Kühbach    

Großfeuer wütet in Paar

Paar - Vor einem Brandschaden in Höhe von 1,5 Millionen Euro steht seit gestern die Lohnunternehmerfamilie Krammer im Kühbacher Ortsteil Paar. Eine Maschinenhalle auf dem Hof im Ortskern brannte in den frühen Morgenstunden bis auf die Grundmauern nieder. Die umliegenden Gebäude konnten gehalten werden, verletzt wurde niemand.


Feuer wütet in Paar
Etwa 250 Einsatzkräfte in der Spitze kämpften gestern früh gegen das Feuer auf dem Krammer-Anwesen.
Manfred Schalk

Tragisch ist allerdings: In der Maschinenhalle stand ein Kartoffelvollernter im Wert von etwa 600 000 Euro. Die Maschine und 600 Tonnen abgeernteter Roggen wurden ein Raub der Flammen. In zwei Wochen beginnt die Kartoffelernte.
"Aber es geht wieder weiter", erklärte Miteigentümer Christian Krammer gestern Vormittag im Gespräch mit unserer Zeitung pragmatisch. Er hoffte, schnellstmöglich wieder klar Schiff machen und eine neue Halle bauen zu können. Sichtlich beeindruckt war er aber vom Zusammenhalt im Dorf. "Schon kurz nach der Feuerwehralarmierung um kurz vor fünf waren alle Nachbarn da, um zu helfen", meinte Christian Krammer. Schnell eilten die Feuerwehren aus der Umgebung heran, in der Spitze waren 250 Einsatzkräfte aus Schrobenhausen, Haslangkreit, Kühbach, Stockensau, Oberbernbach, Unterbernbach, Inchenhofen, Aichach, Hörzhausen, Gachenbach, Schiltberg, Walchshofen und Berufsbrandbekämpfer aus Augsburg vor Ort.
THW-Kräfte sowie Rettungssanitäter aus Aichach und Pöttmes, drei Polizeifahrzeuge und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) kamen hinzu. Trotzdem konnten weder das Getreide noch der Kartoffelroder aus den Flammen gerettet werden. Die Photovoltaikmodule auf dem Dach der Halle zerbarsten, der Dachstuhl stürzte herab. Nach oben geschleuderte Ascheteile wurden bis auf die Liegewiesen des Radersdorfer Badesees verfrachtet.
Das bestätigte die Gemeinde Kühbach am Nachmittag. Glücklicherweise, betonte Kreisbrandrat Christian Happach am Ort des Geschehens, hätten die Einsatzkräfte den Brand schnell unter Kontrolle bekommen. "Auch der vorbeugende Brandschutz hat hervorragend funktioniert", lobte Happach. Gemeint sind damit die Brandschutzwände an den umliegenden Hallen, die dem Feuer standhielten und somit die Gebäude vor einem Übergreifen schützten. Somit konnten auch weitere landwirtschaftliche Geräte wie Mähdrescher aus den benachbarten Funktionsbauten in Sicherheit gebracht werden.
Während des Einsatzes musste die Straße zeitweise für den Verkehr gesperrt werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den Nachmittag an.

Von Bastian Brummer


Verbrannte Ernte
Ein Kartoffelvollernter im Wert von 600 000 Euro wurde durch das Feuer in Paar zerstört - und mit ihm 600 Tonnen Roggen.
Erich Hoffmann



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Veröffentlicht am 11.08.2020 17:06 Uhr



 
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