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Kleine Kommandos und Freigetränke: Wie sich der TSV Rehling aus dem Kreisligakeller kämpft

Aichach - Der TSV Rehling ist Spitzenreiter der Kreisliga Ost. Keine Sorge, liebe Friedberger, der TSV hat Euch nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vom Thron geschubst, er belegt offiziell noch immer den Abstiegsrelegationsplatz. Fertigt man jedoch eine Nach-der-Winterpause-Tabelle an, steht Rehling ganz oben. Zwei Spiele, sechs Punkte. So gesehen, ist die Partie gegen die DJK Langenmosen am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr) ein regelrechtes Spitzenspiel. Denn Langenmosen wäre in diesem Klassement, gemeinsam mit Burgheim und Firnhaberau (alle vier Punkte, 3:2 Tore), Dritter. Auch deshalb warnt Rehlings Trainer Thomas Wiesmüller vor dem kommenden Gegner und erläutert, wie er den Aufschwung herbeiführte, was es braucht, um ihn aufrecht zu erhalten, und wieso es am Sonntag Freigetränke für Zuschauer gibt.

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Auch abseits der Spezialtabelle steckt Brisanz in dem Aufeinandertreffen in Rehling. Denn in der "echten" Tabelle liegt die DJK nur drei Punkte vor dem TSV auf Rang zehn. "Unsere zwei Siege zählen nichts mehr, sollten wir am Wochenende verlieren", sagt Wiesmüller beinahe fatalistisch.
Freilich werden dem TSV und dessen neuem Trainer die sechs Punkte nicht wieder abgezogen, sollte es gegen die DJK nichts werden mit dem dritten Erfolg in Serie. Doch dem 32-Jährigen ist eben bewusst, dass seine Mannschaft einen weiteren großen Schritt machen kann, nachdem sie durch Siege in Feldheim (1:0) und Gerolsbach (3:1) auf den Abstiegsrelegationsrang geklettert ist. Schließlich haben es die Konkurrenten aus Lechhausen (gegen Griesbeckerzell), Münster (gegen Alsmoos-Petersdorf) und Aichach (in Rinnenthal) gleichzeitig mit jenen Mannschaften zu tun, die um den Aufstiegsrelegationsplatz ringen. Rehling habe mit dem starken Start in die Frühjahrsrunde erreicht, "dass wir wieder die Möglichkeit haben, nicht abzusteigen". Eine Chance, die der TSV am Sonntag vergrößern kann.
Entscheidend für den Aufschwung: die Defensive. 43 Gegentore hat der TSV Rehling in 17 Spielen vor der Winterpause kassiert, in den zwei Ligapartien danach nur eins. Kompakter stehe die Hintermannschaft, findet Wiesmüller, "die Jungs setzen die Vorgaben gut um". Die Vorgaben, das sind keine schwerwiegenden taktischen Eingriffe, sondern vielmehr einige kleine Korrekturen. "Wir arbeiten besser im Mannschaftsverbund, was viel mit Kommunikation zusammenhängt. Wir haben kleine Kommandos eingeführt, die den Jungs mehr Sicherheit geben", verrät der ehemalige Trainer des TSV Aindling. Außerdem hat seine Mannschaft in der Winterpause Kondition gebolzt und an ihrer Fitness gearbeitet. Das ist laut Wiesmüller auch "das Wichtigste" im Hinblick auf Sonntag: "Wir haben zwar einen kleinen Kader mit nur 14 Spielern, aber die sind alle auf Drehzahl."
Vor der DJK, die zuletzt unter anderem dem Tabellenzweiten Griesbeckerzell einen Punkt abtrotzte (0:0), hat er großen Respekt. Der Übungsleiter will die Elf um Spielertrainer Florian Wenger gar nicht erst ins Spiel finden lassen. "Wir müssen ihnen schnell den Zahn ziehen."
Dazu sollen auch die Zuschauer beitragen. Jedem Besucher spendiert der Verein ein Freibier oder ein Glas Sekt. Eine Idee des neuen Abteilungsleiters Manuel Rauscher. "Er hat einige Sponsoren dazugewonnen, die möchten sich vorstellen", erläutert Wiesmüller, "außerdem wollen wir wieder mehr Zuschauer anlocken und einen Aufschwung reinbringen."
Mazur wundert sich über Schneckenrennen
Die Nach-der-Winterpause-Tabelle überrascht im Übrigen auch in ihrem Mittelfeld und an ihrem Ende. Denn die Top Vier der Liga haben keines ihrer je zwei Spiele seit Restrundenstart gewonnen. Sowohl Primus Friedberg als auch seine Verfolger Griesbeckerzell und Rinnenthal haben je nur zwei Punkte gesammelt. Wintervizemeister Alsmoos-Petersdorf gar erst einen. "Heftig" findet Frank Mazur das Schneckenrennen im Fußballfrühling. "Normalerweise wärst du drei bis fünf Punkte weg, wenn du zwei Spiele vesandelst", wundert sich der SSV-Trainer über die Schwäche sämtlicher Spitzenteams. Gegen Münster hofft er für seine Mannschaft auf die Wende.
Beim 1:1 gegen Lechhausen habe er bereits eine deutliche Steigerung gegenüber dem 2:4 in Aichach ausgemacht. So habe seine Elf gegen das Schlusslicht eigentlich einen Sieg verdient gehabt. Jedoch lobt er die DJK: "Sie haben uns mit vielen taktischen Fouls das Tempo genommen." Bei seinen Spielern vermisste er "den einhundertprozentigen Willen und die einhundertprozentige Konsequenz". Man habe etwa zu viele Chancen liegen gelassen, moniert er und appelliert: "Wir müssen wieder an uns glauben."
Außerdem spielen: TSV Friedberg - TSV Firnhaberau, TSV Pöttmes - TSV Burgheim, SV Feldheim - FC Gerolsbach.

Von David Libossek


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Veröffentlicht am 05.04.2019 11:05 Uhr




 

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