Fußball    

Römerweg muss Festung werden

Adelzhausen - Das größte Sorgenkind der fünf Bezirksligisten aus der Aichacher Region ist der BC Adelzhausen. Seit dem letzten Punktspiel am 24. November 2019 ist der mit jetzt fünf Spielzeiten dienstälteste Vertreter aus diesem ostschwäbischen Quintett auf dem vorletzten Tabellenplatz zementiert. Aus 19 Partien holten die Adelzhausener gerade einmal 16 Punkte, im Schnitt nicht einmal einen Zähler pro Spiel. "Da ist mit Verletzungen, Sperren und Urlaubsplanung viel zusammengekommen", erinnert sich Abteilungsleiter Jürgen Dumbs an einen vermaledeiten Herbst. Die gegenwärtige Tabellensituation hat seiner Ansicht nach auch weniger damit zu tun, dass Trainer Johannes Putz mehr auf die spielerische Komponente setzt. In den meisten Partien waren die Adelzhausener sicherlich nicht das schlechtere Team, wie es Platz 15 auf den ersten Blick vermuten lässt.


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Nach auskuriertem Schlüsselbeinbruch setzt der BC Adelzhausen im Bezirksliga-Abstiegskampf auf Rückkehrer Maximilian Ettner (links). Foto: Reini Rummel


Tatsache sind aber sechs Punkte Rückstand bei einem Spiel weniger auf Relegationsplatzinhaber Günzburg. "Es gibt aber keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen", betont Dumbs. Allerdings braucht es beim Re-Start Ende September - vorausgesetzt bis dahin wird der Wettkampfsport in Bayern freigegeben - schon eine Fabelserie, um den dritten Abstieg in der Vereinsgeschichte (bislang 1987 und 2005 jeweils aus der Bezirksliga Nord) noch zu verhindern.
Aber es gibt durchaus einige Punkte, warum am Römerweg trotz der Ausgangsposition Optimismus herrscht. Dumbs verweist auf den Spielplan: Von den restlichen elf Partien dürfen Putz' Mannen acht Mal zu Hause antreten, auch wenn sie in der Heimtabelle der Staffel Vorletzter sind. "Für uns werden gleich die ersten vier Heimspiele entscheidend sein", betont der 36-Jährige, "drei davon müssen wir gewinnen, um bei der Musik zu bleiben." Mit Mertingen, Altenmünster, Aindling und Wertingen, die ebenfalls in der zweiten Hälfte das Klassements rangieren, warteten machbare Aufgaben.
Wenn die Corona-bedingte Unterbrechung einen Vorteil hatte, dann den, dass Maximilian Ettner seinen Schlüsselbeinbruch aus dem Heimspiel gegen Günzburg (1:2) Anfang November vollständig auskurieren konnte und somit für den Abstiegskampf zur Verfügung steht. "Er könnte für uns Gold wert werden", sagt Dumbs. Der zentrale Mittelfeldspieler hat nach Torjäger Dominik Müller (20 Treffer, zwei Vorlagen) den zweitbesten Scorerwert (zwei Tore, sechs Vorlagen). Auch mit Stefan Asam kann Putz nach dessen Studium-bedingten Nordirland-Aufenthalt wieder planen. Patrick Schuch hingegen wird als Werksstudent eines großen bayerischen Automobilherstellers in Dingolfing nur am Wochenende zur Verfügung stehen, der langjährige Kapitän Christoph Mahl hingegen gar nicht mehr. Der 35-jährige Stürmer hat seine privaten Pläne nicht mehr geändert und sein Karriereende in diesem Sommer vollzogen.
"Wir brennen auf den Re-Start", hat Dumbs vor dem ersten Test heute Abend gegen Sulzemoos (siehe auch "Testspiele") - trainiert wird aber schon wieder seit 11. Juli ein- bis zweimal wöchentlich - Aufbruchstimmung ausgemacht. Der Fokus liegt ganz klar auf der Liga. "Das ist wohl der einfachere Weg", glaubt Dumbs, auch wenn über den Ligapokal der Klassenerhalt auch geschafft werden könnte.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 03.08.2020 17:22 Uhr



 
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