Fußball    

Ohne Schlussmann gegen das Schlusslicht?

Pipinsried - Der FC Pipinsried steht vor dem Heimspiel (Samstag, 14 Uhr) gegen das Bayernliga-Schlusslicht TSV Schwaben Augsburg ohne Schlussmann da. Am Dienstagabend verdrehte sich Keeper Sebastian Hollenzer im Training das Knie. Diagnose: Außenbandriss, sechs Wochen Pause. Seitdem rotierten die Pipinsrieder Verantwortlichen, denn Stammkeeper Johann Hipper fällt noch mindestens zwei Partien aus. Einen dritten Torwart hat der Verein nicht mehr, nachdem Marcel Zach (mittlerweile SV Seligenporten) sich im Juli verabschiedet hatte.


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Schlechte Perspektiven für ihn und den FC Pipinsried befürchtet Schlussmann Sebastian Hollenzer nach seiner Knieverletzung vom vergangenen Dienstag. Foto: Horst Kramer


Manager Roman Plesche hatte seit Hollenzers Malheur das Smartphone ständig am Ohr. Am Donnerstagmittag deutete sich eine Lösung an. "Es sieht gut aus", ließ sich Spielertrainer Muriz Salemovic entlocken. Namen wollte er nicht nennen. Zumal es ein weiteres Problem gibt: An Allerheiligen ist die BFV-Spielerpassstelle geschlossen, egal, wie dringend der Notfall ist.
Leugner fällt mit Kreuzbandanriss aus
Hollenzer ist nicht die einzige Personalie, die Salemovics und seinen Kollegen Fabian Hürzeler umtreibt. Beim 2:1-Sieg am vergangenen Samstag bei Türkspor Augsburg spürte Daniel Leugner einen Stich im Knie. Am Montag stellte der Sportarzt einen Kreuzbandanriss bei dem Bergkirchener fest - im selben Knie, wo sich der 24-Jährige vor genau einem Jahr das Kreuzband gerissen hatte. Salemovic gibt vorsichtig Entwarnung: "Daniel muss vermutlich nur einige Wochen pausieren, dann kann er wieder einsteigen." Doch dass für seinen Mittelfeldpartner das Fußballjahr gelaufen ist, hält Salemovic durchaus für möglich. "Wir können viele Spieler Eins-zu-eins ersetzen, Daniel nicht", bedauert der Coach.
In die Kategorie "nur schwer ersetzbar" fällt auch Abwehrchef Christoph Rech: Der frühere U 21-Löwe und Regensburger Drittliga-Profi zog sich am Dienstag eine Muskelzerrung zu und muss eine Woche aussetzen. Maximilian Zischlers Adduktoren machten sich ebenfalls wieder bemerkbar, er pausiert erneut. Zudem musste Rechtsverteidiger Alexander Langen die Dienstag-einheit wegen Magenbeschwerden beenden. Für den gestrigen Donnerstagabend hatte Steffen Krautschneider seine Rückkehr ins Training nach einer Augen-Laserbehandlung angesagt.
Einziger Lichtblick: Benjamin Kauffmann ist nach fast drei Monaten Pause wieder einsatzfähig. "Das ist gut, Benni ist ein Mann, der andere mitreißen kann", freut sich Salemovic.
Der Trainer erwartet ein kampfbetontes Duell gegen die Schwaben: "Die Augsburger sind Letzter, sie haben nichts zu verlieren." Dass die Gäste die Partie "herschenken", hält Salemovic für ausgeschlossen.
Auf der Sportanlage rund um das Augsburger Ernst-Lehner-Stadion hat seit Ende September der langjährige Bundesliga-Profi Halil Altintop (FCA, Kaiserslautern, Schalke, Frankfurt) das Sagen. Seine Bilanz fällt bisher durchwachsen aus: Einem Sieg im ersten Match (gegen Hankofen) folgten drei Niederlagen. Am vorigen Samstag holten die Schwaben immerhin einen Auswärtspunkt beim Vorletzten SV Pullach. Ihr schlechtes Abschneiden findet Salemovic überraschend: "Die Mannschaft hat zwar einige Stammkräfte verloren, sich aber auch gut verstärkt." Zu den Abgängen zählten auch die früheren Lieblinge Dominik Schön (jetzt 1860-Reserve) und Tormann Tobias Antoni (Karriereende). Der Name des 29-Jährigen fiel wohl auch bei der aktuellen Torwartsuche. Doch weil Antoni noch am letzten Spieltag der alten Saison für die Fuggerstädter auflief, ist er noch nicht spielberechtigt - die Karenzzeit beträgt sechs Monate. Ob der stets loyale Keeper überhaupt bereit gewesen wäre, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Schwaben Augsburg den Notnagel zu spielen, darf freilich bezweifelt werden.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 31.10.2019 23:00 Uhr




 

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