Fußball    

FCP-Abwehr in Trümmern

Pipinsried – Der FC Pipinsried blieb sich auch im letzten Heimspiel des Jahres 2010 treu: Für Mannschaften aus dem unteren Tabellenviertel fungiert er als Sparring- und Aufbaupartner. Diesmal durfte die TSG Thannhausen jubeln, sie konnte mit drei Punkten nach Hause fahren. Den schwäbischen Stürmern verhalf die gelb-blaue Trümmerdefensive dabei gleich zu fünf Erfolgserlebnissen. Und auch die Abwehr der Gäste durfte sich freuen: Erst das zweite Mal in dieser Saison blieb sie ohne Gegentreffer.


<p>FCP-Abwehr in Trümmern </p>

Allein auf verlorenem Posten: Spielertrainer Marco Küntzel, der am linken Flügel Mathias Gschrey zu entwischen versucht, ging mit dem FCP gegen Thannhausen 0:5 unter. Foto: Kramer


Adnan Akyel, einer der Thannhauser Torschützen, konnte sein Glück nach der Partie kaum fassen: „Gegen so eine Abwehr möchte ich jede Woche spielen – was die machen, ist ja vogelwild.“ Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

Die Fußballer aus dem Mindeltal sind nun am Dorfklub vorbeigezogen. Vor dem Auswärtsmatch beim Tabellenführer FC Unterföhring am nächsten Sonntag steht das Team von Coach Marco Küntzel auf dem Relegationsplatz. Der Mecklenburger war nach Spielschluss erst einmal sprachlos: „Bei so einer Leistung fehlen mir die Worte. Einigen Spielern fehlt offensichtlich der Wille, in der Landesliga bestehen zu wollen.“ Namen nannte er natürlich keine, aber es war klar, dass sich seine Verbitterung vornehmlich gegen seine Defensivabteilung richtete.

Die Partie begann als offener Schlagabtausch: Die Thannhauser hatten schon nach wenigen Minuten erste Einschussmöglichkeiten (4., 5. und 6.), bevor Markus Hanusch per Kopf für Gefahr vor dem Gästekasten sorgte (6.). Der wiedergenesene Daniel Grassert hatte in der zwölften Minute die FCP-Führung auf dem Fuß, blieb aber an Keeper Thomas Böld hängen. Zwei Minuten später bediente er Süleyman Uzun, dessen Hechtkopfball nur knapp den rechten Außenpfosten verfehlte (14.). Doch die Pipinsrieder mussten sich nicht beklagen: Thannhausens Kapitän Stefan Selig setzte einen Freistoß an die Latte (17.).

Ein Tor würde bald fallen, soviel war klar. Nur wo, war die Frage. Volkan Cantürk beantwortete sie: Aus fünf Metern konnte er sich nach Vorlage von Florian Sandner völlig freistehend die Ecke aussuchen (0:1, 24.). Schon acht Minuten später stand es 0:2. Stefan Leiteritz schaltete nach Winzigs Lattenkopfball und Mirocis Hereingabe am schnellsten und sackte das Leder ein (32.). Dank Christian Vötter wurde der Rückstand kurz darauf nicht größer: Sandner stand ganz alleine vor ihm, aber der FCP-Torwart warf sich ihm mutig entgegen (34.). Kurz darauf war er machtlos: Stefan Horky hatte sich bei einer Flanke von rechts verschätzt. Cantürk stand frei in seinem Rücken und erzielte den dritten Treffer für die Gäste (38.). Hätte Adnan Akyel kurz vor der Pause besser gezielt, dann hätte er nicht nur den Innenpfosten getroffen (44.).

Küntzel setzte nach dem Seitenwechsel alles auf eine Karte: Für den indisponierten Thomas Oberhauser (doch wer war das eigentlich nicht) und den wirkungslosen Daniel Daffner brachte er Michael Holzhammer und Michael Funk. Das Mittelfeld war nun offen, es war eine Alles-oder-Nichts-Entscheidung. Der FCP drückte auf den Anschluss und erspielte sich durch Holzhammer (50.), Funk (51.), Horky (52.) und Grassert (53.) gute Chancen. Das Spielgerät lief zwar in den eigenen Reihen, doch meist versandete der letzte Pass im Ungefähren. Und wenn er kam, fehlte es an Präzision und Schussglück, zum Beispiel bei Uzun (64.) oder Holzhammer (73.). Mit dem 0:4 war auch der letzte Funke Hoffnung ausgetreten. Sandner schloss einen Konter erfolgreich ab (74.). Zu allem Überfluss fiel noch ein weiterer, ganz ähnlicher Treffer, diesmal durch Akyel (0:5, 76.). Wer noch nicht gegangen war, verließ jetzt die Pipinsrieder Arena.

Ohne Zweifel ist die Abwehr der Pipinsrieder die größte Baustelle. Nur der junge Markus Hanusch zeigte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung eine halbwegs ansprechende Leistung. Uzun und Finkenzeller sind im Mittelfeld zwar eifrig, doch mit zu vielen Abspielfehlern. Und vorne fehlt Fortuna. Die Glücksgöttin muss am kommenden Wochenende das blauschwarze Auswärtstrikot anziehen, ansonsten überwintert der Dorfklub auf einem Abstiegsplatz.

FC Pipinsried: Vötter – Longo, Hanusch (57. Richter), Horky, Leidenberger – Daffner (46. Funk), Finkenzeller, Oberhauser (46. Holzhammer), Uzun – Grassert, Küntzel.

TSG Thannhausen: Böld – Gschrey, Hänsle, Selig, Micheler – Winzig – Leiteritz (81. Keles), Miroci, Sandner – Akyel (76. Asik), Cantürk (71. Balogh).

Schiedsrichter: Hummel (Betzigau).

Zuschauer: 150.

Tore: 0:1 (24.) Cantürk, 0:2 (32.) Leiteritz, 0:3 (38.) Cantürk. 0:4 (74.) Sandner, 0:5 (76.) Akyel.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 21.11.2010 21:03 Uhr



 
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