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FCP: Der Unterschied heißt Römer

Pipinsried – ie Revanche ist nicht geglückt. Wie schon zu Saisonbeginn fing sich der FC Pipinsried auch zum Rückrundenstart der Landesliga Süd eine klare Niederlage gegen den TSV Gersthofen ein. Das 0:4 fiel allerdings eine Nummer zu hoch aus. Immerhin hatte die Küntzel-Truppe anfangs dominiert und bis zum 0:2 gut mitgespielt. Danach fuhren die Augsburger Vorstädter ihren Sieg abgezockt nach Hause. Vermutlich sind sie auch zum Saisonende ganz oben mit dabei.


<p>Der Unterschied heißt Römer </p>

Mark Römer (rechts), der hier Daniel Daffner hinterherlaufen muss, machte bei Gersthofens 4:0 in Pipinsried den Unterschied aus. Der Ex-Profi erzielte zwei Tore. Foto: Kramer


Der Dorfklub hatte wieder einmal eine andere Startaufstellung. Im 18. Spiel war es die gefühlte 18. Startelf. Neben den vielen Langzeitverletzten fehlten auch die Rotsünder der vergangenen Woche, Manfred Leidenberger und Thomas Oberhauser. Michael Holzhammer musste kurzfristig wegen einer Mandelentzündung passen. Die Bank war mit Michael Funk und Daniel Kattner nur spärlich besetzt.

So konnte man erwarten, dass der FCP verhalten in das Match gehen würde. Doch der Erfolg von Schwabmünchen schien den Mannen von Spielertrainer Marco Küntzel Selbstvertrauen gegeben zu haben. Sie waren in den ersten zwanzig Minuten das bessere Team und hatten die ersten Chancen. Martin Finkenzeller ließ mit einem 17-Meter-Schuss aufhorchen (15.). Kurz darauf fiel sogar ein Treffer: Finkenzeller brachte den Ball vom rechten Strafraumrand auf die andere Seite, wo Süleyman Uzun herangestürmt kam und das Spielgerät aus fünf Metern einschob. Doch der Schiedsrichterassistent hatte die Fahne oben, Schiedsrichter Thomas Berg pfiff ab. Eine umstrittene Entscheidung.

Im Gegenzug musste Christian Vötter in höchster Not retten, als Paul Fischer einem weiten Ball hinterher sprintete. Die anschließende Ecke von links brachte Gersthofens Kapitän Johannes Hintersberger hoch herein. Fischer schraubte sich nach oben. Der sonst so kopfballstarke Thomas Richter schaute zu, Vötter klebte auf der Linie. So stand es plötzlich 0:1 (24.). Küntzel ärgerte sich hinterher: „Dabei hatten wir die Gersthofener Standards unter Woche noch geübt!“

Gleich darauf der zweite Schock: Finkenzeller verdrehte sich bei einem Zweikampf das rechte Knie und musste ausgewechselt werden (25.). Michael Funk ging nun in die Spitze, Daniel Daffner übernahm die Regie im Mittelfeld und entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt der Pipinsrieder Angriffe. Doch der Schwung war erst einmal weg - es schien, als ob die Mannschaft nicht mehr an sich glaubte.

In der Pause hauchte Küntzel seiner Truppe wieder etwas Leben ein: Sie begann engagiert und setzte die Gäste unter Druck. Antonio Longo eroberte sich den Ball am gegnerischen 16-Meter-Raum und passte von der Torauslinie scharf in die Mitte, fand aber keinen Abnehmer (56.). FCP-Präsident Konrad Höß war nicht unzufrieden: „Eigentlich sieht man keinen Qualitätsunterschied.“ Doch es gab ihn und er hatte einen Namen: Mark Römer. Der bullige Stürmer spielte im Strafraum Stefan Vötter aus und erhöhte auf 2:0 (61.). Beim nächsten Duell der beiden blieb der FCP-Keeper der Sieger: Römer kam allein auf Vötter zu, aber der Pipinsrieder Keeper pflückte das Leder von den Füßen des Ex-Zweitligaprofis (63.). Beim Dorfclub war jetzt der Faden gerissen. Fünf Minuten vor dem Schlusspffif brachte Vötter Andreas Neumeyer Markus Hanusch zu Fall. Hintersberger verwandelte den Elfmeter sicher zum 0:3 (85.). Und Römer stellte kurz vor Schluss den Endstand her (0:4, 88.).

FC Pipinsried: Vötter – Longo (64. Kattner), Hanusch, Thomas Richter, Hüttner – Horky, Finkenzeller 25. Funk), Hrnecek, Uzun – Daffner, Küntzel.

TSV Gersthofen: Krieglmeier – Nießeler (85. Schmoll), Benni Richter, Krammer, Liebsch (57. Kaczmaczyk) – Mittelbach, Hintersberger, Fischer, Obermeyer (64. Martin Wenni) – Römer, Neumeyer.

Schiedsrichter: Berg (Landshut).

Zuschauer: 200.

Tore: 0:1 Fischer (24.),,0:2 Römer (61.), 0:3 Hintersberger (85./Foulelfmeter), 0:4 Römer (88.)

Gelbe Karten: Vötter – Bennis Richter.

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 07.11.2010 22:16 Uhr