Fußball    

Der Verband will den Ligapokal

Aichach - Weder auf Bezirksebene noch im Fußballkreis Augsburg wurde seit dem Re-Start Mitte September auch nur eine Minute in diesem Wettbewerb gespielt - und doch steht der neu geschaffene Ligapokal seit Wochen im Blickpunkt. Wird er nun gespielt oder fällt er aufgrund der Corona-Pandemie und des zweiten Lockdowns doch dem Rotstift des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) zum Opfer? Seit dem Wochenende ist nun klar: Sollten es die staatlichen Vorgaben zulassen, wird ab Anfang März 2021 der Ligapokalwettbewerb in abgespeckter Version ausgetragen.


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Über ein Jahr liegt das letzte Duell zwischen dem VfL Ecknach (rechts Christoph Jung) und dem BC Adelzhausen (links Stephan Kreisel) bereits zurück. In der Punktrunde sind sich die beiden ostschwäbischen Klubs bereits zwei Mal begegnet, im kommenden März kommt es nun noch zu einem Vergleich in der Gruppe D des Ligapokals. Foto: Siegfried Kerpf


Es sind aber noch Fragen offen. Denn neben der Entwicklung der Corona-Pandemie und der Ungewissheit, ab wann die Politik wieder Wettkampfsport erlaubt, gibt es noch eine weitere große Unwägbarkeit, die den schwäbischen Verbandsfunktionären einen Strich durch ihre Planungen machen könnte: die Witterungsverhältnisse Anfang März. Man kann nicht alle Jahre davon ausgehen, dass der Winter einen ähnlich milden Verlauf nimmt wie zu Beginn dieses Jahres. Es liegt noch gar nicht so lange zurück, dass die Spielfelder im März unter einer Schneedecke lagen. Dennoch mussten die Spielleiter nun ihren Klubs einen Zeitplan vorgeben (siehe auch Kasten), damit diese nun ihre Planungen für die Wintervorbereitung aufnehmen können.
Vor ein paar Wochen, als die Infektionszahlen drastisch in die Höhe schnellten und die Regierung ab Anfang November jeglichen Amateursport untersagte, schien es noch so, dass dies auch das Aus für den Ligapokal bedeuten würde. Denn wie soll im Frühjahr 2021 angesichts der Flut an Nachholspielen (insgesamt 102 in allen Ligen des Kreises Augsburg) ein zusätzlicher Wettbewerb bewältigt werden? Schließlich hat der Punktspielbetrieb, wie vom BFV immer wieder kommuniziert wurde, oberste Priorität. Allein schon aus Wettbewerbsgründen wollte der Augsburger Kreisspielleiter Reinhold Mießl sämtliche Tabellen im Kreis Augsburg bereinigt haben, bevor die Punktrunde am 17./18. April fortgesetzt wird.
"Der Ligapokal", erklärt Mießl inzwischen aber, "ist nun mal von oben so gewollt." So sieht es ein Vorstandsbeschluss des BFV vor, dass der Ligapokal auf sämtlichen Spielklassenebenen ausgetragen werden soll - immer natürlich vorausgesetzt, dass die Politik den Spielbetrieb wieder freigegeben hat (Vorlaufzeit zwei Wochen). Sollte aber auch im März keine Austragung des Ligapokals möglich sein, bleibt als letzte Konsequenz nur die Annullierung dieses Wettbewerbs.
"Die Vereine sollen über den Ligapokal weiterhin die Möglichkeit haben, aufzusteigen oder die Klasse zu halten", begrüßt Bezirksspielleiter Rainer Zeiser die Entscheidung der BFV-Spitze. Der Bubesheimer hat ohnehin vor kurzem schon offen dafür geworben, den Wettbewerb auf Bezirksebene durchzuführen. Und auch wenn Mießl weiterhin nicht optimistisch klingt ob der Austragung im Kreis Augsburg, verhehlt er auch nicht, dass bei den Klubs ein gewisses Interesse am Ligapokal weiterhin vorhanden ist: "Wir haben Anfang Oktober nochmals allen Vereinen die Möglichkeit gegeben, sich ohne negative Folgen für sie vom Ligapokal abzumelden. Davon machten jedoch nur ganz wenige Gebrauch (33/Anm. d. Red. ), knapp 180 Teams wollen dagegen weiterhin teilnehmen."
Längst klar ist mittlerweile, dass der Ligapokal in seiner ursprünglich angedachten Form nicht durchgeführt werden kann. Die eigentliche Planung für diesen Wettbewerb war schon Anfang September nicht mehr realisierbar, nachdem die bayerische Staatsregierung dem Wettkampfsport erst verspätet grünes Licht gegeben hatte. Bei der ersten Änderung wurde die Gruppenphase, die als Hin- und Rückspiele vorgesehen war, auf eine Einfachrunde reduziert. Nun mussten die Spielleiter in der vergangenen Woche wieder an den Durchführungsbestimmungen feilen. Bei Bezirks- (nur die acht Gruppensieger erreichen das Viertelfinale) und Kreisliga (jeweils die ersten beiden aus den sieben Gruppen sowie die zwei besten Dritten aus den vier Vierergruppen erreichen das Achtelfinale) bleibt der Modus im Vergleich zur ersten Änderung unverändert, von der Kreisklasse abwärts erreichen jetzt aber nur noch die jeweiligen Gruppensieger die K.-o.-Phase.
Und auch für Nachholspiele sollten noch genügend Termine übrig bleiben, allerdings müssen die Klubs dann mit kurzfristigen Ansetzungen rechnen. Wer aus dem Ligapokal ausscheidet, wird parallel dazu Nachholspiele bestreiten. Auch Termine unter der Woche werden den Klubs, die in diesem Wettbewerb das Finale erreichen und noch Punktspiele im Rückstand sind, dann nicht erspart bleiben.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 01.12.2020 14:29 Uhr