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Kühbacher Krönung: TSV-Stockschützinnen nach packendem Finale Deutscher Meister

Kühbach - Samstag, genau 18 Uhr, nimmt ein an Spannung kaum zu überbietender Eisstockkrimi im niederbayerischen Pleinting (Lkr. Passau) sein Ende: Mit dem letzten Schuss besiegelt Lisa Schneider den Kühbacher Triumph im Finale um die deutschen Meisterschaft über den EC Gerabach.


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Nach einem Endspielkrimi jubelten die neuen Deutschen Meisterinnen Bahn des TSV Kühbach: Lisa Schneider, Heidi Baumgartner, Veronika Filgertshofer, Franziska Schwertfirm und Jessica Gamböck (von links). Foto: Anton Stadlmair


Für Kühbachs Stocksportgilde war der Titelgewinn der Damen ein ganz besonderer Triumph. "Während in den Vorjahren mit Kühbach, Mehring und Peiting meist nur ein Dreikampf statt-fand, gesellten sich heuer mit Hartpenning, Passau, Unter-taubenbach und Gerabach noch vier weitere Vereine mit Titelpotential hinzu", beschreibt Abteilungschef Toni Stadlmair. "Gerade der EC Gerabach stieg mit den drei Nationalspielerinnen Alina Mayer, Verena Gotzler und der Ex-Kühbacherin Regina Gilg zum absoluten Topfavoriten auf."
So war die Marschroute am Samstagmorgen beim Anpfiff in der Wolf-Arena schnell abgesteckt. Mit ihrem druckvollen Angriffsspiel wollten sich Veronika Filgertshofer, Jessica Gamböck, Franziska Schwertfirm, Lisa Schneider und Heidi Baumgartner von Beginn an in der Spitzengruppe etablieren, um beim abschließenden "Page-play-down" nicht abseits zu stehen.
Gesagt und getan. Schon im Auftakt-Kracher in der Qualifikationsrunde gegen Hartpenning stimmte die Richtung, wobei die Oberbayern mit 3:27 arg unter die Räder kamen. Auch Passau musste als nächster Brocken mit 10:18 die Segel streichen. Außenseiter Krefeld/Soest, der nach zwei Spielen überraschend in Führung lag, fand ebenfalls kein Konzept gegen die Kühbacherinnen und unterlag 9:15.
Bereits zu diesem Zeitpunkt war erkennbar, dass die Angriffs-maschinerie des TSV auf vollen Touren lief. Vor allem Veronika Filgertshofer glänzte als erste Schützin und leistete sich während der gesamten Qualifikationsrunde nur einen einzigen (!) Fehlschuss. So gingen bis zur Halbzeit mit 27:3 gegen Ein-tracht Frankfurt und 25:7 gegen die Auswahl Hessens zwei weitere Kantersiege auf das TSV-Konto.
Nach der Pause dann der erste Warnschuss vor dem Bug: Alt-Rivale SV Mehring verpasste Kühbach beim 8:14 den ersten doppelten Punktverlust. Vom Zeitpunkt her äußerst ungünstig, denn ausgerechnet jetzt wartete mit Peiting ein hartnäckiger Titel-Aspirant. Aber wieder einmal spielten die Kühbacherinnen in einer brenzligen Situation groß auf. Peiting hielt das Spiel lange offen, musste sich letztlich aber doch mit 11:13 geschlagen geben. Fünf Spiele vor Schluss ein wichtiger Sieg, zumal noch sechs Mannschaften Endrundenhoffnungen hegten. Fünf Zähler brachten die nächsten drei Begegnungen gegen Südwestvertreter Langenargen (35:3), Katzbach (9:9) und Ebhausen (26:6), ehe die Partie des Ersten Gerabach gegen den Zweiten Kühbach auf dem Programm stand. Hier schenkten sich beide nichts, so dass es zur gerechten Punkteteilung kam. Da beide auch in ihren Abschlussbegegnungen erfolgreich blieben, zogen sie mit Peiting und Hartpenning in die Endrunde ein.
Im "Page-play-down"-Modus folgten die Spiele Kühbach gegen Gerabach sowie Peiting gegen Hartpenning. Gerabach besiegte Kühbach klar mit 25:3 und zog direkt ins Finale ein, während Hartpenning-Bezwinger Peiting gegen Kühbach um den zweiten Finalplatz spielen musste. Diesmal ließen die Kühbacherinnen keine Zweifel an ihre Titelambitionen aufkommen und stürmten mit 20:8 ins Endspiel.
Und dieses Finale war wirklich nichts für schwache Nerven. Nach vier Kehren lag Kühbach 15:5 in Front und die Partie schien entschieden. Doch in der fünften dann die unerwartete Wende. Gamböck & Co. schossen beim Abräumen drei Stöcke auf, so dass Gerabach auf 12:15 herankam. In der letzten Kehre hielt der EC seinen Nachschuss und egalisierte das Ergebnis.
Die Entscheidung musste nun in der Verlängerung fallen. Erstmals wurde dabei das "Ringmassen" angewandt, quasi das Elfmeterschießen des Stockschießens. Eigentlich eine klare Domäne der Gerabacher Zielschützinnen, doch die hatten die Rechnung ohne den TSV gemacht. Nervenstark hielt Kühbach dagegen und holte überlegen mit 28:14 die deutsche Meisterschaft. ei Im Halbfinale unterliegt Kühbach Gerabach noch deutlich

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Angespannt beobachten die Kühbacher Mitspielerinnen und die Gerabacher Kontrahentinnen um Regina Gilg (Vierte von rechts) Jessica Gamböcks Versuch. Foto: Kamhuber



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Veröffentlicht am 21.09.2021 10:02 Uhr