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FCP: Tabellenführer nach Spitzenspiel

Pipinsried – Wer hätte das gedacht? Der FC Pipinsried ist Tabellenführer der Landesliga Süd. Gut, es ist erst der zweite Spieltag. Doch die Fans des Dorfklubs haben den 1:0 (0:0)-Sieg gegen den SV Pullach und den daraus resultierenden Spitzenplatz gefeiert, wie wenn es die Herbstmeisterschaft wäre. Und selten hat man Präsident Konrad Höß so strahlen sehen wie nach den neunzig Minuten am Mittwochabend: „Es war eine tolle Vorstellung der Truppe“, urteilte er, schränkte dann jedoch ein bisschen ein: „in der zweiten Halbzeit.“


<p>Tabellenführung nach Spitzenspiel </p>

Starkes Duo in der FCP-Abwehr: Torhüter Johannes Steiner und Christian Weiser. Der Neuzugang aus Aindling erwies sich auch in seinem zweiten Spiel für seinen neuen Verein als echte Verstärkung für die Abwehr. Foto: Horst Kramer


Allerdings sahen das die meisten Experten ähnlich. Zum Beispiel der Technische Leiter der Pullacher, Theo Liedl: „Die Pipinsrieder haben verdient gewonnen, insbesondere wegen ihrer starken zweiten Halbzeit.“ Es stimmt schon, in der zweiten Hälfte dominierten die Gelb-Blauen. Doch sahen sie auch in den ersten Minuten der Partie nicht schlecht aus. Manfred Leidenberger schickte Goalgetter Michael Funk gleich einmal in die Spitze (4.). Gleich darauf setzte sich Markus Hanusch per Kopf durch (6.). Jedoch war beide Male der starke Gil Shohat – heuer der Kapitän der Isartaler – zur Stelle.

Auch in den folgenden Minuten ging es munter rauf und runter, allerdings ohne, dass dabei Zählbares herauskam. Zum einen lag dies an den beiden guten Keepern, zum anderen auch an den stets präsenten Innenverteidigern. Bei den Gästen stach Philipp Malige heraus, bei den Gelb-Blauen überzeugte vor allem Christian Weiser. Der Ex-Aindlinger stellt eine klare Verstärkung des Teams dar. Er verlor fast keinen Zweikampf und profilierte sich auch verbal als Führungsspieler. An Weisers Seite fand auch der junge Hanusch wieder zur alten Sicherheit zurück.

Die eigentlichen Positionskämpfe fanden im Mittelfeld statt. Die Pullacher machten die Räume sehr eng – beide Mannschaften verloren dort das Spielgerät genauso oft, wie sie es wieder eroberten. „Die Pullacher beherrschen ein sehr gutes Kurzpass-Spiel“, befand FCP-Spielertrainer Roland Baumgärtner nach dem Match. „Vor der Pause hatten wir damit Schwierigkeiten“, analysierte er weiter. Zählt man die Torgelegenheiten zusammen, kam für die Gastgeber trotzdem ein leichtes Plus heraus. Nicht zuletzt, weil sie zwei Großchancen verbuchen konnten. Neuzugang Taner Yürükgeldi sorgte durch einen 18-m-Freistoßhammer für die eine: Das Leder wurde von der Mauer leicht abgelenkt und schlug an den rechten Pfosten (37.). Keine zwei Minuten später wäre Funk fast die Führung gelungen. Er nahm eine scharfe Hereingabe von Martin Finkenzeller mit der Hacke auf und setzte das Spielgerät nur Zentimeter neben den linken Pfosten (39.). Allerdings hätten die Pullacher zuvor schon durch Christian Duswald einen Treffer (11.) erzielen müssen.

Was immer Baumgärtner und Schäfer in der Pause gepredigt hatten, es wirkte. Die Gelb-Blauen erwischten einen Superstart, namentlich Funk. Der Ex-Griesbeckerzeller schnappte sich den Ball an der linken Außenlinie und tanzte die gesamte Pullacher Abwehr aus – nur am israelischen Keeper der Münchner Vorstädter kam er nicht vorbei (47.). Ähnlich erging es seinem Chef Baumgärtner, der ebenfalls am stärksten Pullacher scheiterte (49.).

Warum der junge Spielertrainer seine auffälligste Offensivkraft Funk nach 68 Minuten für Yilmaz Kinaci vom Spielfeld nahm, erschloss sich nicht jedem auf der Tribüne. Neun Minuten später wurde es klar. Im Strafraumgetümmel reagierte der junge Türke am schnellsten. Er schnappte Richard Heckel den Ball vom Fuß und stocherte die Kugel aus sieben Metern in den Kasten. Shohat konnte nicht mehr reagieren. Die Schlussviertelstunde wurde naturgemäß hektisch, aber den Pullachern gelang es nicht, sich klare Torgelegenheiten zu erarbeiten. Es blieb beim knappen, aber verdienten Sieg.

„Es war ein offenes Spiel“, konstatierte ein erschöpfter, aber glücklicher Baumgärtner hinterher. „Die Pullacher waren der erwartet starke Gegner, sie werden sicherlich ganz oben mitspielen“, lobte Baumgärtner die Gäste – und damit natürlich auch seine eigene Truppe. Der Ingolstädter fand dann noch Zeit, auf die „Causa Holzhammer“ einzugehen: „Was in einigen Zeitungen stand, war aufgebauscht“, betrieb er vorsichtige Medienschelte: „In Zukunft sollten wir darauf achten, interne Vorgänge auch intern zu behandeln.“ Der Angreifer, für dieses Spiel aus dem Kader gestrichen, saß übrigens mit seiner Freundin auf der Gegengeraden und verfolgte das Spiel seiner Kollegen gespannt.

FC Pipinsried: Steiner – Finkenzeller, Hanusch, Weiser, Leidenberger – Sandner, Yürükgeldi (46. Horky) – Beqiri, Baumgärtner, Schön – Funk (68. Kinaci).

SV Pullach: Shohat – Beierkuhnlein (78. Suchanke), Malige, Heckel, Königer – Schuff – Purschke, Cukur (63. Reitter), Berchthold (63. Thurnhuber) – Duswald, Rauch.

Schiedsrichter: Hummel (Betzigau).

Zuschauer: 200

Tor: 1:0 Kinaci (77.).

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 27.07.2011 23:12 Uhr