Kühbach    

Sicherheit am See

Kühbach - Es hätten schon mehrere Unterbernbacher und Kühbacher Interesse bekundet, gab Bürgermeister Karl-Heinz Kerscher in Bezug auf das geplante Baugebiet "An der Rettenbacher Straße" bekannt. Ob diese Bauinteressenten dann aber tatsächlich eines der elf Grundstücke kaufen, sei noch offen.


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Ein Erholungsort nicht nur für die Kühbacher: der Radersdorfer Badesee. Aufgrund seiner geografischen Lage zwischen Schrobenhausen und Aichach, mit einem Bahnhof in der Nähe, ist der See Anlaufpunkt für Menschen aus zwei Landkreisen. In der Woche der Abschlussprüfungen feiern dort Schüler. Foto: Erich Hoffmann


Bei der Sitzung am Dienstagabend im Unterbernbacher Pfarrstadl stellte Michael Mayr vom gleichnamigen Ingenieurbüro die Pläne zum Straßen- und Kanalbau vor. Eine hufeisenförmige Straße, die in die Rettenbacher Straße mündet, soll das neue Baugebiet erschließen. Die Breite der Straße: 4,5 Meter, zusätzlich soll ein 2,25 Meter breiter Seitenstreifen entstehen. Die Kosten, führte Diplom-Ingenieur Mayr aus, belaufen sich für den Straßenbau auf rund 190 000 Euro einschließlich der Nebenkosten.
Beim Kanal liegen die Aufwendungen deutlich höher. Hier geht Mayr von rund 360 000 Euro Baukosten aus. Das liegt unter anderem daran, dass das Areal einen hohen Grundwasserspiegel aufweist und die Grundstücke teilweise so klein sind, dass die späteren Eigentümer ihr Oberflächenwasser wohl nicht selber auf den Grundstücken versickern lassen können. Deshalb schlug Mayr vor, Regenspeicherschächte zu bauen. Sie sollen das Gebiet bei Starkregenereignissen entlasten. Kostenpunkt pro Schacht: rund 10 000 Euro. Der Kanal in dem neuen Baugebiet wird ein Mischwasserkanal, sprich, er nimmt Schmutz- und Oberflächenwasser auf.
Engelbert Thumm drängte darauf, die Sache schnellstmöglich über die Bühne zu bringen. Michael Mayr dämpfte die Erwartungen, die Erschließung nehme wenigstens fünf Monate in Anspruch, wenn es einen richtigen Winter gebe, könne man erst im März, April 2021 loslegen. "Vor April kann man in dem neuen Gebiet also nicht bauen", erklärte der Diplom-Ingenieur.
Den Auftrag für den Straßen- und Kanalbau segnete der Gemeinderat einstimmig ab.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit feiernden Schülern am Radersdorfer Badesee . Seit 2018 kontrolliert deshalb ein Sicherheitsdienst im Zeitraum der Abschlussprüfungen.
Die Security-Mitarbeiter achten darauf, dass etwa kein Alkohol auf der Wiese getrunken und nicht länger als 19 Uhr gefeiert werde, sagte Kerscher. Weil sich dieses Vorgehen in der jüngsten Vergangenheit bewährt hat, musste der Bürgermeister nicht allzu große Überzeugungsarbeit leisten. Auch heuer, vom 6. bis 10., eventuell 11. Juli, soll der Sicherheitsdienst wieder für Ordnung sorgen - und die Einhaltung der Corona-Regeln überwachen. Die Vorsichtsmaßnahme lässt sich der Markt rund 1300 Euro kosten.

Die Wertstoffsammelstelle in Unterbernbach , Reifersdorfer Straße, wird am kommenden Samstag wieder öffnen (von 10 bis 12 Uhr).

Zuschüsse: Das BRK erhält 1920 Euro Zuschuss vom Markt Kühbach, die Caritas rund 3300 Euro. Der Schützenverein Frisch Auf in Unterbernbach möchte den Thekenbereich im Schützenheim erneuern, Kostenpunkt: 7200 Euro. Üblicherweise gewährt die Gemeinde in solchen Fällen einen Zuschuss von zehn Prozent. Weil das Schützenheim aber auch für andere Zwecke genutzt wird, erhöhte der Gemeinderat den Fördersatz auf 20 Prozent. Dafür stimmte das Gremium einstimmig.

Neue Schutzkleidung: 100 aktive Feuerwehrler und zusätzlich 24 Atemschutzgeräteträger sorgen im gesamten Markt für die Sicherheit der Bürger. Die Jacken und Hosen, die sie im Einsatz tragen, sind laut Albert Schormair aber bereits 20 Jahre alt, wasserdurchlässig, und das Innenfutter lasse sich nicht herausnehmen. Darum sei eine neue Schutzkleidung sinnvoll, empfahl der Dritte Bürgermeister. Die Hosen und Jacken werden, so eine erste Kalkulation, insgesamt wohl 87 000 Euro kosten. Dieser Betrag übersteigt jedoch das Investitionsprogramm für 2020.
Die Frage ist deshalb: Verschiebt man die Anschaffung der Schutzkleidung auf 2021 oder verbucht man den Betrag unter "außerplanmäßige Ausgaben" und sichert sich dadurch die Ersparnis durch die Mehrwertsteuersenkung? Darüber wird der Rat in einer der kommenden Sitzungen beraten. Grundsätzlich sprach sich das Gremium für die Neubeschaffung aus.

Die Verwaltung der Marktgemeinde Kühbach müsse in naher Zukunft personell aufgestockt werden, erklärte Karl-Heinz Kerscher. Friedrich Schäffler gehe in absehbarer Zeit in Vorruhestand, und trotz zweier Neueinstellungen demnächst werde das Pensum nicht kleiner, betonte der Bürgermeister. Damit reagierte Kerscher auf eine Nachfrage von Josef Golling, der bemängelte, er wünsche sich eine ausführlichere Niederschrift der letzten Sitzung.

Von Thomas Winter



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Veröffentlicht am 24.06.2020 15:37 Uhr



 
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