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TSV Aindling: Schromms Lob schwacher Trost für Anderl

Aindling – Heimstettens Trainer Claus Schromm bescheinigte seinem Kollegen Stefan Anderl am Mittwochabend bei der Pressekonferenz, in Aindling „hervorragende Arbeit“ zu leisten. Als er den TSV drei Tage zuvor in dessen bis dato besten Spiel gegen Großbardorf beobachtet habe, habe eine „Mannschaft auf dem Platz gestanden“. Schromm hatte natürlich leicht preisen, soeben hatte der SVH mit 2:1 den ersten Saisonsieg errungen. Für Anderl wiederum war die Lobeshymne nur ein schwacher Trost nach dem Negativerlebnis im Münchner Nordosten, das die Rot-Weißen im Bayernligaklassement von 7 auf 14 zurückgeworfen hat. Am Sonntag (17 Uhr) soll der Trend wieder umgekehrt werden im Heimspiel gegen den Vierten Würzburger FV.


<p>Schwacher Trost für Anderl </p>

Dominik Koch (links) ist von großem Ehrgeiz beseelt. Eine Woche nach seinem gegen Großbardorf (rechts Bastian Götzfried) erlittenen Nasenbeinbruch mit leichter Gehirnerschütterung will der Aindlinger Flügelspieler am Sonntag gegen Würzburg wieder am Ball sein. Foto: Kerpf


Angesichts der eklatanten Ersatzgestellung – gegenüber dem Großbardorf-Spiel kamen zu Aldin Medara (Kreuzband-riss) noch Tobias Völker, Dominik Koch, Michael Fischer und Simon Knauer auf die Absentenliste – schlug sich Aindlings Rumpfelf in Heimstetten tapfer. „Was meine Mannschaft geboten hat, war okay“, urteilte Anderl. Immerhin gehörten der mit Torhüter Thomas Geisler, Abwehrmann Sebastian Szikal und Spielmacher Sebastian Fischer nur noch drei gestandene Bayernligaspieler an. „In diese Situation werden wir heuer noch öfter kommen“, befürchtet Fußballchef Josef Kigle und stellt klar, dass es beim TSV keine weiteren Neuzugänge geben werde. Der Verein werde die Preistreiberei nicht mehr mitmachen. Abgesehen davon, findet Kigle, hätten „die Jungen es nicht schlecht gemacht“. Auch Anderl zollte seinen Grünschnäbeln Respekt, zum Beispiel Patrick Modes, der nach seiner Einwechslung für den Debütanten Tomislav Bakovic (65.) eine starke Leistung gezeigt habe. Letztlich musste Aindling der individuellen Klasse eines Dominik Schmitt und Orhan Akkurt Tribut zollen. Dass Heimstetten gewinnt, wenn Akkurt trifft, ist beim SVH ungeschriebenes Gesetz. Am Mittwoch erzielte das Stürmer-phantom seine ersten Saisontore. Vorher spielte Heimstetten drei Mal 1:1.

Aindling rechnet am Sonntag mit der Rückkehr von Abwehrchef Tobias Völker und Mittelfeldspieler Michael Fischer. Beide waren krank. Auch Dominik Koch will eine Woche nach seinem Nasenbeinbruch als Maskenmann wieder eingreifen. Koch sei „unglaublich ehrgeizig“, weiß Anderl. Ein Mitwirken des schnellen Flügelspielers komme aber nur in Frage, wenn die leichte Gehirnerschütterung komplett ausgeheilt sei. Simon Knauer (lädiertes Knie) wird sein Comeback vermutlich verschieben müssen. Den Schlaks indes hat der kleine Marcel-Pascal Ebeling nicht nur wegen seines wunderbaren Anschlusstreffers in der Nachspielzeit durchaus beachtlich vertreten.

Aindlings Widersacher kommt in doppelter Hinsicht angeschlagen ans Schüsselhauser Kreuz. Nachdem in Würzburg schon Euphorie ausgebrochen war bei sieben Punkten aus drei Spielen, hat der WFV am Mittwoch zu Hause gegen Buchbach 1:3 verloren; und zwar „verdient nach der schwächsten Saisonleistung“, wie der stellvertretende Sportliche Leiter Bernhard Dölling betont. „Wir haben die ersten 25 Minuten verschlafen“, ergänzt Trainer Michael Hochrein.

Zum anderen geht der Arbeiterverein aus der Mainfrankenmetropole, bei dem Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) Präsident ist, wie Aindling personell am Krückstock. Peter Deißenberger, Andreas Ganzinger (beide mit Bänderriss) und Jürgen Walther (Schulteroperation) sind verletzt, Christian Steinmetz und Marcello Asta im Urlaub. Und hinter Tobias Riedner und Andreas Kirchner (beide fehlten gegen Buchbach) stehen Fragezeichen.

Mit Steffen Krautschneider (vier Treffer) stellt der WFV aktuell den besten Torschützen der Bayernliga. Der Mittelfeldspieler, 19, gilt als Hoffnungsträger der Blau-Weißen. Krautschneider ist Anderl ins Auge gestochen, als der die Würzburger bei ihrer Saisonouvertüre in Rain (3:2) unter die Lupe nahm.

Hochrein ist bei den Würzburgern in der achten Saison fürs Sportliche verantwortlich, damit der mit Abstand dienstälteste Trainer der Bayernliga. Der Verein ist mit dem 47-Jährigen durch dick und dünn gegangen. „Eine Trennung war nie ein Thema“, sagt Dölling. Dass der WFV unbedingt in die Regionalliga will, daraus macht Dölling kein Hehl. Für die Viertklassigkeit fehle allerdings noch ein potenter Sponsor. Ein solcher sei „weit und breit nicht in Sicht“.

Von Heribert Oberhauser



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Veröffentlicht am 05.08.2011 18:12 Uhr