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FCP: Zum Vorrundenabschluss ein Arbeitssieg

Augsburg - Fabian Hürzelers erstes Lob nach dem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg des FC Pipinsried bei Türkspor Augsburg ging an sein Defensivpersonal: "Wir haben 90 Minuten lang keine Torchance zugelassen. Das war unser Ziel." Die Pointe an der Aussage: Der Treffer der Schwaben fiel in der 91. Minute durch deren Torjäger Fatih Baydemir. Amar Cekic (16.) und Pablo Pigl (56.) hatten die Pipinsrieder zuvor zu einem unspektakulären Arbeitssieg geschossen.


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Schaltete sich nach dem Seitenwechsel immer wieder in die Pipinsrieder Angriffe ein: Dennis Hoffmann, hier zwischen den Türkspor-Akteuren Usama Jassem (links) und Thomas Reichlmayr. Foto: Horst Kramer


So konnte der Dorfklub eine bemerkenswerte Bayernligahinrunde mit einem weiteren "Dreier" beenden. Die Bilanz des Teams des Spielertrainerduos mit Hürzeler und Muriz Salemovic ist eindrucksvoll: 15 Siege, zwei Remis, keine einzige Niederlage, ein Torverhältnis von 61:14! Der Vorsprung auf den Verfolger TSV Wasserburg beträgt beeindruckende zehn Zähler.
Indes, die Gelb-Blauen taten sich im tristen Haunstetter Sandbahnstadion bemerkenswert schwer, um ihren 14. Sieg in Folge einzufahren. Der Grund: Die Augsburger traten sehr engagiert und diszipliniert auf und bestimmten in der ersten Hälfte zu weiten Teilen das Geschehen.
Hürzeler und Salemovic hatten bis auf eine Ausnahme dasselbe Personal wie vor einer Woche auf den Rasen geschickt: Für den an den Augen operierten Steffen Krautschneider lief Marcel-Pascal Ebeling auf. Klar, dass er den Unterfranken - der gefährlichste Offensivmann der Liga - nicht Eins-zu-Eins ersetzen konnte. Daher übernahm Salemovic zuweilen auch Linksaußen-Aufgaben. Für Daniel Leugner blieb somit hinter den Spitzen mehr Platz. Zumindest theoretisch. Tatsächlich machten die Türkspor-Sechser Sebastian Mitterhuber und Oguz Yasar die Räume in der Mitte eng. Dahinter dirigierte der 36-jährige ehemalige Profi Moustapha Salifou mit harter Hand die Viererkette - Ex-FCA-Mann Patrick Wurm fehlte verletzt.
Es war ausgerechnet der langjährige frühere Pipinsrieder Tormann Thomas Reichlmayr, der die Führung seiner ehemaligen Kollegen einleitete. Sein Linksverteidiger Boma Katanic warf ihm den Ball von der linken Außenlinie zu, der Keeper stoppte das Leder am linken Fünf-Meter-Raum-Rand - parallel zum Einwurf sprintete Salemovic Richtung Reichlmayr. Der Schlussmann zögerte, wollte abschlagen, der Ball wurde von FCP-Spielertrainer abgefälscht und landete direkt vor Cekics Füßen. Der Pipinsrieder Wirbelwind erblickte den leeren Kasten und lupfte das Leder aus 20 Metern ins Netz (0:1, 16.). Reichlmayr protestierte halbherzig, bekannte aber später: "Es war kein Foul von Salemovic." Ansonsten passierte wenig bis zur Pause. Erwähnenswert noch: ein 19-Meter-Schuss Ebelings, der Reichlmayr wegsprang (40.)
Bei Türkspor agierte der emsige Emre Arik als Schaltzentrale, von seinen offensiven Mitspielern Giovanni Goia - ebenfalls ein früherer Gelb-Blauer - und Mittelstürmer Hakan Kocakahya war hingegen nichts zu sehen.
Wie so oft bauten die Pipinsrieder Trainer das Team in der Pause etwas um: Statt vier Mann waren ganz hinten nur noch drei Verteidiger zugange, Fabian Müller verstärkte Dennis Hoffmann auf der Sechs. Das Ziel war klar: Überzahl im Mittelfeld. Der Effekt: Hoffmann und Müller schalteten sich wechselweise immer wieder ins Angriffsspiel ein. Dennoch gehörte die erste Chance den Hausherren: Arik zog aus 15 Metern ab, traf aber nur seinen Mitspieler Kocakahya (52.). Umgehend ging es auf der anderen Seite rund: Reichlmayr rettete gegen Pigl Zentimeter vor der Torlinie, den Abpraller setzte Leugner zwei Meter über die Latte (54.). Der nächste Versuch saß: Salemovic eroberte die Kugel an der rechten Seitenlinie und schlenzte sie zu Leugner. Der Bergkirchener marschierte Richtung Türkspor-Gehäuse, sah links den besser postierten Pigl, der aus 16 Metern unhaltbar einnetzte (0:2, 56.). Die Partie schien entschieden.
Gleich darauf versuchte Ebeling sein Glück mit einem Fallrückzieher (56.), der eingewechselte Oliver Wargalla rutschte am linken Pfosten in eine Müller-Flanke (71.). Stephan Thee zog aus 17 Metern ab, sein Geschoss wurde von einem Augsburger knapp neben den Pfosten gelenkt (88.).
Die reguläre Spielzeit lief gerade ab - einige Pipinsrieder waren gedanklich wohl schon in der Kabine -, als ein weiter Ball bei Baydemir landete, der Sebastian Hollenzer mit einem Lupfer düpierte (1:2, 90.+1). In der Nachspielzeit wurde es bei zwei Türkspor-Freistößen hektisch, dann war die Partie vorbei.
Türkspor Augsburg: Reichl-mayr - Isufi (58. Baydemir), Salifou, Jassem, Katanic - Mitterhuber, Yasar (58. Heikenwälder) - Duman, Arik, Goia - Kocakahya (69. Kurt)
FC Pipinsried: Hollenzer - Langen, Thee, Rech, Müller - Hoffmann - Cekic, Leugner (61. Kuko), Salemovic, Ebeling (67. Wargalla) - Pigl (78. Muslimovic)
Tore: 0:1 Cekic (16.), 0:2 Pigl (56.), 1:2 Baydemir (90.+1) - SR: Grimmeißen (Löpsingen) - Gelb: Jassem, Arik, Heikenwälder / Cekic, Salemovic - Z.: 150. Pipinsried baut in der Pause um

Von Horst Kramer



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Veröffentlicht am 27.10.2019 23:00 Uhr




 

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