der Sechs) und zwei Stürmer (Marcel Ebeling und Simon Knauer).

Bevor das offensiver ausgerichtete System zum Tragen kam, fuhr den Aindlingern erst einmal der Schreck in die Glieder. Haching hatte schon nach 45 Sekunden eine dicke Doppelchance durch Hasenbeck und Amrhein. Dann aber kam das Spiel des TSV gleich in Schwung. Dominik Koch dribbelte von links in den Strafraum. Aber statt in aussichtsreicher Position abzuschließen, legte er für den im Abseits stehenden Simon Knauer auf, dessen Tor zu Recht annulliert wurde. Aufgeschoben war aber nicht aufgehoben.

Abseitsstellungen, voran von Knauer, waren das Manko des Aindlinger Spiels in der ersten Halbzeit. Haching erwies sich, wie es sich für Tabellennachbarn gehört, als ebenbürtiger Widersacher. Dass beide Mannschaften im Keller hocken, erschloss sich dem Betrachter angesichts des unterhaltsamen Kicks nicht. Thomas Geisler musste sich gegen Lennart Hasenbeck bewähren (13.), Ömer Kancas Flachschuss strich knapp vorbei (19.).

Das 1:0 entsprang einem prächtigen Spielzug. Ebeling setzte an der rechten Flanke den starken Benjamin Woltmann ein, dessen Querpass Knauer aus sechs Metern nur einzuschieben brauchte (25.). Knauer war allerdings gar nicht nach Jubeln zumute. Am Nachmittag war seine Großmutter beerdigt worden.

Umgehend war Haching drauf und dran auszugleichen. Michael Hutterers flache Hereingabe von rechts passierte den gesamten Torraum, an desen hinterem Ende Kanca lauerte. Auch der zweite Versuch des Türken verfehlte das Ziel denkbar knapp (28.). Aber Aindling stand den Gästen, was gefährliche Torannäherungen anging, in nichts nach. Ebelings kernigen Schuss lenkte SpVgg-Keeper Korbinian Müller reflexartig ab genau auf Kochs Körper, aber von dort flog der Ball unkontrolliert weiter und rechts am Pfosten vorbei (43.).

Nach dem Seitenwechsel mussten beide Parteien dem flotten Treiben des ersten Durchgangs Tribut zollen. Packende Strafraumszenen gab’s jetzt nicht mehr zu bestaunen. Aindling zog sich etwas zurück, gerade nach dem Ausscheiden von Knauer, für den Werner Meyer ins rechte Mittelfeld rückte. Im Angriff konnte Ebeling allein kaum noch für Entlastung sorgen.

Unterhachings Überlegenheit war zwar durchaus noch auszuhalten, aber der Gast meldete immer nachhaltiger seinen Anspruch auf den Ausgleich an. Der schien in der 79. Minute fällig, aber Hasenbeck schlenzte den Ball nach Kancas idealem Zuspiel nicht nur an Geisler, sondern auch am Kasten vorbei. Aindling wackelte bedenklich und hatte auch bei Patrick Amrheins Kopfball Glück (81.). Meyer hätte die aufgeregten Gemüter der Gastgeber beruhigen können, aber nach Scheifel-Zuspiel setzte er frei vor Müller die beste Chance des Spiels in die Werbebande (84.). Auch Simon Huber verpasste das erlösende 2:0, weil er sich den Ball gegen Müller zu weit vorlegte (90.). So musste sich Aindling über die letzten Sekunden zittern. Schiedsrichter Florian Badstübner ließ nur deren 50 nachspielen, was ihm die Hachinger übel nahmen.

TSV Aindling: Geisler – Söllner, Scheifel, Völker, Simon Huber – Szikal – Woltmann, Koch (88. Bakovic) – Sebastian Fischer – Ebeling (83. Schön), Knauer (65. Meyer).

SpVgg Unterhaching 2: Müller – Hutterer, Angermeier (46. Mayer), Vitzthum, Schneider – Yilmaz, Martin (73. Baydemir) – Tosun (62. Schuster), Amrhein, Kanca – Hasenbeck.

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach).

Zuschauer: 350.

Tor : 1:0 (25.) Knauer.

Gelbe Karte: Huber – Angermeier.



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Veröffentlicht am 17.08.2011 23:09 Uhr