Fußball    

Teuer erkaufter Sieg

Pipinsried - Am Freitagabend fuhr der FC Pipinsried seinen zweiten Zu-Null-Dreier in der jungen Bayernligasaison ein: 3:0 hieß es gegen den starken Aufsteiger FC Deisenhofen nach sehr langen 90 Minuten. Pablo Pigl (21.), Christoph Rech (56.) und Steffen Krautschneider (64.) hießen die Torschützen. Die Freude über den Sieg wurde getrübt durch zwei schwere Verletzungen: Benjamin Kauffmann erlitt wohl einen Innenbandriss (28.). Manager Roman Plesche rechnet wenigstens mit sechs Wochen Pause. Fabian Hürzeler befand: "Kauffmanns Ausfall tut uns sehr weh. Auf der Sechser-Position sind wir jetzt dünn besetzt."


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Physiotherapeutin Ramona Schad war sofort zur Stelle, um Benjamin Kauffmanns Knie zu behandeln. Der Ingolstädter hat vermutlich einen Innenbandriss erlitten. Foto: Horst Kramer


Paolo Cipolla verletzte sich kurz darauf am Sprunggelenk. Bei beiden Aktionen kamen auch zwei Deisenhofener zu Schaden: Marco Finster und Dennis Yimez. Vielleicht ein Grund, warum die Partie zunehmend giftiger wurde. Ein anderer: Der erst 27-jährige Schiedsrichter Jürgen Steckermeier ließ das Spiel lange laufen und setzte seine Karten kaum ein. Ein dritter Grund: Der FCP versäumte es, frühzeitig den Sack zu zumachen.
Denn der Dorfklub startete furios mit drei Großchancen in den ersten vier Minuten. Zwei Mal schnibbelte Amar Cekic eine Ecke von rechts vertrackt vor den Deisenhofener Kasten - beim ersten Mal köpfte Christoph Rech haarscharf über die Querlatte (2.), beim zweiten Mal setzte Pigl die Kugel knapp daneben (4.). Dazwischen zischte ein 20-Meter-Freistoß von Kapitän Stephan Thee Millimeter über das Gehäuse (3.). Als Pigl schließlich einen von Deisenhofens Keeper Enrico Caruso abgewehrten Kauffmann-Schuss aus 16 Metern in die Maschen versenkte, war die Führung schon lange überfällig (1:0, 21.).
Hürzeler und sein Kollege Muriz Salemovic hatten auf die Pokalpleite in Augsburg reagiert - aus der Aufstellung konnte man herauslesen, wem Salemovics Kritik besonders galt, als er am Donnerstag gegenüber der Aichacher Zeitung klagte, dass "außer Pigl, Cekic und Cipolla (...) keiner seine Aufgaben erfüllt hat, schon in der ersten Halbzeit nicht." Marcel-Pascal Ebeling und Oliver Wargalla waren wohl gemeint; beide fanden sich auf der Bank wieder. Zumindest vorerst. Der heftig vermisste Stephan Thee kehrte zurück, der zuletzt angeschlagene Maximilian Zischler war zum Glück als Ersatzmann nominiert - und kam nach der Verletzung von Kauffmann schnell zum Einsatz. Das Trainer-Duo begann mit einem 4-2-3-1; nach den Auswechslungen rutschte Thee eine Reihe nach vorne, wie schon in Ingolstadt.
"Wir haben sehr gut begonnen, doch dann haben uns die Verletzungen aus dem Rhythmus gebracht", analysierte Hürzeler nach dem Schlusspfiff.
Ab der 35. Minute verlagerte sich das Spiel mehr und mehr in die Pipinsrieder Hälfte. FCP-Keeper Johannes Hipper wurde regelrecht warm geschossen: Erst durch Tobias Rembeck (38.), dann zwei Mal durch Michael Bachhuber (45.+4 und 45.+5). Zuvor musste Hipper nur einmal mit der Faust eingreifen (9.).
In der Pause hatte Deisenhofens Coach Hannes Sigurdsson seinen Schützlingen anscheinend isländisches Feuer eingehaucht, die Gäste schnürten ihre Gastgeber in den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel regelrecht ein: Tobias Mugesser (47.) und erneut Bachhuber (49.) hatten den Ausgleich auf den Fuß; Hipper pflückte dem durchgebrochenen Valentin Köber die Kugel in einer halsbrecherischen Aktion vom Fuß (52.). Das 2:0 kam wie eine Erlösung: Krautschneider zog einen 25-Meter-Freistoß von der Außenlinie an den Fünfmeter-Raum, Rech war zur Stelle (58.). "Das Tor hat uns richtig gut getan", atmete Hürzeler auf. In der letzten halben Stunde war die Partie ein Selbstläufer, speziell nachdem Krautschneider einen Freistoß aus 22 Metern halblinker Position in die rechte obere Ecke versenkt hatte (3:0, 64.). Weitere Treffer wären locker möglich gewesen.
Kauffmann und Cipolla werden am Montag ärztlich untersucht. Danach wird sich zeigen, ob die ersten Prognosen - nach denen beide wochenlang ausfallen - zutreffen.
FC Pipinsried: Hipper - Langen, Thee, Rech, Kuko - Kauffmann (28. Zischler) - Salemovic (86. Ebeling), Krautschneider - Cipolla (35. Wargalla), Pigl, Cekic.
FC Deisenhofen: Caruso - Mugesser, Nickl, Köber, Vodermeier - Yimez (32. Gkasimpagiazov), Finster (28. Lucksch) - Rembeck, Köber, Ngeukeu (66. Schmid) - Bachhuber.
Tore: 1:0 Pigl (21.), 2:0 Rech (58.), 3:0 Krautschneider (64.) - SR: Steckermeier (Altfraunhofen) - Zuschauer: 570 - Gelbe Karte: Salemovic/Bachhuber, Schmid.

Von Horst Kramer


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Veröffentlicht am 09.08.2019 22:50 Uhr




 

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