Fußball    

Einer aus 32

Aichach - Die Hoffnung bei der bayerischen Fußballerfamilie ist groß, dass ab 1. September wieder gekickt werden darf. Seit Mitte März ruht bekanntlich aufgrund der Corona-Pandemie der Spielbetrieb in Bayern, im April haben die rund 4600 Klubs des Freistaats, anders als in fast allen anderen Landesverbänden, für eine Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Saison 2019/20 gestimmt. Die soll nun eben ab 1. September weitergeführt werden, mit einer Vorlaufzeit von mindestens vier Wochen. Heißt im Klartext: Wenn weiterhin Lockerungen im 14-tägigen Rhythmus erfolgen, dann könnte, so die Hoffnung von Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landessportverbands (BLSV), ab dem 20. Juli ein normales Fußballtraining mit Zweikämpfen wieder erlaubt sein.


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Einmal sind sich der Aindlinger Patrick Modes (links) und der Affinger Stefan Reiter (rechts) in dieser Saison bereits begegnet. Durchaus denkbar, dass sie sich noch drei Mal gegenüberstehen. Einmal in der Bezirksliga sowie in zwei Duellen des neu geschaffenen Ligapokals. Foto: Siegfried Kerpf


Auch für den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) scheint es ziemlich realistisch, dass der Spielbetrieb im September wieder aufgenommen werden kann. Der Bezirk Oberpfalz hat am Wochenende bereits seinen Rahmenterminkalender für den Ligaspielbetrieb sowie für den neu geschaffenen Ligapokal von September 2020 bis Mai 2021 veröffentlicht. "Der Zeitplan für die Bezirke wird bayernweit einheitlich sein", erklärt der schwäbische Bezirksspielleiter Rainer Zeiser. Wie die beiden Wettbewerbe dann gespielt werden, bleibt den sieben Bezirken selbst überlassen. Zwei Vorgaben gibt es zu beachten: Die restlichen Spieltage in den Bezirksligen werden auf zwei Blöcke (Herbst 2020, Frühjahr 2021) verteilt, Saisonende für alle bayerischen Bezirksligen ist am 15. Mai 2021.
Zeiser hat schon einen konkreten Plan, wie er die restlichen Punktspiele - je fünf Durchgänge im Herbst (plus noch ausstehende Nachholspiele) und Frühjahr - sowie den Ligapokal terminlich unter einen Hut bringt. "Das alles werde ich aber erst unseren Bezirksliga-Vereinen vorstellen. Vielleicht haben sie ja auch eine andere Meinung, mit welchem Wettbewerb zunächst begonnen wird", erklärt der Bubesheimer. Natürlich hängt nach wie vor alles davon ab, inwieweit die Politik Wettkämpfe für Kontaktsportarten ab September zulässt - und ob auch Zuschauer die Fußballspiele im Amateurbereich wieder besuchen dürfen. "Ich denke aber, dass wir auf die Vorgaben flexibel reagieren können. Selbst dann, wenn wir etwa erst im Oktober wieder beginnen können", erklärt Zeiser.
Wie berichtet, wurde der Ligapokal als Zusatzwettbewerb mit einem besonderen Anreiz geschaffen. Aus allen sieben bayerischen Bezirken hat nun jeweils ein Klub die Möglichkeit, über diesen Cup in die Landesliga aufzusteigen. Auf die Ergebnisse der regulären Saison hat der Zusatzwettbewerb keinen Einfluss. Sollte eine Mannschaft über den Ligapokal den Aufstieg schaffen, die bereits über die Liga den Sprung in die Landesliga erreicht hat, greift das Nachrückerprinzip. Geht eine Mannschaft, die über die Liga absteigen würde, als Aufsteiger aus dem Ligapokal-Wettbewerb hervor, steigt diese zwar nicht in die Landesliga auf, hält aber als Belohnung die Bezirksliga.
"Das ist eine super Sache, dass die Klubs eine zusätzliche Chance erhalten, aufzusteigen oder die Klasse zu halten", betont Zeiser. Er hat auch schon konkrete Vorstellungen, wie der Ligapokal abläuft. In den Bezirksligen Nord und Süd werden insgesamt acht regionale Gruppen (je vier im Norden und Süden) à vier Mannschaften gebildet. Über eine Vor- (Hin- und Rückspiele) und eine Zwischenrunde (zwei weitere Spiele) qualifizieren sich die acht Erstplatzierten für die K.-o.-Runde.
Wie in den Kreisen weitergespielt wird, ist noch nicht entschieden. Doch Zeiser ließ bereits durchblicken, dass auch von der Kreisliga abwärts allen Vereinen die Möglichkeit gegeben werden soll, einen Ligapokal auszuspielen. "Die Entscheidung trifft der Bezirksspielausschuss, ob auch in den Kreisen ein Ligapokal gespielt wird", erklärt der Augsburger Kreisspielleiter Reinhold Mießl. Der Neusässer ist im Gegensatz zu manch anderem bayerischen Spielleiterkollegen nicht so optimistisch, dass es im September wieder losgeht. "Über ungelegte Eier mache ich mir im Moment noch keine Gedanken", sagt Mießl. Zunächst haben für den Spielbetrieb im Kreis andere Wettbewerbe Vorrang: Die noch ausstehenden Nachholspiele in den einzelnen Klassen sowie der Toto-Pokal. Hier stehen im Kreis Augsburg noch die Halbfinals (TSV Pöttmes gegen TSV Bobingen, Kissinger SC gegen TSV Neusäß) sowie das Finale an. Sämtliche Pokalendspiele in den 22 bayerischen Fußball-Kreisen sollen am 12. September stattfinden, die Vorschlussrunden eine Woche zuvor.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 29.06.2020 18:13 Uhr