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TSV Aindling: Zum siebten Mal 1:2

Aindling – Auch der TSV Aindling konnte die Siegesserie der U23 des FC Ingolstadt nicht stoppen. Der Bayernliga-Tabellenführer gewann gestern Abend am Schüsselhauser Kreuz mit 2:1 (1:0). Das Ergebnis geht in Ordnung, weil der FCI über weite Strecken die bessere und tonangebende Mannschaft war. Dem TSV Aindling gelang es nur in den letzten zehn Minuten, Druck auf das FCI-Gehäuse auszuüben – das war zu wenig. Nach der dritten Niederlage 2011 wird die Situation für den TSV immer prekärer.


<p>Zum siebten Mal 1:2 </p>

Matthias Wittek (links) war als FCI-Verteidiger an seiner fußballerischen Wiege erst in den Schlussminuten gefordert. In der ersten Halbzeit hatte er einen ruhigen Job. Hier klärt er vor Aindlings Stürmer Doll. Foto: Kerpf


Während Ingolstadt 2 den achten Sieg hintereinander feierte, verlor Aindling zum siebten Mal in dieser Saison 1:2. Trainer Manfred Paula konnte es nicht fassen: „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“ Er kritisierte Schiedsrichter Jonas Schieder, der seiner Mannschaft in der 94. Minute einen Handelfmeter verweigert habe. Sogar der Aindlinger Matthias Wittek im Ingolstädter Dress habe das Handspiel ihm gegenüber eingeräumt, war Paula außer sich.

Mit Hübl, Eweka, Knauer und dem Debütanten Teofanov schickte Paula gegenüber dem Rosenheim-Spiel vier Neue in die Startelf. Müller (gesperrt) und Fischer (verletzt) waren zum Zuschauen gezwungen, Benede und Dietl beorderte der Trainer auf die Bank.

Das umfangreiche Revirement förderte das Offensivspiel der Rot-Weißen nicht. FCI-Keeper Siegl hatte im ersten Abschnitt überhaupt nichts zu tun, auch Innenverteidiger Wittek, einer von drei Lizenzspielern in Jo Albersingers Team (neben Keidel und Strobl), musste sich an seiner fußballerischen Wiege nicht überanstrengen.

Immerhin präsentierte sich der TSV zunächst in der Defensive stabil, gebot dem Ligaprimis rechtzeitig Einhalt. Das änderte sich. Tobias Strobl brachte Geislers Kasten nach einer feinen Einzelleistung erstmals richtig in Gefahr. Knapp flog der Ball über die Latte (33.). Sechs Minuten später mutierte Strobl zum Vorbereiter. Sein ideales Zuspiel an den Elfmeterpunkt schloss Luka Odak ohne zu fackeln ab, unhaltbar für Geisler. Irgendwie hatte sich das 0:1 angebahnt, da die Platzherren das Spiel immer seltener nach vorne tragen konnten.

Aindlings Hoffnungen, das Geschehen wieder unter Kontrolle zu bekommen, erhielten bald nach Wiederbeginn einen weiteren Dämpfer. Geisler parierte erst noch per Reflex gegen Strobl, aber dann sprang Eweka der Ball im Strafraum an die Hand, worauf der überragende Strobl den Elfmeter sicher zum 0:2 verwandelte (52.).

Vergeblich reklamierten auch die Gastgeber für sich einen Handelfer – es war in der 66. Minute die bis dahin aufregendste Szene im Ingolstädter Strafraum. Tobias Völker erlebte sie von draußen. Der Kapitän war umgeknickt, musste gegen Benede ausgewechselt werden. Nun erzwang der TSV wenigstens mehr Spielanteile. Aber was hilft’s, wenn die Stürmer nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Knauer hatte dann mal eine Chance, aber der Schlaks nahm den Ball mit dem Fuß statt mit dem Kopf, drosch ihn in den Nachthimmel (78.). Gut gelaunt war längst nur noch der FCI-Fanclub Black-Red Schanzer.

Paula riskierte alles, brachte mit Dietl einen dritten Stürmer für Zerle. Jetzt endlich verlieh Aindling seinen Aktionen mehr Nachdruck. Doll hatte Pech, schoss mit links flach am rechten Pfosten vorbei (84.). Aber noch in derselben Minute schaffte Knauer nach Dietl-Vorlage frei vor Siegl doch den Anschluss. Der TSV warf jetzt alles nach vorne, bei den letzten Eckstößen rannte sogar Geisler in den Ingolstädter Strafraum – umsonst.

„Das war alles andere als ein Spaziergang“, atmete FCI-Amateurleiter Christoph Heckl nach dem Schlusspfiff auf.

TSV Aindling: Geisler – Zerle (78. Dietl), Völker (58. Benede), Szikal, Hübl – Kling – Eweka (67. Akdemirci), Schmidt, Teofanov – Knauer, Doll.

FC Ingolstadt 2: Siegl – Keidel, Wittek, Krammel, Odak – Kremer, Kauffmann – Berger, Strobl (82. Herzel), Müller – Lappe (89. Yohoua).

Schiedsrichter: Schieder (Weiden).

Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 (39.) Odak, 0:2 (52.) Strobl (Handelfmeter), 1:2 (84.) Knauer.

Gelbe Karte: Hübl, Dietl – Kremer, Herzel.

Von Heribert Oberhauser



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Veröffentlicht am 25.03.2011 22:53 Uhr