Kühbach    

Kläranlage: Jetzt werden die Kühbacher zur Kasse gebeten

Kühbach - Die Entscheidung, auf die viele in der Marktgemeinde mit Spannung gewartet haben, ist nun gefallen: In der jüngsten Sitzung des Kühbacher Gemeinderats am Dienstagabend haben sich die Räte darauf festgelegt, wie viel jeder Bürger für den Neubau der Kläranlage in Paar zahlen muss. Demnach werden der Anteil der Gemeinde an den Kosten für die Verbandskläranlage, 4,5 Millionen Euro, sowie die Kosten für eine Druckleitung, eine Million Euro, über Ergänzungsbeiträge erhoben.


Die zwei Millionen Euro oder mehr, die es kosten wird, den Kanal am Marktplatz sowie in der Schrobenhausener Straße zu sanieren, werden umgelegt auf die Abwassergebühren. Dafür sprach sich das Gremium einstimmig aus, nachdem es zuvor ein, zwei Streitpunkte auszuräumen galt.
Konkret müssen Eigentümer einer Immobilie, dazu zählen natürlich auch Landwirte und Gewerbetreibende, für jeden Quadratmeter Grundstück 0,80 Euro bezahlen; für die Geschoßflächen werden 6,50 Euro pro Quadratmeter erhoben.
In der Marktgemeinde Inchenhofen, mit der Kühbach zusammen das Projekt verwirklicht hat, müssen die Bürger für ihre Grundstücke lediglich 0,24 Euro berappen, für die Geschoßfläche wurde ein wenig mehr veranschlagt: 6,74 Euro pro Quadratmeter.
Fällig werden die Beiträge in Kühbach übrigens jeweils im November, und zwar 2019, 2020 und 2021.
Bürgermeister Hans Lotterschmid zeigte sich höchst erfreut, dass seine auf diversen Bürgerversammlungen ausgesprochene Kosten-Vorhersage ("Leut'', nagelts mich aber nicht fest") für ein Durchschnittshaus ziemlich genau eingetroffen ist: Demnach muss ein Hausbesitzer mit einem 850 Quadratmeter großen Grundstück und 350 Quadratmetern Geschossfläche rund 3000 Euro bezahlen - und zwar in drei Raten.
Die gesamten Kosten über Gebühren zu finanzieren, wäre für die Verwaltung einfacher gewesen, räumte Lotterschmid ein, warnte mit Blick auf die nahe Zukunft aber zugleich: "Wenn wir die Kosten so umlegen, steigen sie irgendwann ins Unermessliche."
Damit spielte er auf die aktuelle Unterdeckung der Abwassergebühren an, sprich die Abwassergebühren werden in nächster Zeit definitiv steigen. Hinzu kommen die Kosten für die Kanalsanierung am Marktplatz sowie in der Schrobenhausener Straße, auch sie werden auf die Gebühren umgelegt. Zusätzlich, plauderte Lotterschmid aus dem Nähkästchen, wird die Magnusgruppe demnächst Investitionen von 1,5 Millionen Euro tätigen, dadurch werden die Gebühren ebenfalls steigen, pro abgegebenem Kubikmeter könnten so fünf Euro Gebühren auf die Kühbacher zukommen. Diese Argumentation schien allen Räten plausibel.
Diskussionsbedarf gab es jedoch bei dem Punkt, ob man zumindest die Kosten für die Druckleitung eventuell nicht doch auf die Gebühren umlegen sollte, beziehungsweise, wie sich die Berechnung dadurch verändern würde. Hinterfragt wurde zudem die Aufteilung der Kosten 30 (Grundstücksfläche) zu 70 (Geschossfläche). Als Alternative bot Lotterschmid ein Verhältnis 20 zu 80 an: Dadurch hätten Bürger mit mehreren Grundstücken und Gewerbebetriebe, etwa die Pfeifer Holz GmbH in Unterbernbach, weniger bezahlen müssen.
Wie in der Vergangenheit schon häufiger, machte der Gemeinde-Chef deutlich, dass er es für gerechter halte, den "kleinen Hausbesitzer" vor den großen Firmen zu bevorzugen.
Manfred Felber hatte daran nichts auszusetzen. Ihn störte allerdings, dass Lotterschmid sich ausschließlich auf die 30/70-Aufteilung und die Einbeziehung der Kosten für die Druckleitung in die Beitragsrechnung kapriziert habe - beziehungsweise, dass von der Verwaltung kein anderes Zahlenmaterial bereitgelegt wurde. "Der Bürger hat das Recht, dass wir ausführlich diskutieren. Dazu müssen uns aber mehrere Varianten vorgelegt werden."
Lotterschmid erwiderte, würde man die Druckleitungskosten auf die Gebühren umlegen, müsste der Durchschnittshaushalt statt 3000 ungefähr 2500 Euro Beiträge bezahlen. Wirklich belastbar ließen sich aber nicht alle Varianten durchrechnen, aufgrund verschiedener, schwer kalkulierbarer Einflussfaktoren.
Die Beitrags-Bescheide gehen demnächst an die Bürger raus. Bescheide gehen demnächst an die Bürger

Von Thomas Winter


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Veröffentlicht am 18.09.2019 09:13 Uhr




 

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