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Basketballer beenden Saison

Aichach - Nach Volleyball und Tischtennis haben nun auch die Basketballer in Bayern die Saison 2019/20 vorzeitig beendet. Diese Entscheidung gilt auf allen Ebenen und für alle Ligen des Bayerischen Basketball-Verbandes (BBV) und seiner Bezirke sowie Kreise. Nach dem vorläufigen Stopp der sportlichen Aktivitäten im Zuge der Corona-Vorkehrungsmaßnahmen vom 12. März haben sich der Landesverband und die Bezirke bei einer Telefonkonferenz darauf verständigt, die Saison abzuschließen.


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Die bayerischen Korbjäger befinden sich inzwischen in der Sommerpause. Nachdem Mitte März der Spielbetrieb zunächst ausgesetzt worden war, hat der Bayerische Basketball-Verband die Saison ab der Bayernliga abwärts nun endgültig beendet. Foto: Siegfried Kerpf


Alle Tabellen werden eingefroren. Formal heißt das, dass es keine Abschlusstabellen im gewohnten Sinne gibt, da die Voraussetzung dafür - es müssen alle Spiele einer Liga gespielt sein - nicht gegeben ist. Meistertitel werden folglich nicht vergeben. Zur Auf- und Abstiegsregelung hat BBV-Sportreferent Robert Daumann ein "möglichst gerechtes" System vorgelegt, wie er in der Pressemittelung des BBV zietiert wird. Denn die in der Ausschreibung festgelegten Regelungen über Auf- und Abstieg können nicht greifen.
Grundsätzlich soll jeder Verein, der anhand der eingefrorenen Tabelle Aufstiegschancen hätte, dazu befragt werden, ob er einen Sprung in die nächsthöhere Liga auch wahrnehmen würde. Die neue Saison 2020/21 startet dann möglicherweise mit übergroßen Ligen.
"Wir müssen aber Lösungen finden, dass die Ligen nicht unendlich groß, nicht künstlich aufgeblasen werden", erklärt Mike Lippert, der Vorsitzende des schwäbischen Basketball-Bezirks. Die Vereine der drei Bayernligen wurden unlängst per Mail befragt, in welcher Spielklasse sie sich denn in der kommenden Saison sehen würden. In Schwaben läuft die Umfrage noch bis Freitag dieser Woche.
Auch wenn im Bezirk Schwaben alles noch "unverbindlich" sei, so Lippert, gibt es auf Landesebene schon Entscheidungen. Aufsteigen darf jeder Erstplatzierte einer Bezirksoberliga, aus Schwaben sind das die Schanzer Baskets Ingolstadt (MTV), die bis zum Abbruch alle ihre 15 Spiele gewonnen haben. Auch der Abstieg ist geregelt:
1. Mannschaften, die vor oder im laufenden Wettbewerb auf die Teilnahme verzichtet haben, sprich wie Eichstätt, das sich aus der BOL zurückgezogen hat.

2. Mannschaften, die in der Tabelle Wertungspunkte haben, die kleiner gleich Null sind.

3. Sofern in einer Liga kein Platz mehr ist - bei den drei Staffeln der Herren-Bayernliga wäre die Zahl 39 erreicht - Mannschaften mit den wenigsten Punkten.

Szenarien, die sich Lippert durchaus für die schwäbischen Spielklassen vorstellen könnte. Der Kaufbeurer betonte jedoch, dass, um allein schon den Schiedsrichterbereich nicht zu überlasten ("So viele Referees haben wir nicht"), die Obergrenze in der Bezirksoberliga sowie Bezirksliga nicht zwölf Mannschaften überschreiten soll. Grundsätzlich verbleiben in der Liga zunächst alle Mannschaften. Auch der TSV Aichach, der bis zum Saisonabbruch auf Platz fünf in der Bezirksliga geführt wurde, will in der kommenden Saison wieder in dieser Spielklasse an den Start gehen. "Ich gehe zu 99 Prozent davon aus, dass wir auch wieder in der Bezirksliga eingegliedert werden", sagte TSV-Abteilungsleiter Konstantin Dwaliawili.
In der Aichacher Liga, in der Bezirksliga, in der noch drei Runden auf dem Programm gestanden hätten, wird der überlegene Spitzenreiter BG Leitershofen/Stadtbergen 3 (16 Siege in 16 Spielen), die schon längst nicht mehr von Rang eins zu verdrängen war, aufsteigen. "Definitiv", wie Lippert betont. Er findet es, wie in anderen Sportarten praktiziert, die Saison 2019/20 komplett zu streichen, nicht für optimal. "Wenn eine Mannschaft bislang 16 Spiele gewonnen hat, sollte das in die Wertung einfließen", erklärt der Ostallgäuer.

Von Herbert Walther


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Veröffentlicht am 31.03.2020 09:51 Uhr



 
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