Fußball    

Kontaktaufnahme: Wie die heimischen Fußballteams den Trainingsstart planen

Aichach - Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Fußball-Normalität: Seit gestern ist Training mit Körperkontakt wieder erlaubt, das hat die Bayerische Staatsregierung am Dienstag bekanntgegeben. Die Lockerung nährt die Hoffnung, dass der für September geplante Neustart im Pflichtspielbetrieb tatsächlich gelingen kann, hatte der Bayerische Fußballverband den Vereinen doch versprochen, mindestens vier Wochen Training vor dem Anpfiff von Restsaison und Ligapokal zu gewährleisten.

 

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Dürfen sich wieder nahe kommen: Die Fußballer des FC Pipinsried um Christoph Rech (links) und Steffen Krautschneider kehren am 17. Juli auf den Trainingsplatz zurück. Seit Dienstag steht fest, dass dann auch Zweikämpfe wieder Teil der Einheiten sein werden. Foto: Horst Kramer


Gewöhnlich sind die Übungseinheiten allerdings, Stand jetzt, noch nicht: Weiter gelten die gängigen Hygienevorschriften. Testspiele gegen andere Mannschaften sind außerdem noch nicht erlaubt. Nichtsdestotrotz planen die heimischen Klubs aus Bayern- und Bezirksliga eifrig den Einstieg ins Training mit Abschlussspiel, Zweikämpfen und Kopfballduellen und haben Vorbereitungspartien vereinbart.

FC Pipinsried: Der Bayernliga-Primus plant, am 17. Juli ins Training einzusteigen. "Den Aufgalopp" nennt der Sportliche Leiter Tarik Sarisakal die Einheit, an deren Rand Coach Andreas Thomas und die Neuzugänge vorgestellt werden. In den Wochen darauf spielt die Lockerung in Sachen Körperkontakt in Pipinsried eine untergeordnete Rolle. Das zweite Mannschaftstraining ist für den 25. Juli angesetzt, Einheit drei am dritten August. Dazwischen haben Thomas und sein spielender Co, Stephan Thee, individuelle Laufeinheiten eingetaktet. Der erste Test für das neue Übungsleiter-Duo steht am 8. August bei Landesligist Eintracht Karlsfeld an. Eine Woche später empfängt der FCP Regionalligist VfB Eichstätt, am 21. August gastiert er bei Landesligist TSV Jetzendorf. Für die Generalprobe vor dem Neustart hat sich Pipinsried einen weiteren Viertligisten ausgesucht: den VfR Garching (Spielort offen). Auch in Sachen Personalplanung tut sich noch etwas. Details will Sarisakal in den kommenden Tagen verraten.

TSV Aindling: Christian Adrianowytsch gibt sein Debüt als Übungsleiter des TSV Aindling am 28. Juli. Für diesen Termin ist die erste Einheit angesetzt. Etwas mehr als zwei Wochen später kann er die Trainingsfortschritte seiner neuen Mannschaft im ersten Testspiel beobachten: Am 16. August wird der SC Griesbeckerzell zu Gast sein. Weitere Gegner sind der SSV Anhausen (19. August), der SSV Alsmoos-Petersdorf (23. August), der FC Ehekirchen (26. August) und als Highlight der Bayernligist TSV 1860 München 2 am 29. August. Seine Pflichtspielpremiere für den TSV könnte Adrianowytsch dann tatsächlich gegen seinen Ex-Klub, den TSV Hollenbach, feiern, so der 2. September wie geplant ein Nachholspieltag sein wird.

TSV Hollenbach: Am Krebsbach ist nun Adrianowytschs vormaliger Assistent Christoph Burkhard zum Cheftrainer aufgestiegen. Der Ex-Profi bedauert, "dass wir die Runde nicht mit Christian zu Ende bringen können. Es wäre cool gewesen, wenn er nach seiner erfolgreichen Zeit hier einen sauberen Abschluss bekommen hätte." Nichtsdestotrotz könne er dessen Entschluss, bereits zum Neustart nach Aindling zu wechseln, nachvollziehen. Auf seine kommende Aufgabe ist Burkhard gespannt: "Ich freue mich drauf. Das wird eine ganz neue Erfahrung." Ende Juli wollen die Hollenbacher in die Vorbereitung einsteigen. Seit fünf Wochen steht die Mannschaft bereits auf dem Platz. Ballgefühl zurück in die Füße bringen, bisschen bolzen und "sich vor allen Dingen mal wieder treffen", sagt Burkhard. Dass nun auch wieder mit Körperkontakt trainiert werden darf, findet Burkhard freilich gut. "Auch wenn es eine Riesenumstellung wird nach so langer Pause." Testspiele sind im August ebenfalls geplant, "unser Abteilungsleiter ist noch am sondieren", informiert der Trainer.

BC Adelzhausen: Auch der BCA steht seit vergangener Woche wieder auf dem Rasen am Römerweg. Als "Vorvoerbereitung" bezeichnet Abteilungsleiter Jürgen Dumbs die losen Einheiten. "Ich muss mich jetzt erst einmal mit unseren Trainern besprechen, ob wir bereits im Juli die echte Vorbereitung aufnehmen", kommentiert er die Lockerung, die ihn am Dienstag "sehr überrascht hat". Ursprünglich war angedacht, dass die Mannschaft Anfang August das reguläre Training für die Restsaison aufnimmt. Dann sind auch Testspiele geplant, bislang stehen der SSV Alsmoos-Petersdorf, der SC Griesbeckerzell und der TSV Pöttmes als Gegner fest.

