Fußball    

FCP gegen Aindling - ein ungleiches Duell

Pipinsried – Als „Duell auf Augenhöhe“ wurde das Pokalspiel zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV Aindling angekündigt. Weit gefehlt. Nach etwas mehr als 20 Minuten hatte der Bayernligist das ungleiche Duell, das man so sicherlich nicht erwartet hatte, für sich entschieden. Schon zur Halbzeit stand der 5:1-Sieg des TSV fest, der sich locker für die erste BFV-Runde qualifizierte.

<p>Ein ungleiches Duell </p>

„Das war in der ersten Halbzeit ein Auftreten wie von einer Freizeitmannschaft“, schimpfte FCP-Präsident Konrad Höß. Dass sein Team den Rot-Weißen läuferisch derart unterlegen war, brauchte einen aber auch nicht zu verwundern. Für einen Landesligisten hatte der Klubchef den Trainingsstart sehr spät terminiert (30. Juni), zumindest gestern Abend erhielt er dafür nun die Quittung. FCP-Spielertrainer Roland Baumgärtner, der keinen einzigen Neuzugang für die Startformation nominierte, wollte die frappierende Unterlegenheit nicht allein auf die kurze Vorbereitungszeit schieben. „Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht auf dem Platz, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen“, kritisierte der Ingolstädter.

Im Defensivbereich brannte es bei den Gastgebern an allen Ecken und Enden, egal ob im Abwehrzentrum, an den Flanken oder im defensiven Mittelfeld. „Da haben die Abstände nicht gestimmt“, so Baumgärtner. Für die Aindlinger, die mit jener Formation begannen, die zum Auftakt nächste Woche gegen Schweinfurt zu erwarten ist, waren die Freiräume ein gefundenes Fressen. Im Mittelfeld durfte der TSV um Regisseur Sebastian Fischer, von den Pipinsriedern zumeist unbehelligt, nach Belieben schalten und walten, dass den Gastgebern Hören und Sehen verging. „Das war schon eine tolle Halbzeit von uns“, lobte Aindlings Trainer Stefan Anderl den Auftritt seines Teams vor der Pause, „unser Spiel gegen den Ball hat mir sehr gut gefallen.“ So zwangen die Aindlinger den FCP zu vielen Ballverlusten.

Aber auch bei hohen Bällen nach Ecken und Freistößen oder den weiten Einwürfen von Sebastian Szikal, der gestern vor der Abwehr agierte, hatten die Lechrainer die Lufthoheit. Daraus resultierte auch die frühe Aindlinger Führung, als Simon Knauer nach Szikals weitem Einwurf zum 0:1 einköpfte (6.). Sehenswert war die Entstehung des zweiten Treffers, als Dominik Koch, Benjamin Woltmann und Sebastian Fischer über die rechte Seite kombinierten. Knauer legte herrlich für Sebastian Fischer auf, der mit seinem starken linken Fuß aus 18 Metern präzise halbhoch in die linke Ecke traf – 0:2 (20.). Nur eine Minute später zirkelte Sebastian Fischer einen Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze zum 0:3 in die Maschen (21.).

Keineswegs die Souveränität ging den Aindlingern abhanden, als Dominik Sandner nach Dominik Schöns Freistoßhereingabe per Kopf auf 1:3 verkürzte (24.). Schon zwei Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt, als Michael Fischer nach Szikals Pass den Torgiebel traf, von wo aus das Leder zwar wieder ins Feld zurücksprang, aber Schiedsrichter-Assistent Daniel Rosenberger signalisierte sofort den Treffer zum 4:1 für Aindling. Kurz vor der Halbzeit war schließlich die Demütigung für den FCP perfekt, als Simon Huber Michael Fischers Vorlage zum 1:5 über die Linie drückte (42.).

Dass sein Team in der zweiten Halbzeit die Partie zumindest vom Ergebnis her ausgeglichen gestalten konnte, wollte Baumgärtner nicht überbewerten. „Den Klassenunterschied hatte ich so nicht erwartet“, räumte er ein. Auch wenn Aindling nicht mehr ganz das hohe Tempo aus Halbzeit eins anschlug, so gefiel es Anderl, wie sich sein Team trotz der hohen Führung präsentierte: „Da war keiner dabei, der irgendwie glänzen wollte, sondern es wurde weiter konzentriert gearbeitet.“ Lediglich sein dünner Kader bereitet ihm Kopfzerbrechen, hier erwartet der neue Trainer, dass Abhilfe geschaffen wird. Gestern verhandelte Spielbetriebs-Vorsitzender im FCP-Sportheim mit Emin Ismaili vom Landesliga-Absteiger Gerolfing. Kigle deutete jedoch an, dass eine Verpflichtung des Mittelfeldspielers wohl nicht zustande komme.

FC Pipinsried: Steiner – Finkenzeller (55. Yürükgeldi), Hanusch (46. Hrnecek), Adrianowytsch, Leidenberger – Sandner, Horky – Beqiri, Schön – Baumgärtner, Funk (46. Holzhammer).

TSV Aindling: Geisler – Medara, Scheifel, Völker, Huber – Woltmann, Szikal – Koch (60. Meyer), Sebastian Fischer, Michael Fischer (58. Söllner) – Knauer (75. Modes).

Schiedsrichter: Färber (Augsburg).

Zuschauer: 300.

Tore: 0:1 Knauer (6.), 0:2 Sebastian Fischer (20.), 0:3 Sebastian Fischer (21.), 1:3 Sandner (24.), 1:4 Michael Fischer (26.), 1:5 Huber (42.).

Von Herbert Walther



Ausführliche Nachrichten aus dem Wittelsbacher Land, aus Bayern und der Welt im E-Paper der Aichacher Zeitung. Hier bestellen.

Veröffentlicht am 17.07.2011 22:20 Uhr




 

Drucken   Speichern   Senden    Leserbrief