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Ecknach verschärft Aindlinger Krise

Ecknach - Die Niederlagenserie des TSV Aindling hält unvermindert an. Der VfL Ecknach stürzte die mit hohen Ambitionen in die Bezirksliga-Saison gestarteten Lechrainer noch tiefer in die Krise, gewann am Freitagabend das Derby mit 4:1 (1:0). Wie sehr die derzeitige Situation am Aindlinger Nervenkostüm nagt, zeigten die Hinausstellungen für Patrick Modes und Simon Knauer. Letzterer sah die rote Karte, nach Anton Schöttl schon die zweite im erst zweiten Saisonspiel. Die Ecknacher grüßen zumindest bis heute Abend weiter von der Spitze, die Aindlinger hingegen sind ganz unten im Klassement.


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Daniel Framberger attackiert den Aindlinger Verteidiger Patrick Stoll. Der Ecknacher Führungstreffer durch seinen Spielertrainer kurz vor der Halbzeit war mit spielentscheidend. Foto: Sarina Schäffer


Nach der Pokal-Blamage am Dienstag in Mühlhausen (1:3) waren die Besucher an der Erlenstraße sehr gespannt, welche Reaktion die Aindlinger zeigen würden. Zumindest bis zur Pause lieferten die Lechrainer ein sehr ordentliches Spiel ab. Bis dahin war das Derby noch ausgeglichen, nach dem Seitenwechsel war es, bedingt durch die Aindlinger Ausschlüsse, dann eine einseitige Angelegenheit.
Mit der wohl wichtigsten Aufgabe in der Aindlinger Viererkette wurde Philipp Harjung betraut, der den Vorstößen von Michael Eibel Einhalt gebieten sollte. Ein Vorhaben, das dem Neuzugang von Viktoria Augsburg nur im ersten Abschnitt gelang. Erstmals gefährlich wurde es für die Aindlinger nach einer Viertelstunde, als die Gastgeber über Moritz Piller, Christoph Jung und Spielertrainer Daniel Framberger klasse aus der eigenen Hälfte kombinierten. Nach Frambergers Pass hatte Eibel aus 14 Metern freie Schussbahn, schoss aber am Tor vorbei - eine Großchance für den VfL.
Weil sich beide Teams über weite Strecke des ersten Durchgangs neutralisierten, kamen den Duellen im Mittelfeld die entscheidende Rolle zu. Wie kurz vor der Halbzeit: Knauer zog nahe der Mittellinie den Kürzeren gegen Björn Wohlrab, der Framberger mit einem feinen Pass in die Tiefe bediente und der flach in die kurze Ecke einschob (1:0, 42.).
Für Aindling ein Gegentor zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Bahls Mannen waren nun gefordert, mehr als in der ersten Hälfte den Zug zum gegnerischen Tor zu suchen. Den aber hatten eindeutig die Ecknacher: Eibel lief jetzt zu großer Form auf, Harjung bekam diesen nicht mehr zu fassen. Mit einer klasse Parade verhinderte TSV-Torhüter Alexander Bernhardt gegen Eibels 16-m-Schuss das 2:0 (53.), das aber dann doch nicht lange auf sich warten ließ. Bei Pillers Flanke hatte Benjamin Woltmann die Hand zu weit oben ("Wenn es innerhalb war, kann man den Strafstoß geben"/Bahl; "es war ein klarer Elfmeter"/Framberger) - Eibel verwandelte sicher (2:0, 55.).
Das Tor, das bei den Rot-Weißen Wirkung zeigte. Die Körpersprache der Gäste verriet einiges, sie machten jedenfalls nicht den Eindruck, als sollten sie das Ruder noch herumreißen. Und auch Referee Julian Bunk meinte es nicht gut mit den Aindlingern, als er nach einem Laufduell zwischen Harjung und Eibel, nachdem Letzterer zu Fall gekommen war, erneut auf den Elfmeterpunkt deutete. Eine krasse Fehlentscheidung, die aber für Modes Konsequenzen hatte. Der TSV-Kapitän reklamierte zu heftig, wofür er erst "Gelb" und dann die "Ampelkarte" sah. Bernhardt ahnte die richtige Seite und tauchte Eibels Schuss aus dem Eck (63.). Doch auch das 3:0 ließ nicht lange auf sich warten: Jung schob Eibels Querpass unbedrängt ein (66.).
Dann rückte Knauer in den Mittelpunkt. Erst verkürzte er per 30-m-Freistoßtreffer auf 1:3, kurz darauf leistete er sich ein grobes Foul an Piller, wofür der Schlaks "Rot" sah. Gegen jetzt acht Aindlinger Feldspieler war es für die Ecknacher ein Leichtes, die Partie herunterzuspielen. Symptomatisch für die Situation der Aindlinger war der vierte Ecknacher Treffer: Stoll rutschte vor dem eigenen Strafraum aus, Eibel hatte freie Bahn und schob zum 4:1-Endstand ein (86.).
VfL Ecknach: Helfer - Ettinger (70. Elbl), Huber, Mühlberger, Glas - Wohlrab - Obermeyer, Piller (81. Zakari), Framberger, Eibel - Jung (72. Jusczak).
TSV Aindling: Bernhardt - Harjung, Stoll, Woltmann, Michael Hildmann - Schäffner, Wiedholz (68. Tobias Hildmann), Modes, Danner (68. Ettner) - Knauer, Radoki.
Tore: 1:0 Framberger (42.), 2:0 Eibel (55./Handelfmeter), 3:0 Jung (66.), 3:1 Knauer (69.), 4:1 Eibel (86.) - Schiedsrichter: Bunk (Steinheim) - Zuschauer: 403 - Gelb-rote Karte: Modes (63.) - Rote Karte: Knauer (70./grobes Foulspiel) - Bes. Vork.: Bernhardt hält Foulelfmeter von Eibel (63.).

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 02.08.2019 22:07 Uhr




 

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