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"Wir waren zu hektisch"

Stätzling - Eine bezeichnende Szene für das Bezirksligaspiel zwischen dem FC Stätzling und dem TSV Hollenbach trug sich Mitte der zweiten Halbzeit zu: Für etwa zwei Minuten war die Begegnung unterbrochen, weil kein ordentlich aufgepumpter Spielball auffindbar war. Mit einem 0:0 hatte die Partie letztlich genau den Endstand, den sie verdient hatte. Die Gäste schmerzte das Ergebnis jedoch mehr: Sie hatten ab der 37. Minute, nach einem Platzverweis gegen Stätzlings Stürmer Robin Widmann, einen Mann mehr auf dem Feld.


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Viele Zweikämpfe und einige Hektik lieferte das Duell zwischen Stätzling mit Franz Losert (im Laufduell links) und Hollenbach mit David Burghart. Tore gab es hingegen keine, Strafraumszenen wenige. Dafür sahen die mehr als 200 Zuschauer zwei Platzverweise. Foto: Siegfried Kerpf


In der Anfangsphase war schnell zu erkennen, welche Mannschaft sich in welcher Verfassung befindet: Stätzling, 13 Punkte aus den vorhergegangenen fünf Spielen, presste hoch, Hollenbach, fünf Zähler im selben Zeitraum, musste sich zunächst mit hohen, weiten Bällen helfen. Eine echte Chance hatten die Hausherren aber nur durch Manuel Tutschkas Freistoß, der nach zehn Minuten das Außennetz streifte. Nach etwa einer Viertelstunde gewann die Elf des verletzten Spielertrainers Christian Adrianowytsch an Sicherheit. Auch ihre beste Gelegenheit war ein Freistoß: Christoph Burkhard schlenzte aus 23 Metern am linken Pfosten vorbei (17.).
Die Partie spielte sich nun fast gänzlich zwischen den beiden Strafräumen ab, bis Thomas Süß nach einer halben Stunde die Eintönigkeit durchbrach. Sein Abschluss nach einer schnellen Kombination geriet aber zu unplatziert, Jozo Derek riss die Arme hoch und hielt.
Wenig später sprang die Stätzlinger Bank dann doch auf, allerdings nicht, um zu jubeln, sondern um ihrem Ärger freien Lauf zu lassen. Schiedsrichterin Paulina Koch hatte Widmann "Rot" gezeigt, weil er - direkt vor den zahlreichen Hollenbach-Unterstützern hinter der Bande - David Burghart umgesenst hatte. Auch Hollenbachs Co-Spielertrainer Burkhard fand die Entscheidung zu hart: "Der Ball war zwar weg, aber Rot war vielleicht etwas übertrieben", sagte er hernach.
Allerdings tat sich Hollenbach enorm schwer, die Überzahl zu nutzen. "Wir wollten unbedingt nach vorne spielen", erläutert Burkhard: "Wir haben die Qualität, einen Gegner laufen zu lassen, aber wir waren zu hektisch." So probierte es der TSV zu oft mit hohen Bällen, hatte nur eine kurze Phase in Durchgang zwei, in der er die Gastgeber für einige Minuten in deren Strafraum festsetzte und einzig durch einen Kopfball von Patrick Högg, der über die Latte strich, ernsthaft torgefährlich wurde. Und Hollenbach hatte Glück, dass Süß bei einem äußert vielversprechenden Stätzlinger Konter verstolperte (82.). Aufregung löste letztlich nur mehr Frederik Meissner aus, der nur 19 Minuten nach seiner Einwechslung für sein zweites Foul mit "Gelb-Rot" vom Platz musste.

FC Stätzling: Eryildirim - Losert, Semke, Hadwiger (65. Manfreda), Tutschka - Sert, Horn, Heiß, Süß (87. Schütz) - Kraus (73. Odeh), Widmann.
TSV Hollenbach: Derek - Reggel, Jakob, Greifenegger, D. Ruisinger - Högg (88. S. Meyer), Burghart, Witzenberger (65. Meissner), Burkhard, Pitsias (73. J. Ruisinger) - Meyer.
Rote Karte: Widmann (37./Stätzling/grobes Foulspiel) - Gelb-rote Karte: Meissner (84./Hollenbach/wiederholtes Foulspiel) - Schiedsrichterin: Koch (Kottern) - Zuschauer: 220.

Von David Libossek


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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