VfL Ecknach: Der VfL will "nichts übers Knie brechen", sagt Spartenchef Jochen Selig. Für den gestrigen Abend war ein Treffen von Abteilungsleitung, Spielertrainer Daniel Framberger und den beiden neuen kickenden Übungsleitern der zweiten Mannschaft, Max Kopp und Max Eisner (siehe unten), angesetzt. Dabei ging es unter anderem darum, wie die Hygieneregeln umgesetzt werden. Testspiele hat der VfL frühzeitig vereinbart, ihre genaue Ansetzung sollte ebenfalls am Mittwochabend Thema sein.

FC Affing: Die beiden Spielertrainer Tobias Jorsch und Marc-Abdu Al-Jajeh haben auf Lockerungen spekuliert, wie Al-Jajeh sagt: "Der Vorbereitungsplan steht seit Wochen." Bereits jetzt absolvieren die Kicker ein individuelles Laufprogramm, um nicht bei Null zu beginnen, wenn es am 25. Juli losgeht - "mit lockerem Bolz und kleinem Grillfest nach Corona-Vorgaben", kündigt der 30-Jährige an. Zwei Tage später startet der FCA ins reguläre Training. Allerdings überlegt Al-Jajeh, die Vorbereitungszeit zu verkürzen, was er mit der aus seiner Sicht "unglücklichen terminlichen Entscheidung" begründet, dass - wie berichtet - zunächst die Gruppenphase des Ligapokals ansteht, ehe die Restsaison angepfiffen wird. Der Spielertrainer hätte sich die Ansetzung in umgekehrter Reihenfolge gewünscht: Erst Liga, dann Pokal. Ehedem sind Testspiele vorgesehen, unter anderem gegen Ecknach, Pöttmes und Oberweikertshofen. So sie zustande kommen. "Es ist ärgerlich, dass dazu nicht einmal im Ansatz etwas bekannt gemacht wurde. So ist es unfassbar schwer, konkret zu planen", findet der 30-Jährige.

VfL Ecknach: Wagner geht, Birkl kommt sofort, Örnek später

Christian Wagner verlässt den VfL Ecknach. Der 20-jährige Angreifer schließt sich dem BC Aichach an. "Ein sehr bitterer Abgang", kommentiert VfL-Spartenchef Jochen Selig. "Christian hat 15 Jahre bei uns gespielt und schon Bezirksligaluft schnuppern dürfen mit seinen jungen Jahren", führt er aus und ergänzt: "Wir denken, er hätte es bei uns schaffen können. Leider fehlte ihm hierzu etwas die Geduld, darum wollte er wechseln."

Christian Wagner verlässt den VfL Ecknach. Der 20-jährige Angreifer schließt sich dem BC Aichach an. „Ein sehr bitterer Abgang“, kommentiert VfL-Spartenchef Jochen Selig. „Christian hat 15 Jahre bei uns gespielt und schon Bezirksligaluft schnuppern dürfen mit seinen jungen Jahren“, führt er aus und ergänzt: „Wir denken, er hätte es bei uns schaffen können. Leider fehlte ihm hierzu etwas die Geduld, darum wollte er wechseln.“
 
Andreas Rappel, Spielertrainer der zweiten Mannschaft, wird seinen Posten, wie im Winter angekündigt, aus privaten aufgeben. „Wir hatten bis zuletzt gehofft, eine Lösung finden zu können“, sagt Selig. Rappel aber hält an seinem Entschluss fest. Max Kopp (SC Griesbeckerzell) und Max Eisner (SV Obergriesbach), eigentlich für die kommende Saison als Spielertrainergespann eingeplant, übernehmen daher sofort. „Eine Top-Lösung“, findet der Abteilungsleiter, der sich bei den abgebenden Klubs für die Freigabe bedankt.
 
Unter den Fittichen des Trainertandems steht auch Maximilian Klostermeir. „Zuletzt war er inaktiv, hat aber in Griesbeckerzell in der Kreisliga schon seine Qualität unter Beweis gestellt“, erläutert Selig. „Als Innenverteidiger soll er helfen, die Lücke zu schließen, die Andreas Rappel auf dem Platz hinterlässt.“
 
Zum Bezirksligakader stößt bereits im Juli Thomas Birkl vom FC Tandern. „Auch hier müssen wir uns beim FCT bedanken, dass er unserem Wunsch und dem Wunsch des Spielers entsprochen und die Freigabe für den Wechsel erteilt hat“, sagt Selig. Ursprünglich sollte Birkl die Saison in Tandern beenden. „Aufgrund der Entwicklungen und der Tatsache, dass die Saison erst in einem Jahr beendet wird, haben wir umgedacht. Wir glauben, dass es gut ist, wenn er sich in der Restsaison und dem Ligapokal an uns und die Bezirksliga gewöhnen kann und zur Saison 2021/22 praktisch keine Anlaufzeit mehr benötigt“, führt Selig aus.
 
Serhat Örnek wird hingegen erst zur kommenden Spielzeit zum VfL zurückkehren. „Er wird die Bayernligasaison mit Schwabmünchen sauber zu Ende spielen“, sagt Selig. ng


Von David Libossek



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Veröffentlicht am 09.07.2020 10:10 Uhr



 
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