Inchenhofen    

Pandemie bremst Brauchtum aus

Inchenhofen - Es war keine Entscheidung, die leicht gefallen ist. Aber sie war einstimmig: Das Leonhardikomitee St. Leonhard hat entschieden, den Leonhardiritt abzusagen.


Brauchtum ausgebremst
Viele Kinder auf einem Wagen, die Zuschauer dicht gedrängt. Dass das diesen Herbst möglich sein wird, bezweifeln die Verantwortlichen in Inchenhofen: Der Leonhardiritt 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt.
Sandra Schweizer


Derzeit sind Großveranstaltungen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie bis Ende Oktober untersagt. Der Leonhardiritt in Inchenhofen findet traditionell an dem Sonntag statt, der dem Leonhadrstag, dem 6. November, am nächsten ist und war für heuer auf den 8. November terminiert. Nach derzeitigem Stand also erst kurz nach dem derzeit geltenden Großveranstaltungsverbot. Für die Verantwortlichen allerdings etwas zu knapp. Hans Schweizer, seit 18 Jahren Vorsitzender des Komitees, rechnet außerdem damit, dass das Verbot noch verlängert wird: "Das ist zu knapp nach der Aufhebung", so Schweizer. Außerdem müsste man bereits jetzt mit den Vorbereitungen für den Umritt beginnen.
Bei tausenden Besuchern sei die Aufnahme von Kontaktdaten nicht möglich, um eine Kontaktverfolgung sicherzustellen. Auch die Einhaltung der Hygieneregeln ist nach Ansicht des Leonhardikomitees nicht möglich. Dass die Darsteller auf den Motivwagen am Ende Abstand halten oder gar Masken tragen müssten, ist für Schweizer und sein Komitee nicht vorstellbar. So votierte das Organisationsteam einstimmig für eine Absage in diesem Jahr.
Der Leahader Umritt gilt als einer der ältesten in ganz Bayern.

Von Sandra Schweizer und Verena Heißerer



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Veröffentlicht am 17.07.2020 15:57 Uhr



 
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